41 Christoph Stamm Werner Blumenberg(1900 – 1965) Werner Blumenberg kam am 21. Dezember 1900 in Hülsede(heute Landkreis Schaumburg/ Niedersachsen) als Sohn des evangelischen Pfarrers Wilhelm Blumenberg und dessen erster Ehefrau Sophie geborene Weber zur Welt. Mit insgesamt elf Geschwistern wuchs Blumenberg ab 1904 im Pfarrhaus der Aegidienkirche in Hannover auf. Dem Vernehmen nach war der Vater wohl ein Familienpatriarch, aber offen für freiheitlich-demokratisches Gedankengut. Während des Ersten Weltkriegs wurde Werner Blumenberg 1917/18 zum landwirtschaftlichen Hilfsdienst verpflichtet, konnte aber 1918 die Schule mit dem Notabitur abschließen und wurde kurz vor Kriegsende noch zur Feldartillerie eingezogen. Ab Februar 1919 studierte Blumenberg in Marburg Theologie, Religionsgeschichte und orientalische Sprachen und engagierte sich in der demokratischen Studentenbewegung. Blumenberg glaubte dem Schutz der jungen Republik zu dienen, indem er sich dem„Studentenkorps Marburg“ anschloss. Diese Freiwilligenformation wurde im März 1920 nach Thüringen transportiert, um gegen Arbeiter vorzugehen, die sich als Reaktion auf den Kapp-Lüttwitz-Putsch bewaffnet hatten und nun die Revolution von 1918 in ihrem Sinne vollenden wollten. Die Einheit Blumenbergs, die„Volkskompanie“, der auch der spätere Bundespräsident Gustav Heinemann und der spätere Bundesminister Ernst Lemmer angehörten, kam aber nicht dazu, einen Schuss abzufeuern. Im Laufe des Jahres 1920 machte Blumenberg, möglicherweise im Zusammenhang mit diesen Vorgängen, offenbar eine innere politische Wandlung durch. Er trat in die SPD ein, verließ die Studentenverbindung und wechselte an die Universität Göttingen. Im Rahmen seines Studiums beschäftigte sich Blumenberg nun zusätzlich mit Philosophie und Schriften zum Sozialismus. Da es für den Vater in der Inflation und mit der großen Familie nicht mehr möglich war, Blumenberg in Göttingen finanziell ausreichend zu unterstützen, kehrte dieser 1922 nach Hannover zurück. Er schloss zwar
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