REZENSIONEN/BOOK REVIEWS PHILIPP FINK: Late Development in Hungary and Ireland. From Rags to Riches? Baden-Baden 2009 Nomos, 278 S. D ie gegenwärtige Weltwirtschaftskrise stellt auch die Tragfähigkeit eines in den letzten 20 Jahren prominenten und anscheinend erfolgreichen Wachstumsmodells in Frage: das Modell der von ausländischen Direktinvestitionen geleiteten, exportorientierten Entwicklung. Das hier besprochene Buch untersucht zwei Fälle für dieses Wachstumsmodell in der europäischen Peripherie: Ungarn und Irland. Beide Länder waren bis zur Wirtschaftskrise von 2008 recht erfolgreich, wenn man Erfolg am Wachstum des Bruttoinlandsprodukts( bip ) und der damit verbundenen Annäherung des Pro-Kopf-Einkommens an den europäischen Durchschnitt misst. Im Fall Irlands stieg das bip /Kopf sogar auf über 140 Prozent des Wertes der eu , womit es zum – nach Luxemburg und Norwegen – drittreichsten Land Europas wurde. Ungarns Wachstum war zwar weniger spektakulär, erlaubte aber ebenfalls einen spürbaren Aufholprozess. Philipp Finks Doktorarbeit gibt einen umfassenden Überblick über diese beiden Entwicklungsgeschichten, der historisch weit ausholt(bei Ungarn bis 1500, bei Irland bis zur Unabhängigkeit 1922), sich dabei auf die gescheiterten Industrialisierungsversuche konzentriert und die Wende zu einer Strategie der Anwerbung ausländischer Investitionen ausführlich beschreibt, um schließlich die ungleichen Wirkungen dieser Entwicklungsstrategie zu analysieren. Dieser Ansatz mag den an eher aktuellen Ergebnissen interessierten Leser abschrecken, erlaubt aber ein tieferes Verständnis der gesellschaftlichen Entwicklungsblockaden und der Möglichkeiten und Grenzen ihrer Überwindung durch eine solche Wachstumsstrategie. Problematischer ist die Tatsache, dass das Buch einen Sachstand widerspiegelt, der etwa 2003 endet. Zwar reicht die verarbeitete Literatur bis 2004(und vor allem für Irland punktuell darüber hinaus), aber die eigentliche Analyse wurde offensichtlich weitgehend 2004 abgeschlossen, was die Datenverfügbarkeit in der Regel auf 2002 begrenzt. Damit bleibt der relative Wachstumseinbruch Irlands ab 2003 einerseits und die recht ordentliche Entwicklung Ungarns im Zuge seines eu -Beitritts 2004 unberücksichtigt. Eine Ausnahme bildet 138 Rezensionen/Book Reviews ipg 4/2009
Rezension
[Rezension von: Late development in Hungary and Ireland / Philipp Fink, 2009]
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