mit der eigentlichen Rettung der Frau aus der Gefangenschaft beendet, sondern beinhaltet auch die Betreuung, die Erschaffung neuer Perspektiven sowie Hilfe bei der Verarbeitung des Erlebten. Zur Erklärung der Arbeit Solwodis sind das Vorwort von Maria Welser hilfreich wie auch die Erläuterungen zu den Fortschritten der Frauen am Ende jeder Erzählung. Insgesamt ein sehr lesenswertes Buch über den Mut und den Lebenswillen der Frauen, bei dem einem aber auch manchmal der Glaube an die Menschlichkeit abhandenkommt. Laura Griestop, Berlin SUSANNE SPAHN: Staatliche Unabhängigkeit – das Ende der ostslawischen Gemeinschaft? Die Außenpolitik Russlands gegenüber der Ukraine und Belarus seit 1991 Hamburg 2011 Verlag Dr. Kovacˇ, 447 S. D er Zerfall der Sowjetunion vor 20 Jahren ließ neue Nationalstaaten auf die internationale Bühne treten. Ihre eigenstaatlichen Traditionen waren begrenzt, so dass zeitgleich mit den politischen und wirtschaftlichen Umwälzungen auch eine Phase des intensiven»nation building« einsetzte. Der Ausgang dieses Prozesses erschien ungewiss. Nicht zuletzt ökonomische Zwänge, bedingt durch den hohen Verflechtungsgrad zwischen den einstigen Sowjetrepubliken, sprachen für eine baldige Re-Integration des nunmehr postsowjetischen Raums. Zumindest im Kernbereich der untergegangenen UdSSR, in den drei ostslawischen Republiken Belarus, Russland und in der Ukraine wirkte die Implosion des Imperiums auf viele wie ein Betriebsunfall. Doch die alte, aus dem 17. Jahrhundert stammende Idee der ostslawischen Gemeinschaft konnte keine hinreichende integrative Kraft entfalten. Die beiden westlichen Nachbarn bewahrten ihre Souveränität, ungeachtet der vielfach beschworenen Konstrukte von gemeinsamer Geschichte, Kultur und Mentalität. Die Gründe dafür sucht und findet Susanne Spahn in ihrer Dissertation, die angesichts der Eindeutigkeit ihrer Befunde das Fragezeichen im Titel ein wenig zu Unrecht trägt. Der Schwerpunkt der Arbeit liegt – ebenfalls im leichten Widerspruch zum Titel – auf den Jahren zwischen 2000 und 2008. Ihre theoretische Basis – Spahn bezeichnet diese als»moderaten Konstruktivismus« − wird lediglich in einer knappen Fußnote(S. 15) angedeutet. Dabei zeichnet sich dieser Ansatz offenbar dadurch aus, dass genau zu bestimmen ist, ab wann ein»Volk« ein Volk ist 180 Rezensionen/Book Reviews ipg 4/2011
Rezension
[Rezension von: Staatliche Unabhängigkeit - das Ende der ostslawischen Gemeinschaft? / Susanne Spahn, 2011]
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