der Osterweiterung auf zugängliche Art zu verstehen. Die gelungene sowie notwendige Ergänzung und Verbesserung vergangener Ansätze geht über traditionelle Schulen der Forschung zur eu -Erweiterung hinaus und entwickelt neue Modelle, um eben jene»black box« der Verhandlungsrunden offenzulegen. Die ausführliche Skizzierung der Verteilungskonflikte zwischen den Mitgliedern der eu (potentiellen relativen Verlierern) und den Beitrittskandidaten hat deutlich gemacht, dass ausreichend Instrumente und Methoden vorhanden sind, um die Konflikte langfristig und erfolgreich zu lösen und die Integrationskraft der Europäischen Union weiter zu stärken. Anja Kluge, Heidelberg ANTJE STEPHAN: Die Beschäftigungspolitik der EU. Genese, Etablierung und Grenzen der EBS Baden-Baden 2008 Nomos, 390 S. L ängst hat die in ihrer Dimension historische internationale Finanzkrise auch die Güter- und Arbeitsmärkte Europas erreicht. Der eu droht ein weiterer massiver Anstieg der ohnehin beachtlich hohen Arbeitslosigkeit. Dass die aktuelle Neugestaltung der europäischen Wachstums- und Beschäftigungsstrategie, die der Europäische Rat im Jahr 2000 unter dem Namen Lissabon-Strategie ins Leben rief, nun genau in die Hochphase der weltweiten Rezession fällt, führt einmal mehr die Interdependenzen der Wirtschaftspolitiken der eu -Mitgliedsstaaten deutlich vor Augen. Angesichts globaler Krisenursachen und der grenzüberschreitenden Wirkungen der verschiedenen Interventionsinstrumente ist eine europäische Beschäftigungspolitik nötiger denn je. Die Beschäftigungspolitik der eu ist schon heute ein komplexes und bisweilen prozedural ausuferndes Politikfeld, wie Antje Stephan in ihrer Monographie zur Entstehung und Entwicklung der Europäischen Beschäftigungsstrategie ( ebs ) aufzeigt. Das umfangreiche Werk lehnt sich in seinem Aufbau eng an die Evolution des Politikfeldes an, um die aufgeworfenen Forschungsfragen nach Charakteristika, Entwicklungsdynamik, Vor- und Nachteilen sowie Erfolgen der ebs zu beantworten. Die Autorin verdeutlicht, dass europäische Beschäftigungspolitik spätestens seit der Festschreibung der Wirtschafts- und Währungsunion in den Maastrichter Verträgen und der damit verbundenen Einengung nationaler Handlungsspielräume in beschäftigungspolitisch relevanten Feldern wie Geld-, Währungs- und Fiskalpolitik eine neue Dynamik gewonnen hat. Diese deutete sich schon im richipg 3/2009 Rezensionen/Book Reviews 181
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