Aufsatz 
Russland im 21. Jahrhundert : Modell einer wünschenswerten Zukunft
Entstehung
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Russland im 21. Jahrhundert: Modell einer wünschenswerten Zukunft IGOR JURGENS/ EWGENIJ GONTMACHER * Einleitung Im Mittelpunkt der gesellschaftlichen Aufmerksamkeit steht die Zukunft Russlands. Darüber reden und schreiben Experten, Politiker und füh­rende Repräsentanten des Landes. Das Interesse für Prognosen und Zu­kunftsszenarien ist ein deutliches Zeichen dafür, dass das Land Wandlun­gen braucht. Was und wie soll sich wandeln? Hier hängt vieles von der politischen Führung, in erster Linie aber von der Gesellschaft selbst ab. Zwanzig Jahre nach dem Beginn der gesellschaftlichen Transformation müssen wir feststellen: Die Entwicklung ging schwer voran. Zahlreiche Krisen stellten jedes Mal in Frage, ob der gewählte Kurs richtig war. Die positiven Entwicklungsziele waren entweder nur spekulativ oder rein technokratisch. Wir bewegten uns fort, ohne bestimmt zu haben, wo wir hinwollen und wie unser Leitbild lautet. Nun müssen die Gesellschaft und ihre führenden Vertreter ihre Wahl treffen: Wie sehen wir uns selbst, unser Land und unseren Staat in der Zukunft? Worauf wollen wir hinarbeiten, damit die sich uns bietende einmalige historische Chance nicht vertan wird? Wir alle sind uns darüber im Klaren, dass Russland am Scheideweg steht, dass es klar seine Ziele definieren und bewusst, mit Beteiligung der gesamten Gesellschaft, seine Wahl treffen muss, um diese Weggabelung richtig und ohne irreversible Verluste zu passieren. Von der heutigen Wahl hängt es ab, ob es Russland endlich gelingen wird, ein in jeder Hin­sicht modernes Land zu werden. Uns droht jetzt wieder die Gefahr, dass wir hilflos einem Niedergang der Großmacht zuschauen würden. Russ­land kann sich noch eine Stagnationsperiode, nach der es endgültig im Hinterhof der Zivilisation zur Ruhe kommen würde, nicht leisten. * Co-Autoren des Artikels sind: Alexander Golz, Leonid Grigorjev, Sergej Kulik, Boris Makarenko, Nikita Maslennikov, Sergej Plaskin, Alexander Rubzov und Jelena Schatalova. ipg 2/2010 Jurgens/Gontmacher, Russland im 21. Jahrhundert 111