292 Andrea Bahr Max Schippel(1859 – 1928) Max Schippel 1 wurde am 6. Dezember 1859 als Sohn eines Schuldirektors in Chemnitz geboren. Nachdem er von 1869 bis 1877 das Realgymnasium in seiner Heimatstadt besucht hatte, studierte er bis 1884 in Leipzig, Berlin und Basel Philosophie und Staatswissenschaften. Während seines Studiums war Schippel ein Anhänger des Staatssozialisten Johann Karl Rodbertus-Jagetzow und wurde außerdem stark beeinflusst von Albert Schäffle und Adolph Wagner. Nach dem Ende seines Studiums übernahm Schippel zunächst eine Stelle bei der Handelskammer in Dresden(1885-1886), ehe er 1886 von Paul Singer als leitender Redakteur zum„Berliner Volksblatt“ berufen wurde. 1886 trat er der Sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands(SAPD) bei. 2 In Berlin schloss sich Schippel der radikal-marxistischen Strömung der Partei an, die später als„Berliner Opposition“ oder schlicht„Die Jungen“ bezeichnet wurde. Diese Gruppierung distanzierte sich vom reformerisch-legalistischen Kurs der Reichstagsfraktion und der Parteiführung, den diese eingeschlagen hatten, um auch unter den restriktiven Bedingungen des Sozialistengesetzes fortbestehen und agieren zu können. Die„Jungen“ forderten jedoch„eine der revolutionären Lage entsprechende, sich auf die bevorstehende ökonomische und soziale Katastrophe einstellende Taktik“. 3 Im Sinne dieser Forderungen formte 1 Zur Biographie von Max Schippel vgl. vor allem: Paul Kampffmeyer, Max Schippel, in: Sozialistische Monatshefte, 34(1928) 7, S. 587-594; Robert Schmidt, Max Schippel im Dienst der Arbeiterbewegung, in: Ebd., S. 595-598. 2 Abweichend gibt Wilhelm Heinz Schröder das Jahr 1884 als Eintrittsdatum an, wahrscheinlicher ist jedoch 1886, da Schippel selbst von diesem Jahr als Ende seiner Wandlung zum Sozialdemokraten spricht. Vgl. Wilhelm Heinz Schröder, Sozialdemokratische Parlamentarier in den deutschen Reichs- und Landtagen 1867 – 1933. Biographien, Chronik, Wahldokumentation. Ein Handbuch, Düsseldorf 1995, S. 720. 3 Kampffmeyer, S. 590.
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