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Telegrammi Abreffe: Sozialdemokrat Berlia
Redaktion: Sw. 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Ami Morigplas, Nr. 151 90-151 97.
Donnerstag, den 23. Dezember 1915.
Expedition: SW. 68, Lindenstraße 3. Kernsprecher: Amt Morisplas, Nr. 151 90-151 97.
Kämpfe auf dem Hartmannsweilerkopf.
Die Wahlen in Griechenland. | Meldung des Großen Hauptquartiers. tches Berhältnis erzielt werden könne, 3. daß Südalbanier
Dbwohl die jest stattgefundenen Wahlen in Griechenland unter Selbstausschaltung der bisher stärksten Partei, der Venizelospartei, vor sich gegangen sind, fann ihnen eine gewisse geschichtliche Bedeutung nicht abgesprochen werden. Sie bilden den vorläufigen Abschluß eines heftigen Kampfes, der im Anschluß an die verschiedenen Etappen des Weltkrieges seit mehr als Jahresfrist den Hauptinhalt des politischen Lebens des fleinen Staates im Südosten Europas ausmacht, der dank feiner geographischen Lage an einem der Brennpunkte des Weltkrieges eine über seine Größe weit hinausgehende Bedeutung erlangt hat.
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Schon die einzelnen Etappen dieses innerpolitischen Rampfes in Griechenland , der gleichsam in Gestalt eines Zweitampfes zwischen Venizelos und dem König Konstantin fortwährend in die Erscheinung trat, sind sehr lehrreich. Am 6. März d. J. veranlaßte der König die Demission des bisher allmächtigen Ministerpräsidenten Venizelos , weil er dessen auf die Unterſtügung des Dardanellenunternehmens der Entente gerichteten Politit seine Zustimmung versagte. Die Kammer wurde aufgelöst und am 13. Juni fanden die Neuwahlen statt, die der Partei Venizelos ' eine beträchtliche Mehrheit in der Rammer sicherten. Sturz nach dem Zusammentritt der Kammer im August wurde das Kabinett Gunaris gestürzt, das seit März im Amte gewesen war, und Venizelos trat wieder an die Spike der Regierung. Jedoch schon am 5. Oktober erfolgte zum zweiten Male seine Demission diesmal, weil der König heftig dagegen Einspruch erhob, daß Venizelos mit England und Frankreich wegen der Expedition nach Saloniki Fühlung genommen hatte. Das neuernannte Kabinett Baimis fonnte natürlich nicht lange im Amte bleiben, da die Mehrheit der Kammer nach wie vor Venizelos gehörte. Am 5. November wurde dieses Stabinett von Venizelos geStürzt, worauf der König die Stammer auflöfte und zum 19. Dezember Neuwahlen anberaumte. Zum Zeichen des Protestes gegen die Kammerauflösung, die Venizelos als Verstoß gegen die Verfassung bezeichnete, gab er im Namen seiner Partei, die fich in gemeinsamer Bersammlung dazu verpflichtet hatte, die Erklärung ab, die Partei werde sich den Wahlen vom 19. Dezember gänzlich fernhalten, um dem Volk kundzutun, daß sie die vom König angeordnete Kammerauflösung als verfassungswidrig nicht anerkenne. Man tann der Aufrichtigkeit dieser Erklärung recht steptisch gegenüberstehen, Tatsache ist aber jedenfalls, daß die Venizelospartei, wie aus den vorliegenden Nachrichten hervorgeht, sich den Wahlen ferngehalten und den politischen Stampfplatz völlig den anderen Parteien überlassen hat.
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Amtlich. Großes Hauptquartier, den 22. Dezember 1915.( W. Z. B.)
Weftlicher Kriegsschauplah.
Die Franzosen griffen am Nachmittag ansere Stellungen am Hartmannsweilerkopf und am Hirzstein( nördlich von Wattweiler) unter Einsatz erheblicher Kräfte au. Es gelang ihnen, die Kuppe des Hartmanns weilertopfes, die nach den offiziellen französischen Berichten allerdings schon seit Ende April in französischem Besitz gewesen sein soll, und ein kleines Grabenstück am Hilsenfirst zu nehmen. Ein Teil der verlorenen Stellung am Hartmannsweilerfopf ist hente vormittag bereits zurñderobert. Ein Angriff bei Meheral brach vor unserer Stellung zusammen.
Auf der übrigen Front bei anfichtigem Wetter und Schneetreiben nur geringe Gefechtstätigkeit.
Deftlicher und Ballan- Kriegsschauplat Reine wesentlichen Ereignisse.
Oberste Heeresleitung
Der öfterreichische Generalstabsbericht.
tex, 22. Dezember.( 8. 2. B) Amtlich wird verlantbast: 22. Dezember 1915.
Russischer Kriegsschauplat Stellenweise Artillerietämpfe und Geplänkel.
Italienischer Kriegsschauplah.
Die Tätigkeit der italienischen Artillerie gegen die Tiroler Südfront hält an. Auch an den übrigen Fronten stellenweise vereinzelte Geschüßlämpfe. Der Angriff einer feindlichen Rom. pagnie bei Dolje am Tolmeiner Brüdentopf brach in unserem Fener zusammen.
Südöstlicher Kriegsschauplah.
Bel pel wurden neuerlich neunundsechzig von den Serben
mit seiner starken griechischen Bevölkerung Griechenland an gegliedert werden könne und 4. daß vor allem Jtalien bon den Inseln im östlichen Mittelmeer und aus Albanien verdrängt werden müsse. Namentlich das letzte Bestreben, der auf dem heftigen Antagonismus zwischen den italienischen und griechischen Handelsbestrebungen im östlichen Mittelmeer be ruht, dringt in Griechenland mehr und mehr durch. Ja, man kann sogar sagen, daß der Antagonismus zu Italien , der seit dem Eintritt Italiens in den Krieg an der Seite der Entente nur noch schärfer geworden ist, die erste Bresche in die die Sympathien Griechenlands für Entente ge schlagen hat.
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Faßt man alle diese, auch dem einfachsten Mann aus dem Volte zugänglichen, Berechnungen und Erwartungen zusammen, so kann man leicht verstehen, wie es fommen fonnte, daß die Volksstimmung in Griechenland sich in so furzer Zeit zuungunsten der Politit Venizelos und zugunsten einer streng durchgeführten Neutralität gewandelt hat. Ungeheuer ift natürlich auch der Einfluß, den die unmittelbare Nachbarschaft des Kriegsschauplazes auf das Volk ausübt. Seitdem der Strieg aus einer Idee, mit der die Polititer und die von ihnen beeinflußten Voltsmassen spielten, zur sichtbaren grauenhaften Wirklichkeit geworden ist, stehen die Menschen ihm nüchterner, ernster gegenüber. Der Athener Korrespondent der Idea Nazionale" schilderte die Voltsstimmung in Griechen land Anfang Oftober mit folgenden Worten: Die eigentliche Empfindung aller Griechen im gegenwärtigen Augenblick ist eine tiefe Abneigung gegen jeden Krieg, eine innere Sympathie für die Staaten des Vierverbandes und besonders Frankreich , eine große Furcht vor Deutschland und der alles andere überragende Wunsch, ihr politisches Schicksal und ihre Handelsinteressen nicht zu gefährden." Diese Kenn zeichnung der Volksstimmung in Griechenland dürfte auch noch für den gegenwärtigen Augenblid zutreffen; fie muß als wichtiger Fattor mit in Rechnung gestellt werden, wenn man die politischen Folgen der jekt erfolgten Kammerwahlen mit den immer deutlicher hervortretenden neuen Richtlinien der axiechischen Politik in Verbindung fett.
vergrebene Geldige erbeutet. Diefe Zahl dürfte fi ocher Eine Friedensinterpellation im
heblich freigern.
Der Stellvertreter bes Chefs bes Generalfabel.
1. oefer, Feldmarschalleutnant.
heute
Schweizer Nationalrat.
Bern , 22. Dezember. (...) Im Nationalrat legle reulich- Zürich im Namen der fogialdemokratischen Fraktion die folgende Interpellation bor :
.Gedenkt der Bundesrat allein oder mit den Regierungen
und Stavalla) die Bulgaren furchtbar erbitterte. An Stelle des Nun darf teineswegs aus dem Berlauf der Stammer- Baltanbundes wurde nun das griechisch- serbische Bündnis das wahlen gefolgert werden, daß die Venizelospartei ihre frühere Rückgrat der Politit Venizelos auf dem Festlande. Auf dieses Stärke beibehalten habe, ebensowenig wie aus dem Sieg Bündnis geftüßt, fuchte er nicht nur die Neuerwerbungen der Regierungspartei der Schluß gezogen werden darf, daß Griechenlands zu wahren und das berühmte Gleichgewicht" anderer Länder den Kriegführenden seine guten Dienfte angu auch wirklich das gesamte Volt hinter der neu gewählten auf dem Balkan aufrecht zu erhalten, er strebte auch danach, bieten zur baldigen herbeiführung eines Waffenstill. Stammer steht. Unverkennbar jedoch ist, daß in den politischen durch immer engeren Anschluß an Frankreich und England standes und Einleitung von Friedensverhands Parteien wie in den breiten Schichten der Bevölkerung zur vorherrschenben Macht im östlichen Mittel- lungen?" Griechenlands in den letzten Monaten eine tiefgehende Wand- meer zu werden und die auf den Inseln und in Kleinasien Als Chef des politischen Departements antwortete Bundes lung vor sich gegangen ist. Der Krieg hat mit seinem Glut- und Syrien verstreuten griechischen Kolonien zu einem Groß- rat Hoffmann auf die Interpellation mit der folgenden Ev hauch auch den Balkan bis hart an die Grenzen Griechen- Griechenland zu vereinigen. In diesem Streben folgte tlärung: Wir verstehen das tiefe Friedensbedürfnis, das in unserem lands erfaßt; er hat das Gebiet um Saloniki in ein bewaff Venizelos den Richtlinien, die die eigenartige foziale Bolte empfunden wird, und teilen die Sehnsucht nach einer baldigen netes Lager, in eine militärische Basis der englisch- franzöfi- Gliederung der Griechen innerhalb und außerhalb des Beendigung des schredlichten Krieges, welchen die Geschichte fennt schen Landungsarmee verwandelt; und er hat schließlich die Mutterlandes ihm wies. Die einflußreichste Schicht
Klärung der politischen Anschauungen und Hoffnungen insofern Griechenlands ist die andelsbourgeoisie, die mit unser Land, wenn auch vom Kriege felbst verschont, leidet gewaltig beschleunigt, als er den an den Krieg geknüpften Er- ihren Schiffen das östliche Mittelmeer beherrscht und unter dessen Folgen. Es ist indeffen nicht allein oder auch nur an wartungen auf Gebiets- und Machtzuwachs eine andere Rich- die burch Tausende Bande vertnüpft ist mit den Griechen erfter Stelle unser eigenes Intereffe, welches den heißen Wunsch tung gewiesen hat. in Kleinasien , Sarien, Aegypten und den zahlreichen Inseln nach Frieben hervorruft. Bir sehnen ihn aus rein mensch
Denn das ist schließlich das Ausschlaggebende für die im öftlichen Mittelmeer . So lange die Frage der Aufteilung lichem Empfinden herbei, im Oinblick auf das unfagbare Beurteilung Griechenlands und feiner Rolle im Weltkriege, der Türtel in der allernächsten Zukunft zu erwarten war. Elend, das der Krieg verursacht, auf die geschlagenen Wundaß es sich unter dem Drud der Verhältnisse und in ständigem schien es Venizelos und mit ihm der übergroßen Mehrheit den und bas unbarmherzige Zerstörungswert, bas Lavieren zwischen den beiden tämpfenden Mächtegruppen all- der griechischen Politiker, daß die Politit Griechenlands ge an einer Stultur vollbracht hat, auf welche wir bis vor kurzem mählich einer anderen politischen Orientierung zugewendet richtet sein müsse auf die Schaffung eines Groß- Griechenlands,
er
bat. Erst wenn man die bisher vorherrschend gewesenen Aus- das fast das gesamte Becken des östlichen Mittelmeers be- o stolz waren. Wir achten also die Gefühle, aus denen die An Soweit fie jedoch darauf breitungshoffnungen der griechischen Staatsmänner und ihre herrschen muß. Um dieses Ziel zu erreichen, trat Venizelos , frage der Interpellanten hervorging. daran knüpfende Politik erfaßt, fann man auch die Haltung obwohl seine Bestrebungen im Grunde denen Englands und zielt, eine direkte Friedensaktion des Bundesrates herbeizu begreifen und objektiv würdigen, die Venizelos, fi herlich einer Frankreichs in Vorderafien diametral gegenüberstanden, in führen, müssen wir Borbehalte machen. der bedeutendsten Staatsmänner des modernen Griechenlands , nahe Beziehungen zu der Entente. Deshalb forderte er eine zum voraus dem Mißerfolge geweiht und der Mizdeutung aus bisher befolgt hat. Politit, die auf eine Unterstüßung des Dardanellen- Unter- gefeßt, solange nicht auf beiden Seiten der friegführenden Bar Venizelos gebührt der Ruhm, durch fluge und geschickte nehmens hinauslief, deshalb förderte er noch Anfang Ottober teien das Friedensbedürfnis die ihm entgegenstehenden im Gang Politit seine Heimat Streta befreit und mit Griechenland ver- die Salonifi- Expedition der Verbündeten. Selbst damals der Ereignisse begründeten Widerstände durch eine im eigenex einigt zu haben. Er war es auch, der erkannte, daß Maze- schien es ihm noch, daß ein Zusammengehen Griechenlands Lande vollzogene Wandlung der öffentlichen Meinung ohne fremdes donien für Griechenland die alte Bedeutung verloren hatte mit der Entente dem Verlauf des Feldzuges auf dem Balkan Butun überwunden hat. Ist diese Wandlung noch nicht voll und daß es im eigenen Interesse Griechenlands liege, sich ein anderes Gesicht verleihen konnte.
Bulgarien und Serbien zu nähern. Er war der eigentliche Der Verlauf des Baltanfeldzuges hat diese Erwartungen, 80gen, so müssen nicht nur alle fremden Interventionsbewegungen Schöpfer des Balkanbundes, der ihn aus einem Instrument wo sie noch bestanden, über den Haufen geworfen. Damit auf dürres Erdreich fallen, sondern sie werden geradezu als der russischen Balfanpolitik in ein Instrument der Baltan- machte er die griechischen Politifer in größerem Maße als lästige und wenig freundschaftliche Einmischung empfunden und staaten selbst verwandelte. Freilich verfeindete der unglück- früher der Auffassung zugänglich, daß der geschilderte Aus- tönnen sowohl der Sache des Friedens als auch den zwischenstaab felige zweite Ballantrieg Bulgarien auch mit Griechenland , breitungsdrang Griechenlands einem andern Blas machen lichen Beziehungen zum Schaden gereichen. Es ist Sache der inds bas durch seine Neuerwerbungen in Mazedonien ( Saloniti müßte, der damit rechne: 1. daß die Türkei nicht aufgeteilt viduellen Auffassung, ob der Friebenswille träftig eingefekt und