Aufsatz 
Ralph Haswell Lutz
(1886 - 1968)
Entstehung
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177 Ottokar Luban Ralph Haswell Lutz(1886 1968) Die Rettung eines wichtigen Teils des Rosa-Luxemburg-Mathilde­Jacob-Nachlasses ist dem US-amerikanischen Juristen und Histori­ker Ralph H. Lutz von der Hoover Institution on War, Revolution, and Peace in Stanford, Kalifornien, USA zu verdanken. Durch Ver­mittlung der in die USA emigrierten Sozialistin Angelica Balabanoff suchte er im Juni 1939 in Berlin die vormalige Sekretärin und Freun­din Rosa Luxemburgs in ihrer Wohnung auf und erhielt von ihr wert­volle Materialien: darunter Schreiben von Rosa Luxemburg und von ihren Familienangehörigen, Briefe von Clara Zetkin, Franz Mehring, Sonja und Karl Liebknecht, Luise Kautsky, Marta Rosenbaum an Mathilde Jacob(teilweise als Abschriften), auch einige wenige Briefe und Postkarten mit Mathilde Jacob als Verfasserin, weiterhin Rosa Luxemburgs Gefängniskalender sowie vier leicht differierende Fas­sungen eines Erinnerungsberichtes von Mathilde Jacob über ihre Zu­sammenarbeit mit Rosa Luxemburg und dem politischen Kreis um Luxemburg, der Spartakusgruppe. Mit der Diplomatenpost der ame­rikanischen Botschaft in Berlin konnte Lutz seinen Archivalien­Schatz sicher in die USA und dort in die Hoover Institution schaffen. Noch heute wird dieser Bestand als eine bedeutende Sammlung im Verzeichnis dieser konservativen Forschungseinrichtung hervorge­hoben. Der Besuch des ausländischen Historikers bei der 1939 schon den Un­terdrückungsmaßnahmen der Nazis ausgesetzten jüdischen Schreibbü­roinhaberin Mathilde Jacob spielte sich auf Grund der politischen Rah­menbedingungen unter konspirativen Umständen ab. Der namhafte Berliner Essayist Heinz Knobloch hat diese Episode ausführlich in sei­ner sorgfältig recherchierten Mathilde-Jacob-Bographie geschildert und dabei die Verdienste von Ralph H. Lutz gewürdigt. 1 Kopien der 1 Heinz Knobloch, Meine liebste Mathilde. Die beste Freundin der Rosa Luxemburg, Frankfurt/Main 1997, S. 222- 233.