Rezension 
[Rezension von: Globale Außenpolitik der Europäischen Union / Annegret Bendiek, Heinz Kramer (Hrsg.), 2009]
Entstehung
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prominenten Platz in der öffentlichen Diskussion erlangt. Ohne Flexibilisierung von Löhnen und dem Arbeitsmarkt, so der Tenor, seien deutsche Unternehmen nicht von massiver Verlagerung ihrer Produktion ins Ausland abzubringen. Die Reformpläne der rot-grünen Regierung trugen dem Rechnung in Form der ge­planten Agenda 2010. Krise und der Wahlkampf 2001/2002 lieferten der Stand­ortdebatte neue Munition. Kulminationspunkt waren dann die Lohnforderungen der ig -Metall, die auch im internationalen Vergleich und bei Inrechnungstellung des Abschlags in Verhandlungen kaum anders denn exorbitant bezeichnet werden konnten. Sie brachten den Metallern und den Gewerkschaften insgesamt den Schwarzen Peter ein. Hohe Lohnforderungen bekamen den öffentlichen Stempel des Unsozialen und Unverantwortlichen, Flexibilisierung und Lohnmäßigung dagegen ihre Weihe. Bruff liefert eine gut fundierte und zuweilen interessante Analyse der wirt­schaftspolitischen Entwicklung der Niederlande und Deutschlands, und seine vergleichende Studie bringt Besonderheiten hervor, die sich einer Einzelbetrach­tung verschließen. Etwas mehr Ausführlichkeit wäre allerdings wünschenswert gewesen, und dasselbe muss man von der Einbeziehung wirtschaftlicher Daten sagen. Wie war die Beschäftigungslage der beiden Länder denn genau, wie entwi­ckelte sie sich in den letzten Jahrzehnten, wie flexibel oder rigide waren die Ar­beitsmärkte usw.? Diese Dimension fehlt völlig im Buch. Das Gramsci-Korsett, dem Bruff anhängt, ist zu sehr auf eine einfache Klassendichotomie ausgerichtet und daher vielleicht doch ein wenig zu verstaubt für eine fruchtbare Analyse. In der empirischen Analyse des Autors bemerkt man dieses Korsett aber kaum. Uwe Becker, Universität von Amsterdam ANNEGRET BENDIEK/ HEINZ KRAMER(Hrsg.): Globale Außenpolitik der Europäischen Union. Interregionale Beziehungen und»strategische Partnerschaften« Baden-Baden 2009 Nomos, 237 S. G leich vorweg: Der Titel verspricht mehr als geboten wird. Es handelt sich um keine Gesamtschau der eu -Außenpolitik, vielmehr werden verschiedene Re­gionen und Partnerschaften ausgewählt und unterschiedlich präsentiert. Die Er­klärung der Herausgeber, warum etwa die Beziehungen zu Russland nicht behan­delt werden(hier ginge es um die Gestaltung der Ordnung in Europa, was nicht unter das Thema»globale Außenpolitik« falle) oder der herausgeberische Offen­barungseid, dass eine Darstellung der Beziehungen zu den usa einfach deshalb nicht erfolgt, weil dies zu umfangreich wäre, sind mehr als dürftig und weder wis­158 Rezensionen/Book Reviews ipg 2/2010