34 Hans-Holger Paul Karl-Heinz Bippig(1935 – 1987) Am 5. September 1935 wurde Karl-Heinz Bippig als Sohn eines Lehrers in Kassel geboren. Nach dem Abitur studierte er in Marburg Geschichte und Latein, später bei Wolfgang Abendroth, den er hoch achtete, Politikwissenschaft. Erste Erfahrungen mit Bibliotheken sammelte Bippig während des Studiums im Jahre 1963 als zeitweiliger Mitarbeiter in der Bibliothek des Hessischen Instituts für Lehrerbildung. Er selbst durchlief keine Ausbildung als Diplom- oder wissenschaftlicher Bibliothekar, sondern eignete sich als Autodidakt Schritt für Schritt die wichtigsten Grundlagen des bibliothekarischen Arbeitens an. 1967 arbeitete er erstmals als Hilfskraft für die IG Metall, wurde ein Jahr später zunächst befristet und einige Monate später fest in der Bibliothek der IG Metall angestellt, wo er sehr rasch das Zepter in die Hand nahm. Bippig versuchte zunächst parallel zur Arbeit, teilweise mit den Beständen der IG Metall, seine Doktorarbeit über„Probleme der Organisation und Integration des DMV vor 1914“ zu schreiben; letztlich gab er die Arbeit jedoch trotz umfangreicher Vorarbeiten nicht als Dissertation ab. Die Ausstattung der IG Metall-Zentralbibliothek war zu dieser Zeit eher bescheiden. Sie wurde in erster Linie als interne Dienstleistungseinrichtung begriffen, bei der sich die Gewerkschaftssekretäre mit Literatur versorgen konnten. Ein geordnetes Ausleihverfahren war nach anfänglichen Schwierigkeiten durchgesetzt worden. Hier glich die Bibliothek zu Beginn den entsprechenden Einrichtungen bei den anderen Gewerkschaften, einschließlich der Bibliothek des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts des DGB(WSI). Allerdings wurde die IG Metall-Bibliothek immer auch von Externen genutzt, hauptsächlich von Studenten und Studentinnen. Dabei konnte die Zentralbibliothek auf eine lange historische Tradition verweisen. Bereits ein Jahrzehnt nach Schaffung der Zentraleinrich-
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