ARTIKEL /ARTICLES Imperial Presidency Revisited – George W. Bushs republikanisches Gottesgnadentum* CLAUS LEGGEWIE »Über uns: nur der Himmel« Slogan der Bush-Kampagne 2000 Fragesteller:»Zum ersten Mal habe ich das Gefühl, dass Gott im Weißen Haus ist«. Präsident Bush:»Ich danke Ihnen«. Wortwechsel beim Town Hall Meeting im Präsidentschaftsduell 2004 D ie wenigsten Europäer konnten sich einen erneuten Wahlsieg von George W. Bush vorstellen, weil sie sich dieses Ergebnis nicht vorstellen wollten . Dabei war vorhersehbar, dass John F. Kerry trotz einer bemerkenswerten Anstrengung nicht genügend Amerikaner mobilisieren würde; vor allem religiös orientierte Wähler haben Bush im Weißen Haus bestätigt und die bis dato knappe republikanische Mehrheit in beiden Häusern des Kongresses gestärkt. Diese Wählerbasis des»roten Amerika« wird nun erstaunt zur Kenntnis genommen, als wäre der religiöse Faktor erst unter der Bush-Administration stark geworden.»Amerikas seltsamer Platz« auf der Weltkarte normativer Orientierungen(mit starken traditionalen und Selbstverwirklichungswerten 1 ) ist immer wieder herausgestrichen worden, 2 und sie ist für das Verständnis der politischen Kultur der Vereinigten Staaten elementar. So lag auf der Hand, dass die Entscheidung am 2. November 2004 innerhalb des religiösen Lagers fallen würde – zwischen dem heutigen(fun* Das Manuskript für diesen Beitrag wurde am 18. November 2004 fertiggestellt. 1. Vgl. The Economist 11.1.2003, nach http://kermit.cc/categories/politics/2003/01/13. html. 2. Vgl. dazu den guten historischen und aktuellen Überblick bei Rainer Prätorius, In God We Trust. Religion und Politik in den USA , München 2003 und die Beiträge in Michael Minkenberg/Ulrich Willems(Hrsg.), Politik und Religion , pvs -Sonderheft 33/2002. ipg 1/2005 Leggewie, Imperial Presidency Revisited 9
Aufsatz
Imperial presidency revisited : George W. Bush's republikanisches Gottesgnadentum
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