Aufsatz 
Australiens Rolle als regionale Führungsmacht im Pazifik
Entstehung
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Australiens Rolle als regionale Führungsmacht im Pazifik ANDREAS HOLTZ I n kaum einer anderen Region der Welt zeigen sich ausgeprägtere Formen zwischenstaatlicher Asymmetrien als in Ozeanien. Beim Ver­gleich zwischen der regional bedeutendsten Macht Australien und den Pacific Islands States( pis ) fallen nicht nur die reinen Größenunterschiede auf, sondern auch die relativen und absoluten Kennziffern für politische, ökonomische und militärische Kapazitäten. Trat Canberra anfangs noch überwiegend als kooperativer und mitfühlender Hegemon auf, so wurde infolge des»War against Terrorism« schnell eine interventionistische Rolle eingenommen(vgl. Barcham und Greener-Barcham 2006: 67–82). Damit wandelte sich Australien immer mehr zu einer regionalen Ord­nungsmacht. 1 Deutlich wird das Führungsstreben vor allem im Hinblick auf die schwachen pis , die diesem Streben kaum etwas entgegenzusetzen haben. Maßgeblich vorangetrieben wurde Australiens Rolle als regionaler»over­lord« durch den konservativen Premier John Howard während seiner Regierungszeit zwischen 1996 und 2007. Im Dezember 2007 wurde die konservative Regierung durch eine Labor-Regierung abgelöst, die zunächst unter der Führung von Premier Kevin Rudd stand. Nach positiven Beliebtheitsrekordwerten Rudds im ersten Halbjahr 2010 sank sein Stern rapide, so dass die nächsten Wahlen ein Debakel für Labor zu werden drohten. Labors konservativer Flügel betrieb daraufhin die Ab­lösung Rudds durch seine Stellvertreterin Julia Gillard, die sein Amt am 24. Juni 2010 übernahm, Neuwahlen ausschrieb und die darauffolgende Wahl im August 2010 knapp gewann. Die außenpolitisch unerfahrene Premierministerin machte ihren Vorgänger am 14. September 2010 zum Außenminister, so dass die grundsätzliche außenpolitische Richtung der Regierung Rudd beibehalten wird. 1. Zur Bedeutung der Begriffe Hegemon und regionale Ordnungsmacht siehe Destradi 2008. 162 Holtz, Australien als Führungsmacht im Pazifik ipg 2/2011