Aufsatz 
Zur politischen Ökonomie post-nationalstaatlicher Konflikte : Review Essay
Entstehung
Einzelbild herunterladen
 

Zur politischen Ökonomie post-nationalstaatlicher Konflikte MICHAEL EHRKE REVIEW ESSAY Mats Berdal und David M. Malone(Hg.), Greed and Grievance. Economic Agendas in Civil Wars, Boulder/London 2000 Frances Stewart und Valpy FitzGerald(Hg.), War and Underdevelop­ment I. The Economic and Social Consequences of Conflict, Oxford 2001 Francois Jean und Jean-Christophe Rufin(Hg.), Ökonomie der Bürger­kriege, Hamburg 1999(Original Paris 1996) Georg Elwert, Gewaltmärkte. Beobachtung zur Zweckrationalität der Gewalt, in: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, Son­derheft 37, 1997 Paul Collier und Anke Hoeffner, Greed and Grievance in Civil War World Bank, Oktober 2001 Trutz von Trotha, Die Zukunft liegt in Afrika. Vom Zerfall des Staates, von der Vorherrschaft der konzentrischen Ordnung und vom Aufstieg der Para­staatlichkeit, in: Maecenata Actuell 2001 N ach dem Sieg der Amerikaner über das Taliban-Regime in Afghanis­tan haben sich die Industrieländer zur Hilfe beim Wiederaufbau des Landes verpflichtet. De facto wird die internationale Gemeinschaft kaum mehr leisten können, als einen»normalen« Staat Afghanistan zu simulie­ren, der sich wie in den Zeiten der sowjetischen Besatzung auf eine Si­cherheitszone in und um Kabul reduziert. Zwanzig Jahre Bürgerkrieg ha­ben eine Ökonomie sui generis geschaffen, deren Fortexistenz mit dem inneren Frieden des Landes und seiner friedlichen Einbindung in die re­gionale und internationale Wirtschaft unvereinbar ist. 1 Afghanistan ist aber nur eines von vielen Ländern, deren Ökonomie durch langdauernde »low-intensity«-Konflikte nachhaltig verändert wurde. In den letzten 1. S. Barnett Rubin,»The Political Economy of War and Peace in Afghanistan«, in: World Development , Herbst 2000 ipg 3/2002 Ehrke, post-nationalstaatliche Konflikte 135