306 Heinrich Gemkow Olga Konstantinowna Senekina(1903 – 2002) Olga K. Senekina war Archivarin und Forscherin, Autorin und Editorin von hohen Graden; 1 sie war Ansprechpartnerin und Beraterin unzähliger in- und ausländischer Benutzerinnen und Benutzer des Zentralen Parteiarchivs(ZPA) im Institut für Marxismus-Leninismus beim ZK der KPdSU(IML) in Moskau, vor allem aber Hüterin eines der größten Archivschätze: der literarischen Teilnachlässe von Karl Marx und Friedrich Engels. Sie wurde am 6. Juli 1903 in der Ortschaft Sawod Ponisowkin am Oberlauf der Wolga im Gouvernement Jaroslaw geboren. Ihre Schulbildung erhielt sie in Samara sowie in Simbirsk. Anschließend arbeitete sie von 1920 bis 1926 als Bibliothekarin, zuletzt in der Bibliothek der Exekutive der Kommunistischen Internationale in Moskau. Dort absolvierte sie ein Abendstudium an der ethnologisch-linguistischen Fakultät der Moskauer Staatlichen Lomonossow-Universtität und schloss es mit einem Diplom ab. 1927 wurde Senekina Mitarbeiterin im Lenin-Institut, bearbeitete dort den Band 26 der Lenin-Werke. Im 1931 vereinigten Marx-Engels-Lenin-Institut wirkte sie im Sektor Kommunistische Internationale an einer Dokumentenpublikation über den I. Kongress der Komintern mit und eignete sich grundlegende editorische Kenntnisse an. 2 Inzwischen mit einem Korrespondenten der„Prawda“ bzw. der Nachrichtenagentur TASS verheiratet, weilte sie im Sommer 1933 als Pressereferentin der Sowjetischen Handelsvertretung einige Monate in Berlin, wo sie Zeugin des beginnenden nationalsozialistischen Terrors wurde. Ab 1934 arbeitete sie drei Jahre in Wien. Nach ihrer Rückkehr war sie ein1 Vgl.: Die Marx-Engels-Werkausgaben in der UdSSR und der DDR(1945–1968), Hamburg 2006, S. 513. 2 Vgl.: Ol’ga Konstantinovna Senekina – eine Mitarbeiterin des IMEL erinnert sich, in: Stalinismus und das Ende der ersten Marx-Engels-Gesamtausgabe(1931–1941), Berlin 2001, S. 391-397.
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