Aufsatz 
Jonny Hinrichsen
(1868-1944)
Entstehung
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125 Peter Gohle Jonny Hinrichsen(1868 1944) Die Biographie von Jonny Hinrichsen 1 liegt für die erste Lebenshälfte sowie bezüglich seines Schicksals nach 1933 in weiten Teilen im Dun­keln, was vor allem durch die Quellenverluste während der nationalso­zialistischen Diktatur und durch die Kriegsereignisse bedingt ist. Le­diglich für die Zeit zwischen 1908 und 1933 sind wichtige Eckpunkte seines privaten und politischen Lebens sowie seiner beruflichen Tätig ­keit fassbar. Hinrichsen wurde am 14. November 1868 in Hamburg geboren. Über seinen Familienhintergrund ist nichts bekannt, es scheint aber nahelie­gend, diesen im handwerklichen oder seemännisch-proletarischen Mi­lieu zu verorten. Wahrscheinlich in den 1880er Jahren lernte er in Ham­burg das Zimmererhandwerk. In diesem Zeitraum oder bald danach schloss er sich vermutlich dem 1883 gegründeten Zentralverband der Zimmerer Deutschlands an, dessen Hauptsitz in Hamburg war. Wohl nach der Aufhebung des Sozialistengesetzes 1890 trat er auch der SPD bei. Um das Jahr 1900 übersiedelte er nach Berlin. Bis 1934 sind in den Berliner Adressbüchern und im Melderegister mehrere Wohnsitze 1 Zur Biographie von Jonny Hinrichsen vgl.: AdsD, SPD-Parteivorstand, Archiv und Bibliothek, AdsD Nachlass Friedrich Salomon; Bundesarchiv Berlin, R 58 Reichssi­cherheitshauptamt; Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz Berlin, Rep. 178B Geheimes Staatsarchiv; Landesarchiv Berlin, B Rep. 021 Einwohnermeldeamt. Der Zimmerer. Organ des Zentralverbandes der Zimmerer und Verwandter Berufsgenossen Deutschlands, Hamburg, Berlin, Jahrgänge 1908-1920; Handbuch des Vereins Arbei­terpresse, 3(1914), Leipzig 1914; Handbuch des Vereins Arbeiterpresse, 4(1927), Ber­lin 1927; Jahrbuch der deutschen Sozialdemokratie, hrsg. v. Vorstand der Sozialdemo­kratischen Partei Deutschlands, Berlin 1927- 1932. Jonny Hinrichsen, Das Parteiarchiv, in: Sozialistische Monatshefte 34(1928), S. 117; Mario Bungert,Zu retten, was sonst unwiederbringlich verloren geht. Die Archive der deutschen Sozialdemokratie und ihre Geschichte, Bonn 2002; Paul Mayer, Die Geschichte des sozialdemokratischen Parteiarchivs und das Schicksal des Marx-Engels-Nachlasses, in: Archiv für Sozialge­schichte, 6/7(1966/67); Rüdiger Zimmermann, Das gedruckte Gedächtnis der Arbeiter­bewegung bewahren. Die Geschichte der Bibliotheken der deutschen Sozialdemokra­tie, 3. erw. Aufl. Bonn 2008.