Aufsatz 
Suche nach Wegen im Dickicht : nationale Interessen zwischen Staatenwelt und Weltgesellschaft
Entstehung
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Suche nach Wegen im Dickicht: Nationale Interessen zwischen Staatenwelt und Weltgesellschaft JOSCHA SCHMIERER »9/11 was like a flash of lightning on a summer evening, which suddenly illuminates new landscape and then goes dark again and youve got to pick your way through it. And thats where we are now.« joseph nye 1 I n der politischen Analyse sollte man sich vor nichts mehr hüten, als vor einem leichtsinnigen Gebrauch des Wörtchens»wieder«, sei es als Prä­fix oder Adverb. Der Eindruck eines»déjà vu«, bevor man eine Situation überblickt hat, kann nur in die Irre führen, wenn es darauf ankommt zu erkennen, was so noch nie da gewesen ist. Von Normalisierung zu spre­chen, wenn eine neue Situation neue Einsichten verlangt, muss abstump­fen. So oft nach 1989 in Deutschland von» Wieder vereinigung«, von » Wieder herstellung des deutschen Nationalstaates« und» Wieder erlan­gung der vollen nationalen Souveränität«, von» Rück kehr in die Mittel­lage« und von» Wieder kehr der Normalität« die Rede war, so schwer tat sich die deutsche Außenpolitik in den 1990er Jahren mit der Erfahrung, dass nach 1989 vollends alles anders wurde, als es in der Tradition deut­scher Außenpolitik vorgesehen war. 2 Aspekte einer revolutionären Umwälzung Die Bundesrepublik war in die beginnende Blockkonfrontation hinein gegründet worden. Doch nach 1989 gab es keine Rückkehr in alte Bah­1. In einer Diskussion des»Council on Foreign Relations«, Ende September 2003. 2. Als ein Beispiel für viele»Wiedergänger«:»Seit 1990 hat Europa wieder einen Mit­telpunkt: Deutschland.« Mit diesem ersten Satz des ersten Kapitels schlägt Gregor Schöllgen auf S. 11 den Ton an für Der Auftritt. Deutschlands Rückkehr auf die Welt­bühne , Berlin 2003. ipg 1/2004 Schmierer, Zwischen Staatenwelt und Weltgesellschaft 53