Aufsatz 
Rückkehr zum Kalten Krieg? : Das russländisch-amerikanische Zerwürfnis über die Raketenabwehr in Osteuropa
Entstehung
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ARTIKEL /ARTICLES Rückkehr zum Kalten Krieg? Das russländisch-amerikanische Zerwürfnis über die Raketenabwehr in Osteuropa GERHARD MANGOTT/ MARTIN SENN D as jüngste Aufflackern der Kontroverse um die Stationierung von Komponenten des us -amerikanischen Raketenabwehrsystems in Polen und der Tschechischen Republik hat die Erinnerung an die rüs­tungspolitische Vergangenheit Europas wieder jäh ins Gedächtnis euro­päischer Eliten und Bevölkerungen gerufen. Die Drohungen der militä­rischen und politischen Führungseliten Russlands, den Plänen der usa mit einem Ausstieg aus dem 1987 abgeschlossenen inf -Vertrag(Interme­diate Range Nuclear Forces Treaty) sowie der Designation der Anlagen als potenzielle Ziele eines nuklearen Zweitschlages zu begegnen, gaben den usa wie Europa zu verstehen, dass Russland nach eineinhalb Deka­den der politischen und wirtschaftlichen Paralyse nun(wieder) fähig und entschlossen ist, den sicherheits- und verteidigungspolitischen Ambitio­nen der usa entgegenzutreten. Ballistische Raketenabwehr in Europa die Bedrohung? Als Teil des Ground Based Midcourse Defense System, also eines Rake­tenabwehrsystems, das feindliche ballistische Trägermittel in der Mitte der Flugbahn abwehren soll, planen die usa die Stationierung einer X-Band-Radarstation im tschechischen Jince und 10 silogestützter Ab­fangraketen(Interzeptoren) im polnischen Koszalin. Das Vorhaben soll 2008 begonnen und bis 2011 abgeschlossen werden, wobei sich die Kos­ten auf geschätzte 1,6 Milliarden us -Dollar belaufen werden. Als offizielle Begründung für dieses Stationierungsvorhaben führt Washington eine potenzielle Bedrohung der usa durch iranische Lang­streckenraketen an. Diese Begründung erweist sich jedoch als unglaub­würdig. Auch wenn die politische und militärische Führung in Teheran oft und gerne die Errungenschaften iranischer Raketentechnik zur Schau stellt, so ist die Kapazität an Raketen mit größeren Reichweiten be­schränkt und eine icbm -Kapazität noch in weiter Ferne. Zwar betont ipg 3/2007 Mangott/Senn, Raketenabwehr 11