REVIEW ESSAY Rom ist überall, oder: Die USA sind kein Imperium, und Europa gehört die Zukunft! Ernst-Otto Czempiel, Weltpolitik im Umbruch. Die Pax Americana, der Terrorismus und die Zukunft der internationalen Beziehungen, München 2002, C. H. Beck, 230 S. Charles Kupchan, Die europäische Herausforderung. Vom Ende der Vorherrschaft Amerikas, (Original: The End of the American Era. u.s. Foreign Policy and the Geopolitics of the Twenty-First Century. New York 2002. Alfred A. Knopf), Berlin 2003, Rowohlt, 320 S. Harald Müller, Supermacht in der Sackgasse? Die Weltordnung nach dem 11. September, Frankfurt 2003, Fischer, 288 S. Emmanuel Todd, Weltmacht USA. Ein Nachruf, (Original: Après l’empire. Essai sur la décomposition du système américain. Paris, 2002. Gallimard), München 2003, Piper, 264 S. D ie Vereinigten Staaten sind die größte Militärmacht. Sie besitzen die stärkste Volkswirtschaft und die Leitwährung. Ihre Kultur strahlt in alle Welt. Aber zu was macht sie das? Zu einer Führungsmacht in einer unipolaren Welt, wie sie bei Robert Kagan in einer auf das Militärische verengten Sicht angelegt ist? Zu einem klassischen Hegemon, also einer Macht, die die Weltwirtschaftsordnung aufrechterhält? Oder zu einem»Hegemon neuen Typs«(S. 17), der durch Demokratie und Liberalismus weltweiten Einfluss besitzt, wie Zbigniew Brzezinski vorschlägt? 1 Einen Begriff hat man dabei in den Vereinigten Staaten lange Zeit von sich gewiesen: Ein Imperium wollte man unter keinen Umständen sein. Denn in diesem Wort schwingt der Kampfbegriff»Imperialismus« aus dem 19. Jahrhundert mit, und entsprechend wird»empire« meist negativ gebraucht – wie etwa in Chalmers Johnsons Buch»Blowback: The Costs and Consequences of the American Empire«, 2 oder in Ikenberrys Warnung vor der»imperial ambition«. 3 Auch in dem 1. Zbigniew Brzezinski, Die einzige Weltmacht. Amerikas Strategie der Vorherrschaft . Frankfurt, 1999. Fischer, 307 S.(Original: The Grand Chessboard. American Primacy and Its Geostrategic Imperatives . New York, 1997. Basic Books, 240 pp.). 2. Chalmers Johnson, Ein Imperium verfällt. Ist die Weltmacht USA am Ende? München, 2001. Goldmann, 320 S.(Original: Blowback. The Costs and Consequences of the American Empire . New York, 2000. Metropolitan). ipg 1/2004 Review Essay 189
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Rom ist überall, oder: Die USA sind kein Imperium, und Europa gehört die Zukunft : Review essay
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