Aufsatz 
Max Nettlau
(1865 - 1944)
Entstehung
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216 Rainer Holze Max Nettlau(1865 1944) Max Nettlau 1 hat sich um die Sammlung sozialistischer Literatur au­ßerordentliche Verdienste erworben. Seine Bibliothek, die größte, um­fangreichste und bedeutendste auf dem Gebiet des freiheitlichen Sozia­lismus, stellt gemeinsam mit seinen Werken eine monumentale Quelle für die Erforschung der Geschichte des antiautoritären Denkens und des freiheitlichen Sozialismus dar. Der bescheidenen Selbsteinschät­zung Nettlaus alsBearbeiter historischen sozialistischen Materials steht sein Leben und Werk gegenüber, dessen Umfang und Reichtum bis heute bei weitem noch nicht erforscht sind. Seiner Sammlertätig­keit ordnete Max Nettlau seine gesamte Lebensplanung unter. So ver­zichtete er alsfreiheitlicher Sozialist ohne öffentlichen Wirkungs­kreis auf eine akademische Karriere und auf eine feste berufliche ­tigkeit. Max Nettlau wurde am 30. April 1865 in Neuwaldegg, heute Teil von Wien geboren. Ab 1882 studierte er in Berlin, Leipzig und Greifswald vergleichende indoeuropäische Sprachwissenschaften mit dem Schwer­punkt keltische Sprache. 1885 führten ihn seine sprachwissenschaft­lichen Studien nach London. Im Ergebnis seiner Studien verteidigte er 1887 an der Leipziger Universität seine Dissertation zum ThemaBei­träge zur cymrischen Grammatik. Zeitweilig hatte er Einnahmen als Autor diverser anarchistischer Zeit­schriften und als Übersetzer. Einmal, von 1885 bis 1890, schloss er 1 Weitere Literatur über Max Nettlau und seine Sammlung: Andreas G. Graf, Nettlau, Carl Hermann Max, in: Neue Deutsche Biographie, Bd. 19, Berlin 1999, S. 88-89; Arthur Lehning, Necrology of Max Nettlau, Leiden 1950(Nachdruck im BandMax Nettlau, Geschichte der Anarchie, Ergänzungsband, Glasshütten im Taunus 1972); Maria Hunink, Das Schicksal einer Bibliothek. Max Nettlau und Amsterdam, in: Inter­national Review of Social History, 27(1982), S. 4-42; Erinnerungen der Bibliothekarin des IISG Amsterdam Annie Adama van Scheltema-Kleefstra, in: Mitteilungsblatt des Instituts zur Geschichte der Arbeiterbewegung,(1979) 4, S. 15-21.