238 Barbara Bromberger und Karl Heinz Jahnke Max Oppenheimer(1919 – 1994) Max Oppenheimer war Journalist, Gewerkschaftssekretär und Autor; er war Mitbegründer mehrerer Institutionen sowie spiritus rector zahlreicher Publikationen, Konferenzen und Ausstellungen, die sich der Erforschung und Vermittlung des antifaschistischen Widerstandes, besonders dem der Arbeiterbewegung, widmeten. Max Oppenheimer wurde 1919 als Kind einer jüdischen Familie in Karlsruhe geboren. Als Jugendlicher beteiligte er sich am Widerstand gegen das Naziregime. 1938 wurde er für kurze Zeit im Konzentrationslager Dachau inhaftiert, danach emigrierte er nach England. In London wurde er 1946 Mitglied der Kommunistischen Partei Deutschlands. 1947 konnte Oppenheimer nach Deutschland zurückkehren. Er arbeitete als Kreissekretär der KPD und als Journalist. Ab 1970 war er für die Geschichtsforschung und-vermittlung beim Präsidium der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes(VVN) in Frankfurt am Main verantwortlich. 1967 war Max Oppenheimer maßgeblich beteiligt an der Konferenz „Probleme des Widerstandes und der Verfolgung im Dritten Reich im Spiegel der Schulbücher und des Unterrichts“. Als Ergebnis dieser Tagung wurde der„Studienkreis zur Erforschung und Vermittlung der Geschichte des deutschen Widerstandes“ in Frankfurt am Main gegründet, dessen Vorstand neben Max Oppenheimer namhafte Wissenschaftler sowie ehemalige Widerstandskämpfer und Opfer der Nazi-Diktatur angehörten. Zu den wichtigsten Aufgaben des Studienkreises gehört es, den antifaschistischen Widerstand in den Jahren 1933 bis 1945 in seinem gesamten politischen und sozialen Spektrum zu erforschen und vor allem die in der Öffentlichkeit wenig beachteten oder ausgeklammerten Aspekte des Widerstands bekannt zu machen. Die Gründung des Studienkreises mit seinem Dokumentationsarchiv des deutschen Widerstandes ist ohne Max Oppenheimer nicht denkbar.
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten