Aufsatz 
Carl Grünberg
(1861 - 1940)
Entstehung
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92 Christoph Stamm Carl Grünberg(1861 1940) Carl Grünberg wurde am 10. Februar 1861 in Fos ς ani in Rumänien als Sohn österreichischer Eltern jüdischen Glaubens geboren. Der Vater starb, als Grünberg vier Jahre alt war. Über den Beruf des Vaters und die sozialen Verhältnisse der Familie sind in der verfügbaren Literatur keine genaueren Angaben zu finden. 1 Nach der Elementarschule in seinem Geburtsort besuchte Grünberg das Gymnasium in Czernowitz in der damals österreichischen Bukowina, wo er 1881 die Matura er­langte. Ab Oktober desselben Jahres studierte Grünberg in Wien. Seinen Le­bensunterhalt als Student musste er selbst verdienen. Seine wichtigsten akademischen Lehrer in Wien waren der Staatsrechtler und Nationalö­konom Lorenz von Stein und Anton Menger, der einen Lehrstuhl für österreichisches Zivilprozessrecht innehatte, darüber hinaus aber um­fassend sozialpolitisch und nationalökonomisch interessiert war und alsKathedersozialist galt. Stein und Menger war bei allen Unter­schieden gemeinsam die Verknüpfung von Rechts- und Sozialwissen­schaft, und wenn Grünberg auch die juristische Starrheit in der Be­griffsbildung seiner Lehrer ablehnte, so behielt er Zeit seines Lebens eine Sensibilität für juristische Argumentationsstrukturen bei. 1886 schloss Grünberg mit der Promotion zum Dr. jur. sein Studium ab. Bis 1900 verfolgte er dann zwei Laufbahnen nebeneinander: Im praktisch-juristischen Bereich bestand er nach Gerichtsjahr und Konzi­pientenjahren 1890 die Advokatursprüfung, betrieb 1893 1897 eine 1 Dies gilt auch für die ansonsten ausführliche biographische Darstellung von Günther Nenning, Biographie C. Grünberg, in: Indexband zum Archiv für die Geschichte des Sozialismus und der Arbeiterbewegung, Graz Zürich 1983, S. 3-224. Vgl. auch: Deut­sche Biographische Enzyklopädie, hrsg. v. Walther Killy u. Rudolf. Vierhaus, Bd. 4 Gies Hessel, München[u.a.] 1996, S. 211; Österreichisches biographisches Lexikon 1815 1950, hrsg. von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, 6. Lfg. Glaessner Grzybowski, Graz[u.a.] 1957, S. 88.