Aufsatz 
Karl Raloff
(1899-1976)
Entstehung
Einzelbild herunterladen
 

254 Gerd Callesen Karl Raloff(1899 1976) Karl Raloff, geboren am 4. Juni 1899, wuchs in einer sozialdemokra­tischen Arbeiterfamilie im Hamburg-Altonaer Stadtteil Ottensen auf. 1916 trat er dem Arbeiterjugendverband bei, ebenso dem Zen­tralverband der Angestellten und 1917 der SPD. 1917 wurde er zum Militärdienst eingezogen und diente an der Ost- und Westfront. Raloff wurde im November 1918 zum Soldatenrat seines Truppenteils ge­wählt. Seit Frühjahr 1919 arbeitete er als Journalist an verschiedenen kleineren sozialdemokratischen Zeitungen. 1921/1922 besuchte er einen Volks­hochschulkurs an der Internationalen Heimvolkshochschule in Hel­singör in Dänemark. In dieser Zeit knüpfte er Verbindungen zu Mit­gliedern des sozialdemokratischen Jugendverbandes Dänemarks (DsU), so zu dem späteren Parteivorsitzenden und Ministerpräsidenten Hans Hedtoft. Er veröffentlichte verschiedene Artikel in dänischen Pu­blikationen, unter anderem 1922 einen der USPD gegenüber stark kri­tischen Diskussionsartikel in der Monatszeitschrift der dänischen Par­tei,Socialisten. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland hielt er den Kontakt nach Dänemark aufrecht. Neben seiner Mitgliedschaft im Jugendverband, wo er lebenslange Freundschaften schloss und auch seine spätere Frau traf, arbeitete er für die sozialdemokratische Presse, seit 1923 beimVolkswillen in Hannover; 1928 wurde er der politische Chefredakteur der Zeitung. Raloff war jedoch auch in anderen Organisationen tätig. 1924 war er Mitgründer des Reichsbanners in der Stadt Hannover und wurde stell­vertretender Gauvorsitzender in der Provinz Hannover. Seit 1925 war er Mitglied des SPD-Parteivorstandes in Hannover und insbesondere für die Bildungsarbeit zuständig. Seit 1928 kandidierte er für den preu­ßischen Landtag bzw. für den Reichstag und wurde im Juli 1932 in den Reichstag gewählt. Er schloss sich spätestens dort dem aktivistischen Flügel um Mierendorff und Schumacher an.