Nr.30.- 33. Jahrg.
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Redaktion: SW. 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Ami Morisolas, Nr. 151 90-151 97.
Sonntag, den 6. Februar 1916.
Expedition: SW. 68, Lindenstraße 3. Wernsprecher: Amt Moritplat, Nr. 151 90-151 97.
Zeppelinangriff auf Dinaburg.
Die kommende Ernte.
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In wenigen Wochen beginnt die Frühjahrsbestellung der Aeder, von deren Erfolg im hohen Grade der Ausfall der nächsten Ernte abhängen wird. Es bedarf feines Beweises, daß diese Ernte von unermeßlicher Wichtigkeit für die Bevölkerung Deutschlands fein muß. Die phantastischen Spekulationen auf große Zufuhren an Lebensmitteln aus dem Orient sind verstummt. Deutschland bleibt während des Krieges im wesentlichen auf die eigene Produktion bon Nahrungsmitteln angewiesen. Sollte wie wir hoffen der Krieg bald zu Ende gehen, so bleibt zu erwägen, daß die Preise in den Erportländern noch lange Zeit teuer sein werden und die Schiffsfrachten, die zurzeit schier unglaubliche Höhen erreicht haben, auch nach Friedensschluß nicht sobald finfen werden. Das bedingt sehr hohe Preise für fremdes Getreide auf dem deutschen Marft auch nach Friedensschluß. Ja es ist sogar fraglich, ob in den ersten Wochen überhaupt Getreide hereinzubekommen möglich sein wird.
Grund genug, die einheimische landwirtschaftliche Produktion bis zu den äußersten Grenzen der Leistungsfähigkeit anzuipannen.
Meldung des Großen Hauptquartiers.
Amtlich. Großes Hauptquartier, den 5. Februar 1916.( W. T. W.)
Westlicher Kriegsschauplah.
Ein kleiner englischer Vorstoß südlich des Ranals von La Bassee wurde abgewiesen.
Ein durch Wurfminenfener vorbereiteter französischer Handgranatenangriff füdlich der Somme brach in unserem Artilleriefeuer zusammen.
In der Champagne und gegen einen Teil unserer Argonnenfront unterhielt die feindliche Artillerie am Nachmittag schweres Feuer.
Französische Sprengungen auf der Höhe von Banquois ( öftlich der Argonnen ) richteten geringen Schaden an unseren Sappen an.
Unsere Artillerie beschoß ansgiebig die feindlichen Stellungen auf der Vogesenfront zwischen Diedolshausen und Sulzern.
Deftlicher Kriegsschauplah.
An der Front feine besonderen Ereignisse. Eins unserer 2aftschiffe griff die Befestigungen vou Dinaburg an.
Nichts Neues.
Oberste Seeresleitung.
Der österreichische Generalstabsbericht.
Wien , 5. Februar. ( W. Z. B.) Amtlich wird ver lautbart, 5. Februar 1916:
Auf allen drei Kriegsschauplägen feine besonderen Ereigniffe. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes: von oefer. Feldmarschalleutnant.
Noch keine Friedensunterhandlungen mit Montenegro.
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Wien , 5. Februar. ( W. T. B.) Die Blätter erfahren von gut unterrichteter Seite, daß die Friedensverhandlungen mit Montenegro, wo übrigens volle Ruhe herrscht und die Bevölkerung den österreichisch ungarischen Truppen überaus freundlich entgegenkommt, noch nicht begonnen haben und erst dann in Angriff genommen werden, wenn die in Montenegro verbliebenen Persönlichkeiten in der Lage find, einwandfreie Vollmacht dafür aufzuweisen, daß sie berechtigt sind, mit dem österreichisch - ungarischen Armeekommando in Friedensverhandlungen einzutreten. Da weder Prinz Mirko noch die im Lande weilenden drei Minister, mit denen übrigens unser Kommando fich in gutem Einvernehmen befindet, folche Vollmachten besigen, kann derzeit von Unterhandlungen nicht die Rede sein.
Nikita nimmt in Lyon sein Domizil.
Lyon , 5. Februar. ( W. T. B.) Meldung der Agence Habas. Die montenegrinische Königsfamilie soll sich endgültig in einer Villa der Umgebung von Lyon niederlassen. Die Gesandten Frankreichs und Rußlands und die beim Hof von Montenegro beglaubigten Diplomaten sind in den letzten Tagen in Lyon angekommen. Der italienische Gesandte hat sich heute vormittag in der Königlichen Residenz vorgestellt.
Anklageverfahren gegen dreizehn
bulgarische Abgeordnete.
Sofia , 5. Februar. ( W. T. B.) Der Untersuchungsrichter ersuchte die Sobranje, die Verhaftung von dreizehn Abgeordneten ber Genadiewgruppe zu gestatten, welche beschuldigt werden, Bestechungsgelder von dem franzöfifchen Agenten Desclofiers genommen zu haben. Die Sobranje hat den Antrag an den Immunitätsausschuß verwiesen.
Sofia , 5. Februar. Bom Sonderberichterstatter des W. T. B. Ueber die Vorgeschichte des Haftantrags gegen die dreizehn Abgeordneten erfahre ich: Bekanntlich hatte die franzöfifche Regierung im letzten Sommer den Agenten Desclofiers nach Bulgarien entsandt, um Getreideantäufe größten Umfangs zu machen. Desclosiers wandte sich um Vermittlung an verschiedene Abgeordnete
Nun stellt sich heraus, daß es mit der vielgerühmten Drganisation unserer Wirtschaft nach dieser Richtung feineswegs so gut steht, wie enthusiastische Dilettanten, nicht zuletzt in den Reihen unserer Partei, uns glauben machen wollen. Die letzte Ernte war nicht nur durch die zum Teil ungünstige Witterung beeinträchtigt, sondern es stellt sich heraus, daß ein großer Teil der landwirtschaftlichen Betriebe während des Krieges eine sehr wenig intensive Wirtschaft betrieben hat. Es ist die bebaute Fläche zurückgegangen und die Bestellung des Aders war bäufig eine durchaus ungenügende. Vom privatwirtschaftlichen Standpunkt haben die betreffenden Betriebsleiter so unrecht nicht. Sie haben an den Kosten gespart und wenn die Ernte gemäß dem verringerten Aufwand gering ausfiel, so war dennoch der Ertrag, in Geldwert gerechnet, bei den enorm hohen Preisen hoch genug, um nicht nur die Kosten zu decken, sondern auch für jene Wirtschaften, die nicht auf den Ankauf von Futtermitteln angewiesen find, einen respektablen Kriegsgewinn herauszuwirtschaften. Aber vom volkswirtschaftlichen Standpunkt ist geläufig ist, weil sie gemeinsames Handeln erfordert, bieles zu Diese extensive Wirtschaft gerade das verfehlteste, was es bessern. unter den gegebenen Verhältnissen irgend geben kann. Im An motorischer Straft sollte es in Deutschland mit seiner der Genadiergruppe, welche das Bünglein an der Wage in Interesse der Gesamtheit muß vielmehr gefordert werden, daß gewaltig entwickelten Maschinenindustrie nicht fehlen. Freilich der Sobranje bildete. Die bulgarische Mobilmachung setzte die Landwirtschaft aus dem Boden herausholt, was irgend ist die Herstellung von Maschinengewehren heute wohl ein den Verhandlungen ein Ende. Nach Kriegsausbruch leiteten die Landwirtschaft aus dem Boden herausholt, was irgend rentableres Geschäft, als die Herstellung von Dampfpflügen und die Gerichtsbehörden eine Untersuchung wegen des Verdachts herausgeholt werden fann. Daß für eine solche Anspannung der Produktion in anderen landwirtschaftlichen Maschinen. Worauf es aber an- ein, daß das Getreidegeschäft nur vorgeschoben sei, und die vielen Betrieben die Bedingungen fehlen, unterliegt freilich kommt, ist, daß bei planvoller Wirtschaft die Herstellung der für Vorschüffe, welche die Abgeordneten erhalten haben sollen, feinem Zweifel. Vielfach fehlt es an den Betriebsleitern, die Produktion von Lebensmitteln asolut notwendigen Maschinen Bestechungsgelder darstellen. Nachdem bereits früher vier was ganz besonders für die bäuerlichen Betriebe zutrifft, auch innerhalb der Kriegswirtschaft" durchzuführen wäre. Die An Abgeordnete verhaftet waren, ftellte, wie furz gemeldet, der wo mit dem Einrüden der Männer ins Heer die Wirtschaft wendung dieser Maschinen scheitert oft daran, daß die Betriebe Untersuchungsrichter bei der Sobranje den Antrag, die Verniedergehen mußte, weil die Leitung in ungeübte Hände fiel, ou klein sind, denn nicht alle Maschinen lassen sich auf fleinen baftung von neun weiteren Abgeordneten zu geftatten und Ersatz für den erfahrenen Wirt nicht zu beschaffen war. In Höfen von ein paar Morgen anwenden. Indessen erfordert den Protest der vier verhafteten Abgeordneten zurückzuweisen. vielen Betrieben fehlte es auch an Arbeitsträften überhaupt. dann das Interesse der Voltsernährung, das über alles andere Namen wurden bei der Verlesung des Antrags nicht genannt. Fast überall machte sich der Mangel an Zugvieh geltend, weil gestellt werden muß, die gemeinsame Bewirtschaftung dieser Die Sobranje verwies den Antrag debattelos an den Imes nicht leicht war, die plötzlich den Betrieben entzogenen Bauernhöfe, wenn sie nicht imftande sind, durch eigene Kraft munitätsausschuß. die höchstmögliche Bodennuzung zu erzielen. Pferde zu ersetzen. Schließlich war die Beschaffung von Was der planvollen Steigerung der landwirtschaftlichen Saatgut und von fünstlichem Dünger erschwert, nicht weil Berlin , 5. Februar. ( W. T. B.) Nach Erkundigung an magMangel daran bestand, sondern weil angesichts der Ueber- Produktion hemmend entgegensteht, ist, allgemein gesprochen, lastung der Eisenbahnen die Zufuhr nicht rechtzeitig stattfand. nicht der Mangel an Kraft und Produktions- gebenber Stelle ist die von einer Korrespondenz gebrachte Nachricht Aber man follte sich darüber klar sein, daß es sich nicht mittel, sondern die Bedingungen der Einzel- über die Einziehung des Jahrganges 1896 der rumänischen Armee um einen absoluten Mangel an Produktivkräften wirtschaft. Die Frage ist aber, ob angesichts der Gefahr, falsch. und Produktionsmitteln handelt, sondern im Gegenteil die bor - angesichts der Lage, bei der es sich um die Existenz des Volkes handenen Kräfte und Stoffe in der deutschen Volts. handelt, es teine Mittel gibt, diese Schwierigkeiten zu überwirtschaft vorhanden sind, um allen verfügbaren Boden wie Baris, 6. Februar. ( W. 2. B.) Amtlicher Bericht von einen Garten zu bestellen. Ist es doch Tatsache, daß menschDie Anhänger der Privatwirtschaft behaupten allerdings, Freitag nachmittag. Es ist fein besonderes Ereignis während liche Arbeitskräfte brach liegen, daß in vielen Industrien Arbeits - man tönne auch ohne Eingriffe in diese Wirtschaftsorganisation der Nacht au melben, außer den Vogefen, wo die Artillerie auf lofigfeit in erheblichem Maße besteht. Gewiß ist ein arbeitsloser durchkommen und ihr Universalheilmittel lautet- hohe Preife. beiden Seiten sich am Brauntopf, im Fechttal und bei Mtmatt, Weber oder Maurer nicht ohne weiteres ein brauchbarer Land- Die Erfahrung der Kriegswirtschaft straft fie indessen Zügen, nordwestlich von Meßeral ziemlich lebhaft zeigte. Paris , 5. Februar. ( W. L. B.) Amtlicher Bericht von arbeiter, aber er fönnte in einer Arbeiterfolonne, die zum Teil da sie lehrt, daß hohe Preise keineswegs zur Steigerung der aus geübten Kräften besteht, manches leisten. Worauf es an- Produktivität bis zum äußersten führen. Ja die hohen Preise Freitag abend. Der Tag war verhältnismäßig rubig. Uniere ichwere Artillerie schoß auf eine Infanteriefolonne und auf feindliche tommt, ist, die nun einmal bestehende Abneigung der städti- der Futtermittel haben im Gegenteil dazu geführt, die Leistungs- Abteilungen, die in Roye einzogen. Beichießung der deutschen Werke schen Arbeiter gegen die Landarbeit zu überwinden, was nur fähigkeit der bäuerlichen Viehzüchter herabzumindern. in der Champagne( Gegend von Tahure und Mont Tetu), in den möglich ist, wenn die Landwirte sich bequemen, die Arbeiter dem neuen Erntejahr durch organisatorische Maßnahmen die Romeny- Morville). Von der übrigen Front ist nichts wichtiges zu Wir stehen daher vor der verhängnisvollen Frage, ob in Argonnen ( Abschnit Le barazee) und in Lothringen ( auf der Front anders zu behandeln. Erfahrungen, die man im ersten Striegsjahr machte, lehren, daß es daran fehlt. Schließlich ist Produktion von Lebensmitteln auf das höchft erreichbare Maß melden. Belgifer Bericht. Belgischer Bericht. Gegenseitige Befchießung, zu beachten, daß die Verhältnisse oft eine Vergeudung von gebracht werden soll, oder ob unter dem bisherigen Gehen- befonders im Mittelpunkt der belgischen Front. Unsere Artillerie Arbeitstraft herbeiführen. Das eine Gut hat Ueberschuß an laffen es dahin kommen soll, daß die extensive Wirtschaft zerstreute zahlreiche Arbeitergruppen. Arbeitern, weil man sich vorgesehen hat. Hier werden dann weitere Verheerung anrichten soll. Die sozialdemokratischen die Leute, nachdem die dringende Arbeit getan, irgendwie be- Mitglieder des neu geschaffenen wirtschaftlichen Beirates" schäftigt; gleichzeitig aber wird auf dem benachbarten Gute hätten allen Anlaß, im Sinne des von unserer Partei bei und den Bauernhöfen, wo aus irgend einem Grunde die Leute Striegsbeginn entworfenen Planes auf die Lösung dieser Frage fehlen, die Bestellung der Felder versäumt. Auch hier wäre einzuwirken.
burch Drganisation, die freilich den meisten Landwirten nicht!
winden.
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