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(2019) 1. Aufstieg ist möglich! - Ist Aufstieg möglich? : gesellschaftliche Grundversprechen im Wandel
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Ausgabe 1| 2019 Diskussionspapier des Landesbüros NRW der Friedrich-Ebert-Stiftung Christian Krell Aufstieg ist möglich! Ist Aufstieg möglich? Gesellschaftliche Grundversprechen im Wandel In der FernsehserieRote Erde wird die Geschichte einer Bergarbeiterfamilie erzählt. Das Ruhrgebiet war im ausgehen­den 19. Jahrhundert die Erzählung beginnt 1887 Gegen­stand vieler Aufstiegshoffnungen, auch für die Hauptfigur der Serie, Bruno Kurska. Er kommt aus dem verarmten Pommern zur Zeche Siegfried in der Hoffnung auf ein besseres Leben. Tatsächlich gelingt es ihm, sich hochzuarbeiten. Später hofft er, selbst Steiger zu werden und besucht die Bergschule. Zu­gleich sind Armut und Unsicherheit immer nur einen Schritt weit entfernt. Im Verlauf der Serie spielen immer häufiger Vereinigungen eine Rolle, in denen die Kumpel ihre Interessen organisieren. Gewerkschaften beispielsweise, später dann die Sozialdemo­kratische Partei. Brunos Schwager wird schließlich Reichstags­abgeordneter der SPD. Die erfundene Geschichte der Bergarbeiterfamilie Kurska ist in hohem Maß inspiriert von der tatsächlichen historischen Ent­wicklung. Die Sozialdemokratie spielte im Ruhrgebiet schon früh eine wichtige Rolle. Sie war die politische Verkörperung Prof. Dr. Christian Krell lehrt Staatsrecht und Politik an der Hochschule des Bundes (Brühl). Er ist Mitglied der Grundwertekommission der SPD und leitet den Gesprächskreis Wissenschaft und Politik der Friedrich-Ebert-Stiftung in Nordrhein-Westfalen. der Aufstiegshoffnungen der Arbeiterinnen und Arbeiter. Sie hatte weit überdurchschnittliche Wahlergebnisse imRevier und wenn später von einem sozialdemokratischenMilieu gesprochen wurde, wurde das oft gleichgesetzt mit den Lebens- und Arbeitsbedingungen im Ruhrgebiet. Das Leben besser und sicherer machen, Aufstieg ermöglichen dafür schien die SPD zu stehen. In den programmatischen Schriften der SPD finden sich des­halb schon früh eine Reihe ganz konkreter Forderungen, die für Aufstiegschancen, Sicherheit und die Überwindung der Privilegien weniger stehen. Das Erfurter Programm von 1891 steht exemplarisch für diese Positionen, z. B. mit der Forderung nach einem 8-Stunden-Tag, der Überwachung aller gewerb­lichen Betriebe durch das Reichsarbeitsamt, einer reichsweiten Arbeiterversicherung. Aufstieg und Sicher­heit für das eigene Leben sowohl materiell als auch in Bezug auf politische Rechte und Freiheiten, das machte die großen Schnittmengen zwischen den Menschen im Ruhrgebiet und der Sozialdemo­kratie aus. Wie steht es heute, mehr als 130 Jahre später und nach Wachstum, Wandel und Neuerfindung des Reviers um die gesellschaftlichen Grundversprechen im Ruhrgebiet? Gibt es noch den Glauben, dass durch Arbeit der eigene Aufstieg möglich ist? Besteht Hoffnung auf ein Leben in Sicherheit? Wie werden die Grundvoraussetzungen für ein gutes Leben eingeschätzt? Dieser Frage ist die Friedrich-Ebert-Stiftung nachgegangen.Policy matters hat im Auftrag des Landes­büros NRW der FES eine qualitative Erhebung 1 durchgeführt und dabei im Wesentlichen folgende Themenkomplexe in Gruppendiskussionen untersucht: 1 Vier Gruppendiskussionen in Bochum und Essen mit insgesamt 32 Teil­nehmenden, die nach Alter, Geschlecht, Bildung und Beruf ausgewählt und zusammengesetzt wurden. Durchführung am 17. Dezember 2018. Landesbüro NRW