Gender Budgeting als geschlechterpolitische Strategie * REGINA FREY G ender Budgeting ist in einem internationalen globalisierungskritischen Kontext entstanden. Heute wird die Strategie zunehmend als »Instrument« bezeichnet, das bei der Verwaltungsmodernisierung eingesetzt wird. Dabei wird bisweilen die Strategie des Gender Mainstreaming als Dach für die Umsetzung von Gender Budgeting gesehen. Die Rede von Gender Budgeting als Instrument(des Gender Mainstreaming) ist jedoch irreführend: erstens, weil es Gender Budgeting bereits gab, als Gender Mainstreaming noch nicht existierte. Zweitens, weil Gender Budgeting über ein eigenes Instrumentarium verfügt. Dieses weist einen – gerade im Vergleich zu Gender Mainstreaming – sehr hohen gesellschaftspolitischen Anspruch auf. So ging es in der Entwicklung von Gender Budgeting auch immer um eine Demokratisierung finanzpolitischer Entscheidungsprozesse und ein Mehr an Transparenz im Haushalt. Die Rede von Gender Budgeting als Instrument ist deswegen nicht sachgerecht und führt zu einer politischen Entschärfung des kritischen Gehalts von Gender Budgeting. Verortungen: Gender Mainstreaming/ Budgeting? Gender Mainstreaming bzw. die Doppelstrategie Gender Mainstreaming und spezifische Frauenförderung ist bis heute eigentlich offizielle Politik der Bundesregierung und der Europäischen Union. 1 Grundgedanke des Gender Mainstreaming ist, Geschlechtergerechtigkeit zur Querschnittsaufgabe des Organisationshandelns zu machen. Dies betrifft sowohl die internen Planungs- und Steuerungsprozesse einer Organisation als auch die Personalpolitik. Folge dieser internen Veränderungen sind dann geschlechtergerechte Arbeitsergebnisse einer Organisation. * Dieser Beitrag basiert zum Teil auf Regina Frey(2003a):»Das bisschen Haushalt? Gender Budgeting als geschlechterpolitische Strategie«. 1. Vgl. http://www.gender-mainstreaming.net(aufgerufen am 10.2.2010). ipg 2/2010 Frey, Gender Budgeting 35
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten