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(2023) 2. Aktuelle Perspektiven auf Inklusion : Handlungsspielräume mehrebenentheoretisch wieder eröffnen!
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Ausgabe 2/ 2023 Diskussionspapier des Landesbüros NRW der Friedrich-Ebert-Stiftung WEITER DENKEN Aktuelle Perspektiven auf Inklusion Handlungsspielräume mehrebenentheoretisch wieder eröffnen! Dr. Benjamin Badstieber und Dr. Bettina Amrhein Seit der Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) können wir auch in Deutschland auf unterschied­lichste bildungspolitische Entwicklungen im Kontext von In­klusion zurückblicken. So hielt auf der einen Seite der Begriff Inklusion Einzug in die bildungspolitische Programmatik aller Bundesländer. Außerdem wurden insbesondere auch mit Blick auf die Schule unterschiedliche Programme und Geset­zesnovellen zum Ausbau des Gemeinsamen Lernens von Schüler_innen mit und ohne sonderpädagogischen Förder­bedarf auf den Weg gebracht, wenngleich diese in Intensi­tät, Umfang und Ausrichtung deutlich divergieren. Auf der anderen Seite zeigt gerade in Deutschland die Ausgestal­tung schulischer Inklusion in vielen Landesteilen nicht den gewünschten Erfolg. Die bisherigen bildungspolitischen Bemühungen bleiben deutlich hinter den Erwartungen der Akteur_innen in Schule, Zivilgesell­schaft und Wissenschaft zurück und werden den menschenrechtli­chen Bestimmungen der UN-BRK nicht gerecht(vgl. Dorrance& Dannenbeck, 2016, 2017). Diese Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit hat insbeson­dere auch im Nachgang der Coronapandemie häufig äußerst schwerwiegende Konsequenzen für die schulische Praxis. Die grund­legende Sicherstellung qualitativ hochwertiger schulischer Bildung erscheint angesichts des vielfältigen Reformstaus nicht mehr ge­währleistet und Probleme schulischer Exklusion und Bildungsunge­rechtigkeit scheinen durch die Pandemie noch drängender gewor­den zu sein. Autor_innen Dr. Benjamin Badstieber ist akademischer Rat am Lehrstuhl für Inklusive Pädagogik und Diversität am Institut für Erziehungswissenschaften an der Universität Duisburg-Essen. Zuvor wurde er an der Universität zu Köln mit einer Arbeit zu Rekontextualisierungs­strategien von Schulleitenden im Kontext schulischer Inklusion promoviert. Dr. Bettina Amrhein ist Professorin für Inklusive Pädagogik und Diversität am Institut für Erziehungs­wissenschaften an der Universität Duisburg-Essen. Vor ihrer akademischen Tätigkeit arbeitete sie als Grund- und Sekundarstufenlehrerin im Gemeinsamen Unterricht. Auch auf der bildungspolitischen Ebene zeigt sich eine besorgniser­regende Entwicklung: Wie sich unter anderem anhand der letzten Landtagswahlen und der darauf folgenden Verhandlungen über das bildungspolitische Ressort in NRW nachzeichnen lässt, scheint die Zuständigkeit für die Ausgestaltung schulischer Bildung und Inklu­sion auch bildungspolitisch kein attraktives Aufgabenfeld mehr, son­dern auch für die Bildungspolitik zunehmend ein Stolperstein und eine Belastungsprobe zu sein. Vor diesem Hintergrund möchte der vorliegende Beitragdazu ein­laden, die im Rahmen zahlreicher Inklusionsbemühungen im Land bereits vollzogenen Anstrengungen, investierten Ressourcen, moti­vationalen Lagen[sic!] aber auch die erlebten Schwierigkeiten, Un­sicherheiten und Enttäuschungen(Amrhein& Badstieber, 2021, S. 6) in einer mehrebenentheoretischen Lesart zu reflektieren und Handlungsspielräume(wieder) sichtbar machen(vgl. Amrhein& Na­raian, 2022).