309 Sigrid Kleinschmidt und Ursula Langkau-Alex Boris Souvarine(1895 – 1984) Geboren wurde Souvarine 1 im Jahre 1895 in Kiew als zweiter Sohn eines selbständigen Edelmetallschmieds. Zwei Jahre später emigrierte die Familie nach Paris, wo noch drei weitere Geschwister geboren wurden. Selbststudium führte ihn zum Sozialismus und um 1914 herum zur Sozialistischen Partei Frankreichs(SFIO). Die Teilnahme an der Marneschlacht und der Tod seines Bruders„im Felde” 1915 machten ihn zum Kriegsgegner, 1916 schloss er sich dem Comité de défense du socialisme international an. Seine Artikel in dem neugegründeten Presseorgan„Le Populaire”, mit denen er schnell Aufsehen erregte, zeichnete er mit„Souvarine”, nach der Figur des russischen anarchistischen Emigranten in Emile Zolas Roman„Germinal”. Als Anhänger der Kommunistischen Internationale(Komintern) war er eine der treibenden Kräfte zur Gründung der Kommunistischen Partei Frankreichs (PCF) im Jahre 1920, in deren Vorstand er 1921 gewählt wurde. Seine Artikel zeichnete er nun mit„Varine”. Bis 1924 repräsentierte er die Partei im Präsidium, im Sekretariat und im Exekutivkomitee der Komintern in Moskau. Dort und über die Moskauer Zeit hinaus bis mindestens Anfang der 1930er Jahre arbeitete er auch als wissenschaftlicher Korrespondent für das Marx-Engels-Institut. Von Anfang an war Souvarine in Konflikte verwickelt, unter anderem wegen der Dominanz der Russischen Kommunistischen Partei(Bolschewiki) bzw. ab 1922 der Kommunistischen Partei der Sowjetunion (KPdSU) in der Komintern, in Fragen der innerparteilichen Demokratie, der Einheitsfront, der Revolution; in den Kampagnen gegen Trotzki 1 Weitere Literatur: J.-L. Panné, Souvarine Boris(Boris Lipschitz dit), dit Varine, in: Dictionnaire biographique du mouvement ouvrier français, sous la direction de Jean Maitron[et al.], Bd. 61, Paris 1992, S. 393-400; Paul Mayer, Die Geschichte des sozialdemokratischen Parteiarchivs und das Schicksal des Marx-Engels-Nachlasses, in: Archiv für Sozialgeschichte, 6/7(1966/67), S. 5-198; Maria Hunink, De papieren van de revolutie. Het Internationaal Instituut voor Sociale Geschiedenis 1935-1947, Amsterdam 1986; IISG: Boris Souvarine Papers; Website ‚Institut d‘Histoire Sociale’.
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