REVIEW ESSAY Paradoxie der Supermacht THOMAS KRUMM Benjamin Barber, Imperium der Angst. Die USA und die Neuordnung der Welt , München 2002, C.H. Beck, 276 S. Peter Bender, Weltmacht Amerika. Das Neue Rom , Stuttgart 2003, KlettCotta, 295 S. Sabine Busse, Europa blickt auf Amerika – und umgekehrt? Die Neue Transatlantische Agenda als Grundlage einer effektiven Partnerschaft , Bonn 2003, Europa Union Verlag, 112 S. Seymour Martin Lipset, The First New Nation. The United States in Historical and Comparative Perspective , New Brunswick, London 2003[1963], Transaction Publishers, 366 S. M it dem Aufstieg der usa zur einzig verbliebenen Supermacht hat sich auch ihr Verhältnis zu Europa verändert. Insbesondere das»alte« Europa ist für die Amerikaner weniger wichtig geworden. Umgekehrt hat sich die Skepsis nicht nur der»alten« Europäer gegenüber der Außenpolitik und der Führungsrolle der usa verstärkt. Die»Wertekluft« zwischen den usa und Europa ist so präsent wie selten zuvor. Die These der transatlantischen»Kluft« wird einer Umfrage von»Transatlantic Trends« zufolge von der öffentlichen Meinung auf beiden Seiten des Atlantiks weitgehend geteilt. Der Frage, ob Europäer und Amerikaner unterschiedliche soziale und kulturelle Werte besitzen, wurde 2003 in den usa von 83 Prozent und in Europa von 79 Prozent der Befragten zugestimmt. 1 Dennoch gewinnt gegenwärtig auch die Wahrnehmung gemeinsamer Interessen und Lagen an Bedeutung. Während die Differenzen zwischen den usa und Europa zunehmen, wachsen gleichzeitig auch die Gemeinsamkeiten, weil sich die Unterschiede zwischen den usa und Europa auf der einen Seite und dem»Rest der Welt« auf der anderen schärfer konturieren. 2 Der Eindruck des Endes der»transatlantischen Epoche« wird dadurch wieder 1. Vgl. www.transatlantictrends.org. 184 Review Essay ipg 4/2005
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