316 Kurt Metschies Josef Stammhammer(1847 – 1922) Zu den bedeutendsten Bibliographen von Literatur aus der Frühgeschichte der Arbeiterbewegung dürfte ohne Zweifel der österreichische Bibliothekar Josef Stammhammer 1 gehören. Bis heute ist seine dreibändige„Bibliographie des Socialismus und Communismus“, Jena 1893-1909, ein Standardwerk. Über sein Leben und sein berufliches Wirken sind nur wenige Daten bekannt. Josef Paul Eduard Stammhammer wurde am 13. Januar 1847 als Sohn eines Eisenhändlers in Wien geboren. Nach Absolvierung des Wiener Josephstädter Gymnasiums nahm er zunächst in den Jahren 1866 bis 1868 ein Medizinstudium und von 1866 bis 1869 das Geschichts- und Germanistikstudium an der Universität Wien auf. Anschließend widmete sich Stammhammer vornehmlich geschichtswissenschaftlichen und germanistischen Forschungen(so unter anderem einer Studie zur Geschichte des Schlosses Leesdorf bei Baden/Wien und zum Verhältnis von Lied und Sage in den Nibelungen-Dramen seit 1850). Von 1878 bis 1904 wirkte er als Bibliothekar des 1841 gegründeten Juridischpolitischen Lesevereins zu Wien. 2 Neben der Pflege kultureller und gesellschaftlicher Interessen seiner Mitglieder, vornehmlich von Juristen aber auch anderer akademisch gebildeter Bürger, hatte der Lese1 Peter R. Frank, Josef Stammhammer in Österreichisches Biographisches Lexikon 1850–1950. Hrsg. v. der Öster. Akad. der Wiss., 59. Lfg, Wien 2007, S. 85-86; Ders., Josef Stammhammer, in: Lexikon des gesamten Buchwesens, Lfg 51, Sp.-Ste. Bd. 7, Stuttgart 2005, S. 209; Josef Stammhammer, in: Deutsch-Österreichisches Künstlerund Schriftsteller-Lexikon, Bd.1, Wien 1902, S. 473; Josef Paul Eduard Stammhammer, in: Deutschlands, Österreich-Ungarns und der Schweiz Gelehrte, Künstler und Schriftsteller in Wort und Bild, Hannover 1908, S. 482; Frank, Von Verdrängen, Vergessen und Freudschem Versprecher. Der Österreichische Bibliograph Josef Stammhammer, in: Aus dem Antiquariat. Beilage zum Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel Nr. 87 vom 30.10.1998, S. A708-A709. 2 Vgl. Wilhelm Brauneder, Leseverein und Rechtskultur. Der Juridisch-politische Leseverein zu Wien 1840 bis 1990, Wien 1992. Darin über Josef Stammhammers Tätigkeit im Leseverein.
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten