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Redaktion: SW. 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Amt Morisplas, Nr. 151 90-151 97.
An die Parteigenossen!
Dienstag, den 19. September 1916.
Das neue griechische Kabinett.
Athen , 17. September. ( W. T. B.) Reutermeldung. Eine amtliche Mitteilung besagt, daß das neue Kabinett ein politisches Kabinett sei, das sich aus Deputierten zusammenseße und selbst verständlich die in der Note vom 21. Juni aufgestellten Forderungen der Entente in demselben Sinne annehme, wie sie das Kabinett Baimis angenommen habe.
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Expedition: SW. 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Amt Moritplak, Nr. 151 90-151 97.
Bon unbekannten Personen, die sich unter dem Dedmantel„ Opposition" verbergen, wird das Reich fortgesetzt mit Flugschriften überschwemmt. Man weiß nicht immer Der Krieg hat manche volkswirtschaftlichen Anschauungen mit Sicherheit, welcher besonderen Gruppe der vielgestaltigen Bern , 18. September. ( W. T. B.) Zur Zusammensetzung des aus alter Zeit wieder aufgefrischt, indem einzelne durch die Opposition im einzelnen Falle durch die Flugblätter gedient neuen griechischen Ministeriums schreibt Corriere della Sera ", bewirtschaftliche Verkehrsabgeschlossenheit Deutschlands hervorwerden soll. Die fortgesetzte Herabwürdigung der Partei- achtenswert sei der vollständige Mangel des politischen gerufene, nur in ihrem Zusammenhang mit der anormalen werden soll. Die fortgesette Herabwürdigung der Partei- Charakters des Kabinetts und der Ausschluß irgendwelchen heutigen Gesamtwirtschaftslage zu verstehende Erscheinungen politik, die unausgesetzte wüste Beschimpfung und Verdächti- Schildhalters. Das Ministerium sei einzig zur Erledigung der in breitester Weise verallgemeinert und nicht als durch die gung der im Vordertreffen der Arbeiterbewegung stehenden Iaufenden Geschäfte bestimmt. Körperschaften und Personen müssen schließlich zur Berrüt- langten nunmehr von Griechenland nichts weiter als Neutralität. tung der Arbeiterorganisationen führen.
Die meisten der anonymen Verleumdungen sind so handgreiflich töricht, daß sie einer Widerlegung nicht bedürfen; an einem besonderen Beispiel soll aber doch einmal öffentlich gezeigt werden, wie gewissenlos in den Flugschriften gearbeitet wird. In den Mitteilungen der Opposition Nr. 4" wird neben allerlei anderen unwahrheiten auch behauptet, daß der Parteivorstand und die Generalkommission der Gewerkschaften Arbeitern in den Rücken gefallen seien, die einen Sympathiestreit unternommen hätten.
Aber damit nicht genug:
Die Ententemächte ver
heutigen Kriegsverhältnisse bedingte Sondererscheinungen, sondern gewissermaßen als volkswirtschaftliche Tatsachen an fich betrachtet werden, aus denen sich auch für das andersgeartete Wirtschaftsleben nach dem Kriege ohne weiteres allgemeingültige Folgerungen ergeben.
Bern , 18. September. ( W. T.B.)„ Secolo" meldet aus Saloniti: Nach der Militärrebolte, die wenig Antlang gefunden hat, und nach dem unerwarteten Rücktritt Baimis' wollen die revoZu diesen alten Anschauungen zählt die heute oft verlutionären Kreiſe in Saloniki die Lage dadurch flären, daß sie ganz Griechisch Mazedonien und die alt nehmbare Ansicht, der Krieg sei doch eigentlich ein ganz nitzgriechischen Inseln von Griechenland trennen und liches Handwerk, denn er schaffe, da er der Kriegsmaterialien unter die provisorische Regierung von Benizelos bedürfe, für die Zurückbleibenden flotte Arbeit stellen. Es sei jedoch schwierig zu sagen, wieviel Wahrscheinlichkeit und steigere den Arbeitslohn: eine Auffassung, die für die Verwirklichung dieses Planes des nationalen Verteidigungsfomitees in Saloniti bestehe, dessen beschränkte Tätigkeit unter all gemeiner Teilnahmslosigkeit erfolge. Der politische Wechsel in Saloniti werde von den Alliierten und den Ereignissen in Athen abhängen.
ganz unberücksichtigt läßt, daß der Krieg nicht nur einen enormen Teil der Arbeitskräfte, die sonst in nütlicher wertbildender Tätigkeit angewandt werden, dieser Beschäftigung entzieht und ihre Aktivität auf Zerstörungswerte richtet, son dern daß auch die von den Zurückbleibenden hergestellten tums oder genau ausgedrückt, der zur Befriedigung des allgemeinen Bedarfs verfügbaren Verbrauchsmenge dienen, sondern draußen für wirtschaftlich unproduktive Zwecke verwandt werden.
„ Durch die Drohung, daß sonst das schöne Dienstver. Eine Auseinandersetzung über Kolonial- Striegsmaterialien nicht der Vermehrung des Nationalreich
hältnis der Gewerkschafts- und Parteiinstanzen zur Regierung in die Brüche gehen würde, haben die Militärbehörden sich die Generalkommission der Gewerkschaften und den sozialdemokratischen Parteivorstand gefügig gemacht. Die gepanzerte Faust der Militärdiktatur hat fie in den Nacken gepackt.
politik.
Die Korrespondenz des Aktionsausschusses der Deutschen Kolonialgesellschaft Deutsch- Uebersee" veröffentlicht in ihrer foeben erschienenen Nummer einen Briefwechsel, der im Hin- Eine andere nicht minder falsche Auffassung ist, daß der blick auf die seit mehreren Monaten in verschiedenen bürger- Krieg, da er Deutschlands Einfuhr fremder Erzeugnisse verlichen Blättern geführten Auseinandersetzungen über die Ziele ringert hat, insofern einen wirtschaftlichen Vorteil bedeutet, der deutschen Kolonialpolitik recht interessant ist. In einem als er, wie es gewöhnlich heißt, das Geld im Lande Die Generalfommission der Gewerkschaften hat den der veröffentlichten Briefe bittet der Vorsitzende der Deutschen festhält. Wenn der Krieg dazu geführt hat, daß DeutschUtas gegen die streifenden Arbeiter entworfen, und in Kolonialgesellschaft, Herzog Johann Albrecht zu land heute weniger Waren vom Auslande bezieht als sonst, alleruntertänigstem Gehorsam hat auch der zitternde Par- Medlenburg den Staatssekretär Dr. So If um nachträg- so hat er andererseits auch bewirkt, daß Deutschland viel teivorstand seinen Namen darunter gesezt. Gegen Arbeiter, liche Erläuterung seiner Aeußerungen, die er in seinen fürz- weniger Waren in das Ausland ausführt, also, um in der gegen streifende Arbeiter, gegen Parteigenossen in der Zeitlichen Vorträgen machte, da diese Aeußerungen in manchen üblichen Ausdrucksweise zu bleiben, viel weniger Geli des Belagerungszustandes fehren sich gemeinsam die beiden Kreisen Bedenken und Beunruhigung“ hervorgerufen hätten. aus dem Auslande in Deutschland hereinkommt, und stärker als ,, Euere Erzellenz haben heißt es in dem Briefe weiter war ist noch immer die Einfuhr weit seinerzeit in dem in Berlin unter meinem Vorsiz gehaltenen die Ausfuhr, weshalb auch der Wechselkurs ein sehr inhaltsreichen Vortrage ausgeführt, daß Deutschland unter niedriger ist, so daß Deutschland für die Waren, die es aus allen Umständen an kolonialer Betätigung dem Auslande bezieht, ein Aufgeld von 30 Prozent und mehr festhalten müsse, selbst für den theoretisch möglichst ungünstigsten Fall, daß es uns in diesem Kriege nicht gelingen follte, die Seeherrschaft Englands völlig zu beseitigen.
höchsten Instanzen der sozialdemokratischen Arbeiterbewegung in Deutschland !"
Es braucht wohl kaum betont zu werden, daß jedes Wort dieser Behauptungen eine freche Verleumdung ist. Weder eine Militär- noch irgendeine andere Behörde hat auch nur den geringsten Versuch gemacht, auf die Generalfommission oder den Parteivorstand in dem angegebenen Sinne einzuwirken. Weder hat die Generalfommission den Entwurf zu irgendeinem Ukas gemacht, unter den der Parteivorstand feinen Namen gesezt hätte, noch hat eine Verbreitung der Warmmg, wie gleichfalls behauptet wird, unter irgendwelcher Assistenz von Polizeiorganen stattgefunden.
Wahr dagegen ist, daß die beiden Körperschaften, denen die gewerkschaftlich und sozialdemokratisch organisierten Arbeiter das größte Vertrauen schenkten, aber auch mit der schwersten Verantwortung belasteten, gemeinsam gewarnt haben vor den gewissenlosen Aufforderungen vollkommen unbekannter Personen zu Handlungen, die für jeden Teilnehmer die schwersten Folgen haben könnten. Diese Warnung vor dem Treiben anonymer Flugblattschreiber halten wir vollkommen aufrecht und wiederholen sie hiermit.
Die Einstellung der Arbeit kann schon in friedlichen Beiten eine so folgenschwere Handlung sein, daß alle Gewerk. schaften besondere Streitbestimmungen getroffen haben. Nach diesen soll jede unüberlegte Arbeitseinstellung unmöglich gemacht werden; sie wird abhängig gemacht von der Zustimmung der in Betracht kommenden Organisationen bzw. der Bentralvorstände. Jezt, im Kriege, sollten nun die berufenen Körperschaften ruhig zusehen, wie durch ein unverantwortliches Treiben unbekannter Personen gutgläubige Arbeiter in das Unglück gestürzt, die mühsam aufgebauten Dr. ganisationen auf das schwerste gefährdet, wenn nicht direkt dem Untergange geweiht werden?
Wo find denn die Adressen der geheimnisvollen Flugblattschreiber, an die sich die Arbeiter oder deren Angehörige doch würden wenden müssen, wenn sie infolge der Treibereien durch wilde Streifs" in Not geraten und gezwungen sind, Unterstügungen anzufordern? Jeder sozialistisch geschulte Arbeiter wird uns zustimmen, wenn wir darüber wachen, daß die Organisationen nicht beiseite geschoben und über deren Köpfe hinweg unbekannte Personen die Arbeiter zu dirigieren suchen. Berlin , den 18. September 1916.
Der Parteivor and. Die Generalfommission.
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zahlen muß. Zudem aber liegt dieser ganzen Auffassung die unrichtige Vorstellung zugrunde, daß die eingeführten und Das ist eine Auffassung, der auch ich und mit mir die ganze ausgeführten Waren von Land zu Land in Geld beglichen Deutsche Kolonialgesellschaft zustimmt. Ich habe meinerseits werden, also für die eingeführten Waren Geld aus dem Lande daraus lediglich die Forderung eines unbedingten Festhaltens an herausströmt, für die ausgeführten Waren aber hereinströmt. unserer kolonialen Betätigung entnommen. Andere Zuhörer Tatsächlich liegt die Sache so, daß, wenn auch die Rechnungen haben diese Säße aber anscheinend dahin verstanden, daß Guere natürlich auf Geldsummen lauten, die eingeführten Waren geGrzellenz die Seeherrschaft Englands als etwas absolut und wöhnlich größtenteils mit den ausgeführten bezahlt werden dauernd Gegebenes, die eigene Seegeltung Deutschlands aber als und die Differenz, die vielleicht bleibt, auch nicht in Geld entetwas unmögliches und in gewissem Sinne auch unnötiges be- richtet, sondern durch gegenseitige Forderungen für Arbeits
trachteten.
Ich bin überzeugt, daß dies eine Verkennung der Aufassung leistungen( wozu z. B. auch die Transporte für ein- und ausEuerer Erzellenz ist, weiß ich doch, wie Euere Exzellenz der auch geführte Waren durch Schiffe, also die Frachtforderungen gevon der Deutschen Kolonialgesellschaft vertretenen Forderung, gehören) sowie durch die Einkünfte aus den im Auslande andie gwar nicht so weit geht, an die Stelle der See- gelegten Kapitalien oder aus angekauften fremden Staatsherrschaft Englands eine Seeherrschaft papieren ausgeglichen wird. Deutschlands zu sehen, die aber eine aus= Es ist denn auch, wie ich erst kürzlich im Vorwärts" reichende Sicherung der überseeischen und tolo nialen Betätigung Deutschlands berbürgen soll. Angesichts der in einzelnen folonialen Streisen entstandenen Beunruhigung wäre ich Euerer Erzellenz für eine den Mitgliedern der Deutschen Kolonialgesellschaft durch die„ KolonialBeitung" bekannt zu gebende Rüdäußerung dankbar."
Der Staatssekretär des Reichskolonialamtes Dr. So If bemerkt in der Antwort auf diesen Brief, die Auffassung des Herzogs Johann Albrecht entspreche durchaus seinen Anschaungen.
( Nr. 239 im Artikel„ Die kommende Wirtschaftsära") näher darzulegen versucht habe, ganz verkehrt, die unzweifelhafte Geldflüssigkeit, die trotz aller Kriegsanleihen seit Jahr und Tag in Deutschland vorhanden ist, einfach darauf zurückführen zu wollen, daß, das Geld im Lande bleibt." Der sogenannte Geldreichtum erklärt sich größtenteils daraus, daß große Sapitalien die zu Anfang des Krieges in der Form von Warenbeständen aller Art vorhanden waren, inzwischen mehr und mehr in Geld umgesetzt worden und daher jetzt in Geldform, zumeist in der Form von Papiergeld, vorhanden sind.
Jch teile durchaus die Auffassung Guerer Hoheit, daß Deuschland auf der Grundlage eines starten und gegen seine Feinde gesicherten Deutschen Reiches für die friedliche und freie Damit soll nicht gesagt sein, daß diese Umwandlung in Weiterentwidelung unserer Volkswirtschaft sowohl eine Flotte Geld, wie auch andererseits die Unterbringung der Kriegsbraucht, die unserem Handel über See die unbehinderte Betäti- anleihen im eigenen Lande nicht ein Vorteil sein kann. Ob gung sichert, als auch gleichzeitig einen Kolonialbesiz, der
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uns möglichst unabhängig von dem Tribut an fremde Staaten fie es ist oder nicht, das hängt von den besonderen Umständen macht für den Bezug derjenigen Rohprodukte, deren unsere Be- ab. Gerade wie auch der Ausverkauf eines einzelnen Warenvölkerung in Landwirtschaft und Industrie benötigt. Also statt: lagers für den Besitzer nicht immer einen Vorteil bedeutet. entweber oder fowohl als auch! Ist er gezwungen, die Waren unter Preis zu verkaufen und Der mißverstandene Teil meiner Ausführungen war an später zum Wiederankauf ähnlicher Waren eine viel größere diejenigen gerichtet, welche die wahren Ursachen der feindlichen Geldsumme aufzuwenden, als er erhalten hat, dann ist es ein Invasion in unsere Schußgebiete verkennen und deshalb flein - Nachteil. Hat er dagegen gute Preise erhalten oder ist er mütig die deutsche Kolonialpolitik in Zukunft entweder ganz ver- Waren losgeworden, die sonst veraltet oder verdorben wären, werfen oder nur bedingungsweise wieder aufnehmen wollen.
Demgegenüber stelle sich fest, daß die Gewinnung eines ist es für ihn ein Vorteil. Und was hier von den wirtschaftRolonialreiches eine für Deutschland Weltlichen Maßnahmen des einzelnen gilt, das gilt mutatis geltung unbedingt notwendige Forderung sein mutandis auch von den volkswirtschaftlichen Erscheinungen: muß." man fann sie nicht richtig für sich nach irgend einem abstrakten
Auf Grund der bisherigen Aeußerungen der rechts. Schema beurteilen, sondern immer nur in ihrem wechselnden stehenden Gegner des Solfschen Programms glauben wir besonderen Zusammenhang mit der Gesamtwirtschaftslage. nicht, daß sie nach den hier gegebenen Erläuterungen ihre Aber während die obigen wirtschaftlichen Anschauungen Einwendungen fallen lassen werden. Ueber diese Frage dürf- in unserer Partei im ganzen nur wenig verbreitet sind, scheint ten schon die nächsten Tage Klarheit schaffen. Darüber hin- die Ansicht einen ziemlich weiten Anklang gefunden zu haben, aus sind die Erklärungen Solfs auch für weitere Kreise von Deutschland müsse mit aller Kraft dahin streben, wirtIntereffe, da fie den Kurs der fünftigen deutschen schaftlich möglichst unabhängig vom AusKolonial- und Flottenpolitik deutlich erkennen lassen. I ande zu werden, das heißt, es müsse seinen Bedarf