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(2019) 5. Vertrauen und Demokratiezufriedenheit an Rhein und Ruhr
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Ausgabe 5| 2019 Diskussionspapier des Landesbüros NRW der Friedrich-Ebert-Stiftung Frank Decker Vertrauen und Demokratiezufriedenheit an Rhein und Ruhr Vertrauen ist die seelische Grundlage der repräsentativen Demokratie, und alle politischen Auseinandersetzungen in ihr sind weniger Kampf um Willen und Macht als um Vertrauen (Hennis 1962: 329). Heutzutage ist die Rede von einer Ver­trauenskrise der Demokratie allgegenwärtig. Es herrscht ein deutlich spürbarer Unmut über den Zustand der Demokratie in Deutschland. Wie groß ist das Ausmaß dieses Unmutes tat­sächlich? Wie verteilt er sich auf verschiedene Bevölkerungs­gruppen? Welche Ursachen liegen der wachsenden Demokratie­unzufriedenheit zugrunde? Und welche Möglichkeiten gibt es, verloren gegangenes Vertrauen zurückzugewinnen? Um diesen Fragen auf den Grund zu gehen, hat die Friedrich­Ebert-Stiftung eine Untersuchung in Auftrag gegeben, deren Ergebnisse seit August 2019 vorliegen(Decker et. al. 2019). Das Herzstück der Studie bildet eine zwischen dem 4. März und 2. April 2019 vom Berliner Meinungsforschungsinstitut infratest dimap durchgeführte computergestützte telefoni­sche Repräsentativbefragung von 2.500 Wahlberechtigten in Deutschland ab 18 Jahren. 630 davon wurden im Ruhrgebiet befragt, 282 im übrigen Nordrhein-Westfalen. Die Ergebnisse der Gesamtstudie sind besorgniserregend: We­niger als die Hälfte der Menschen in Deutschland ist damit zu­frieden, wie die Demokratie in unserem Land funktioniert. Zwei Drittel glauben, dass es den nachfolgenden Generationen schlechter gehen wird. Ebenfalls zwei Drittel der Befragten sind der Meinung, ein erheblicher Teil der Bevölkerung habe von der guten wirtschaftlichen Entwicklung der letzten Jahre nicht pro­fitiert. Und sogar 90 Prozent stimmen der Aussage zu, dass in der heutigen Gesellschaft Egoismus mehr zähle als Solidarität. Nachfolgend werden die Ergebnisse einer Sonderauswertung der FES-Vertrauensstudie für das Ruhrgebiet und Nordrhein­Westfalen dargestellt. Prof. Dr. Frank Decker Frank Decker, geb. 1964, ist seit 2001 Professor für Politische Wissenschaft an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms­Universität Bonn und seit 2011 auch Wissenschaftlicher Leiter der Bonner Akademie für Forschung und Lehre praktischer Politik. Seine Arbeits­schwerpunkte sind die Demokratie­und Parteienforschung. Allgemeines soziales Vertrauen Soziales Vertrauen in Mitbürger_innen spielt in der Organisa­tion von komplexen Gesellschaften wie unserer eine wichtige Rolle, in denen wir räumlich und zeitlich mit uns nicht bekann­ten Personen kooperieren müssen. Soziales Vertrauen ist eng mit dem Demokratievertrauen verbunden, denn gegenseitiges Vertrauen(in die Demokratie) ist der Kitt der Gesellschaft. Es basiert auf der Annahme, dass wohlwollend und im Interesse aller Bürger_innen gehandelt wird. Das soziale Vertrauen bil­det damit eine Grundlage für politisches Vertrauen. Die Frage, ob man den meisten Menschen vertrauen könne, beantworten 63,4 Prozent der Ruhrgebietsbewohner_innen positiv. 18,7 Prozent sagen dazu uneingeschränkt Ja, während 14,9 Prozent die Frage klar verneinen. Damit ist das allgemei­ne soziale Vertrauen an Rhein und Ruhr mit dem in ganz NRW vergleichbar und liegt leicht über dem Bundesschnitt, in dem die Frage zu 58,9 Prozent positiv beantwortet wurde. Zukunftsvertrauen Zur Erhebung des Zukunftsvertrauens sollten die Befragten die Zukunftsperspektiven der nachfolgenden Generationen ein­schätzen. Mit 31,7 Prozent erwartet nicht einmal ein Drittel der Befragten im Ruhrgebiet, dass es zukünftige Generationen alles in allem besser haben werden als gegenwärtige. Die An­nahme, dass es diesen sogar wesentlich besser gehen werde, äußern lediglich 4,6 Prozent, während umgekehrt 23,0 Pro­zent der Ansicht sind, es werde ihnen wesentlich schlechter gehen. Damit sind positive Zukunftseinschätzungen hier zwar etwas stärker verbreitet als in NRW insgesamt(30,1 Prozent Zukunftsoptimist_innen), aber leicht unterdurchschnittlich im gesamtdeutschen Vergleich(33,7 Prozent). Zufriedenheit mit dem Funktionieren der Demokratie Im Ruhrgebiet zeigen sich nur noch 54,7 Prozent der Befrag­ten sehr oder ziemlich zufrieden mit der Art und Weise, wie die Demokratie in Deutschland funktioniert. So sehr dieses Landesbüro NRW