Rezension 
[Rezension von: Culture and consensus in European varieties of capitalism / Ian Bruff, 2008]
Entstehung
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fentlichen Bibliothek fehlen sollte, die Bestände zur Politik und Politikwissen­schaften vorhält. In den Bestand der Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung(http://library.fes. de/index.htm), eine der größten Gewerkschaftsbibliotheken Europas, hat das Werk Aufnahme gefunden wie sehr viele Publikationen von und über europä­ische und globale Gewerkschaftsorganisationen. Eine englische Ausgabe ist in Vorbereitung und erscheint voraussichtlich im zweiten Halbjahr 2010. Rainer Gries, Friedrich-Ebert-Stiftung, Bonn IAN BRUFF: Culture and Consensus in European Varieties of Capitalism. A»Common Sense« Analysis Basingstoke 2008 Palgrave Macmillan, 195 S. B is in die Anfangsjahre des neuen Jahrtausends besuchten viele deutsche Dele­gationen die niederländische Stiftung der Arbeit in Den Haag in der Hoff­nung, dort zu lernen, wie Wirtschaftswachstum und Beschäftigung auf ein höhe­res Niveau gebracht werden können. Anlass war, dass die deutsche Wirtschaft in den 1990er Jahren im internationalen Vergleich relativ zurückgeblieben war, wäh­rend von den Niederlanden genau das Gegenteil berichtet werden konnte. Die Niederlande waren das Land des»Poldermodells« und galten zusammen mit Dänemark als Vorbild einer Entwicklungsvariante, in der, im Gegensatz zu den usa und Großbritannien, positive Wirtschaftsdaten nicht auf Kosten größerer sozialer Ungleichheit erreicht wurden. Als Geheimnis dieses Erfolgs galt die part­nerschaftliche Beziehung zwischen Kapital und Arbeit, die den Konsensus her­vorgebracht hatte, dass internationale Wettbewerbsfähigkeit und damit Wirt­schafts- sowie Beschäftigungswachstum nur über Lohnmäßigung zu erreichen ist. In Deutschland fehlte eine derartige konsensuelle Beziehung trotz des Bündnisses für Arbeit. Der deutsch-niederländische Vergleich steht im Mittelpunkt des Buches von Bruff: Warum Konsensus im einen Fall, aber im anderen nicht? Und was heißt eigentlich Konsensus; sind dann alle einer Meinung oder kann auch von Konsen­sus gesprochen werden, wenn ein Spieler sich dem beziehungsweise den anderen anpasst? Bruff geht diesen Fragen in zwei Perioden nach: der von der Mitte der 1990er bis Anfang der 2000er Jahre und der direkt darauf folgenden von 2002 bis zur Niederschrift des Buches. Dessen originelle empirische Basis sind Interviews mit Vertretern von Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden in beiden Län­156 Rezensionen/Book Reviews ipg 2/2010