Aufsatz 
Lothar Groll
(1929 - 1984)
Entstehung
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89 Heinz Sommer Lothar Groll(1929 1984) Lothar Groll gehörte zu den herausragenden Bibliothekaren, die an der Entwicklung der Bibliothek des Instituts für Marxismus-Leninismus beim ZK der SED zur größten sozialwissenschaftlichen Spezialbiblio­thek der DDR maßgeblich beteiligt waren. Er wurde am 17. August 1929 als Sohn einer Arbeiterfamilie in Erfurt geboren. Dort besuchte er die Grund- und Oberschule. Nach dem Abitur begann 1949 sein biblio­thekarischer Werdegang mit einem Praktikum an der Stadtbibliothek Erfurt, an das sich das Studium an der Fachschule im Zentralinstitut für Bibliothekswesen anschloss, wo er 1951 sein Examen ablegte. Seine wissenschaftliche Ausbildung vervollständigte er in den Jahren 1955 bis 1963 durch ein Fernstudium an der Humboldt-Universität Berlin, das er als Diplomhistoriker abschloss. Bereits seit 1949 war Lothar Groll in der Freien Deutschen Jugend aktiv. 1954 wurde er Mitglied der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands. Am 1. Oktober 1951 trat Lothar Groll in die Bibliothek des damaligen Marx-Engels-Lenin-Instituts beim Parteivorstand der SED, dem spä­teren Institut für Marxismus-Leninismus beim ZK der SED, ein. Der junge, vielseitig begabte Bibliothekar, der durchaus auch Freundschaft und Geselligkeit schätzte, zeichnete sich hier durch ein enormes Ar­beitspensum, ein glänzendes Organisationstalent und seine hohe Ver­antwortungsbereitschaft aus. Schon bald entwickelte er sich zu einem ausgezeichneten Fachmann auf dem Gebiet des Bestandsaufbaus und der Bestandserschließung. Die Leitung der Abteilung übertrug ihm 1963 die Führung eines Sektors und berief ihn 1973 zum Stellvertre­tenden Abteilungsleiter. Lothar Grolls besonderes Anliegen war es, Fachwissen und Erkenntnisse seiner Arbeit an Kollegen zunächst in in­ternen Lehrgängen, später aber auch im Rahmen des Bibliothekswe­sens der DDR weiterzugeben. So unterrichtete er vielfach in Lehrgän­gen zur alphabetischen Katalogisierung und engagierte sich bei der Einführung modernisierter Titelaufnahmeregeln.