China in Zukunft die öffentlichen Ausgaben für diesen Bereich deutlich anheben, Maßnahmen für höhere Verteilungsgerechtigkeit ergreifen und angesichts steigender Hochschulgebühren alternative Finanzierungsmöglichkeiten durch Stiftungen und Wirtschaft fördern. Abgerundet wird der Band mit einer zusammenfassenden Analyse des Direktors der Paris School of Economics, François Bourguignon, zum Zusammenhang von Wachstum, Ungleichheit und öffentlichen Finanzen aus historischer Perspektive. Seine Schlussfolgerungen für China unterstützen den Grundtenor des Buches, indem er sich für schnelle und drastische Schritte zur Umkehrung der steigenden Ungleichheit ausspricht:»A rise in inequality may cause irreversible changes. Wealth, education, and social relations are transmissable from one generation to the next; more inequality of incomes today may mean much less equality of opportunity tomorrow.« Als Konsequenz fordert er, die bestehenden Restriktionen für Land-Stadt-Migration zu lockern, die wirtschaftliche Entwicklung in ländlichen Regionen gezielt durch finanzpolitische Anreize zu fördern sowie die Umverteilungskapazitäten der Zentralregierung zu stärken und die dafür nötigen Ressourcen durch eine höhere Staatsquote zu finanzieren. Die wenigen nennenswerten Schwächen des Buches liegen in der teilweise mangelhaften Kohärenz und Übersichtlichkeit. Laut Inhaltsverzeichnis ist das Buch in sieben größere Themenblöcke aufgeteilt, die sich inhaltlich teilweise nur sehr schwer voneinander trennen lassen(insbesondere die ersten drei Themenblöcke, die der Rezensent hier unter dem Begriff»funktionale Aspekte« zusammengefasst hat). In diesem Zusammenhang offenbart sich ein zweites Problem: Eben weil die Themen in enger Beziehung zueinander stehen, überschneiden sich die Inhalte einzelner Beiträge zuweilen stark, ohne dass eine klare inhaltliche Abgrenzung voneinander ersichtlich wird. Abgesehen von diesen Schönheitsfehlern ist der Band uneingeschränkt zu empfehlen, leistet er doch einen wichtigen und innovativen Beitrag zur Debatte um die sozial- und wirtschaftspolitischen Herausforderungen, vor denen die Volksrepublik China steht. Matthis Kaiser, Bonn STEPHEN MENNELL: The American Civilizing Process Cambridge 2007 Polity, 388 p. T hat»civilization itself« had been attacked was one of the first popular exclamations after 9/11, and the following»War on Terror« led by the United States of America was justified as a war to»defend and save civilization.« It did not take 148 Rezensionen/Book Reviews ipg 3/2008
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