»Feminisierung« der globalen Arbeitskraft und den Anstieg weiblicher Beschäftigter im schlecht bezahlten Dienstleistungssektor und in der informellen Wirtschaft und Heimarbeit. Trotz berechtigter Kritik wirken Teile ihrer Ausführungen (wie auch andere in diesem letzten Kapitel) jedoch eher ideologisch als sachlich argumentierend. So in etwa ihr Hinweis auf toxische und andere Verunreinigungen einkommensschwacher Stadtteile, die immerhin eine Belastung für die gesamte Anwohnerschaft darstellen und nicht bloß(wie sie es darstellt) für deren weiblichen Anteil(S. 405). »The Globalization and Development Reader« stellt eine sehr gute und vor allem aktuelle Sammlung von für den Globalisierungsdiskurs wichtigen Beiträgen dar. Insbesondere die ersten beiden Kapitel können als eine gelungene Einordnung der Globalisierungsproblematik in einen historischen Kontext betrachtet werden. Dadurch kann der immer noch weit verbreitete Anschein genommen werden, bei Globalisierung handele es sich um ein Phänomen, das erst seit den 1990er Jahren ein Gesicht bekommen habe. Während das Werk für Studenten äußerst empfehlenswert ist, haben langjährige Forscher den größten Teil der Beiträge allerdings wohl schon an anderer Stelle gelesen. Daniel Oppermann, Universität von Brasilia(UnB) JIWEI LOU/ SHUILIN WANG: Public Finance in China Reform and Growth for a Harmonious Society Washington d.c. 2008 World Bank Publications, 400 S. C hinas Aufstieg ist eine Erfolgsgeschichte mit Schattenseiten; dies ist der chinesischen Regierung wie auch der internationalen Fachöffentlichkeit nicht entgangen. Dank Wachstumsraten von durchschnittlich 9,8 Prozent seit 1979 ist China zur viertgrößten Volkswirtschaft der Welt aufgestiegen und hat 400 Millionen Menschen aus der absoluten Armut befreit. Gleichzeitig hat die Umwandlung von einer nahezu autarken sozialistischen Planwirtschaft zu einer mit der internationalen Wirtschaft eng verflochtenen marktwirtschaftlich orientierten Volkswirtschaft zu erheblichen sozialen und ökologischen Verwerfungen geführt. Die wachsende wirtschaftliche und soziale Kluft zwischen Küsten- und Binnenregionen, Stadt und Land sowie armen und reichen Teilen der Gesellschaft hat China dem Gini-Index zufolge bereits zu einem der ungleichsten Länder der Welt gemacht. Mindestens ebenso dramatisch sind die umweltpolitischen Folgekosten, die sich aus Chinas Position als»Werkbank der Welt« ergeben haben. Die chinesische Führung unter Präsident und Parteichef Hu Jintao sieht deshalb die ipg 3/2008 Rezensionen/Book Reviews 145
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