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Nr. 14.

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Telegramm breffe: ., Sozialdemokrat Berlin ".

Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands .

Redaktion: Sw. 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Amt Moritzplatz , Nr. 151 90-151 97.

Montag, den 15. Januar 1917.

Expedition: Sw. 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Amt Moritpias, Nr. 151 90-151 97

Vadeni im Vormarsch auf Galatz genommen.

Bistriz

-

Deutsche Vorstöße an der Goldenen Fortschritt füdlich der Oitoz­Straße- Nuffischer Vorstoß nordwestlich Braila und feindlicher Angriff zwischen Vardar und Doiran- See erfolglos. Amtlich. Großes Hauptquartier, den 14. Januar 1917. Weftlicher Kriegsschauplan.

Außer lebhafterem Artilleriefeuer beiderseits der Somme war an der ganzen Front bei Regen und Schnee nur geringe Gefechtstätigkeit.

Während der Nacht wurden an mehreren Stellen feindliche Patrouillen- Borstöße abgewiesen.

Deftlicher Kriegsschauplah.

Frant des Generalfeldmarschalls Prinz Leopold von Bayern.

Keine Ereignisse von wesentlicher Bedeutung. Front des Generalobert Eraherzog Jofeph.

In den Ofikarpathen drangen nördlich der Goldenen Bistrig deutsche Grenadiere an mehreren Stellen in bie russische Stellung cin, fügten bem Feind schwere Berlufte zu und teksten befehls. gemäß mit Beute und Gefangenen in die eigene Steung gala Südlich der Ditz- Straße wurde eine vom Feind befekte Kuppe gestürmt. 50 Gefangene fielen in die sand des An­greifers.

Seeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Madenjen.

Ungünftige Witterungsverhältnisse schränkten die Gefechts­tätigkeit ein. Ein russischer Borstoß am Sereth nordwestlich Braila ist abgeschlagen.

Mazedonische Front.

Zwischen Bardar und Doiran- See blieb ein feindlicher Au­griff gegen unsere Stellungen füblich Stojokovs erfolglos. Der Erfte Generalquartiermeifter.

Ludendorff.

Der Versuch zur Einberufung des Internationalen Bureaus.

Abendbericht.

Amtlich. Berlin , 14. Januar, abends. We stund Ostfront keine besonderen Kampf­handlungen.

An der Bahn Braila Galas ist der Ort Vadeni genommen.

*

Die Bahn Braila- Galak verläuft in stark nach Westen aus­buchtendem Bogen. Auf der wieder nach Often gerichteten Strede liegt, südlich vom untersten Sereth. der Bahnort Badeni . Westlich davon liegen La Burtea und Mihalea, die schon genommen find.

Der österreichische Bericht. Ceftlicher Kriegsschauplah.

Kriegführung und Demokratie.

Seit der Ablehnung des deutschen Friedensangebots durch die Gegner wird ein gewisser Teil der Presse wieder mit Resolutionen überschwemmt, in denen die deutsche Kriegführung mit mancherlei, mitunter in recht fate­gorische Formen gekleideten Ratschlägen versehen wird.

Es ist beachtenswert, daß dieser Resolutionssturm gerade von einer Seite ausgeht, die sich sonst in allen innern Reichs­angelegenheiten als die berufene Vorfämpferin gegen die ,, überhandnehmende Demokratisierung des Staats­lebens" zu empfehlen pflegt.

Hier waltet ein tragikomisches Mißverständnis. Die be­rufenen Bekämpfer der Demokratie verfahren in diesem lebenswichtigen Punkte demokratischer" als die Demokraten Selbst.

Demokratischer Grundsak ist, daß die Führung des Staates dem Willen des Volkes entspringen und nur so longe im Amte bleiben soll, als sie sich das Vertrauen des Volkes zu erhalten weiß. Ein solches Vertrauensverhältnis wäre ohne Sinn, wenn es nicht mit gewissen Vollmachten verknüpft wäre. Wenn das Volk leyte Instanz sein soll, so ist damit nicht gefagt, daß es in allen Dingen die erste ist und daß

28ien, 14. Januar. Amilich wird verlautbart: Westlich von Babeni schlugen osmanische Truppen einen russischen Borstoß zurück. Sonst in der rumänischen Ebene wegen schlechten Wetters feine besondere Kampftätigkeit. Südwestlich von Herestrau nahmen gestern früh die Ba­taillone des Generals Goldbach in überraschendem Angriff bie öbe 704. m Raume von Blanes erialareidh terfeinerlei Maßnahmen der Staateleituna getroffen werden nehmungen deutscher Abteilungen, die dem Feinde fchwere Ber= lufte zufügten. Weiter nördlich nichts zu melden.

Ruhe.

Italienischer Kriegsschauplak.

Südöstlicher Kriegsschauplat

Am 11. Januar griffen Teile dreier französischer Regi­menter die österreichisch- ungarischen Stellungen am Südende des Ochrida- Sees von Often her an. Der französische Angriff wurde abgeschlagen, woran auch östlich des Sees angreifende öfter­reichisch- ungarische und bulgarische Abteilungen mitwirften. Gestern früh gingen unsere Truppen zum Gegenangriff über und warfen den Feind über die Cerava zurück.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. v. Soefer, Feldmarschalleutnant.

Dursten, bebor das Volt ihnen zugestimmt hat. Es ist ani wenigsten damit gesagt, daß die Maßnahmen der Krieg. führung von den Abstimmungen abhängig gemacht wer­den sollen, die in verschiedenen wohlnieinenden, sich selbst als vaterländisch" bezeichnenden Bereinen stattfinden.

Dieselben Herren, die in ihrer Presse und in ihren Ver­fammlungen der Kriegsleitung Direktiven für ihr ferneres Verhalten erteilen, pflegen ihren Widerstand gegen die Demokratisierung des Staatswesens auf den Satz zu grün­den, daß ein Staat nur auf den Grundlagen gedeihen tönne, auf denen er groß geworden sei.

Was wohl der alte Frib gesagt haben würde, wenn ihm ein baterländischer Verein" aus Dingsda eine Resolution geschickt hätte, in der ihm vorgeschrieben worden wäre, wie der Siebenjährige Krieg zu führen sei?!

Noch im Preußen nach Jena war, in Kriegs- wie in Friedenszeiten, jede Vereinstätigkeit verboten. Auch die Auf die Tagesordnung der Versammlung stellte die holländische patriotische Absicht, die regierungsfreundliche Gesinnung Delegation die Einberufung einer Vollfibung des schütte nicht vor schweren Freiheitsstrafen. Wäre es richtig, Bureaus, wofür die Parteien der Mittelmächte sich seit langem daß ein Staat nur auf den Grundlagen gedeihen kann, auf Saag, 11. Januar. In Het Volt" vom 10. Januar be- lärt haben. Die holländische Delegation hat es als im Intereſſe denen er groß geworden ist, so würden alle Zeitungsschreiber spricht Genosse Troelstra den immer unhaltbarer werdenden der Sache liegend erachtet, unseren Parteigenoffen Branting , und alle Vereinsredner, für die das deutsche Alphabet nicht spricht Genosse Troelstra den immer unhaltbarer werdenden den Freund der französischen Bartei, zu der geplanten Zusammen mit A, sondern mit u anfängt, längst im Zuchthaus Zustand, der durch Verkehrshindernisse und die Weigerung tunft miteinzulaben und es sollen Schritte geton werden, um den iken und bei Rumfutsch und blauem Heinrich darüber der Ententesozialisten speziell der französischen Partei betreffs Abhaltung einer Vollfigung des J. S. B. entstanden belgischen Mitgliedern( Anseele und Bertrand) die Reise nach dem nachdenken können, was es heißt, dem König von Preußen ift. Selbst über den Vorschlag der zurzeit mit der Erekutive Saag zu ermöglichen.. betrauten niederländischen Delegation betr. Einfegung einer 180 Stimmen auf dem Papier zum Schweigen und Nichtstun Rommission zur Milderung der Kriegsleiden ist infolge der gestörten Beziehungen noch keine Entscheidung getroffen. berbammen laffen? Mit Spannung warten wir das " Die französische Partei fürchtet offenbar, daß diese Kom- dieſes äußersten Versuchs unserer niederländischen genoffen ab." mission zu einer verkappten Zusammenarbeit auf politischem Gebiet zwischen den Parteien führen könnte."

Und in solch einer Zeit sollte die Internatinoale sich durch

Resultat

Partei­

Die letzte Phase des Weltkriegs.

Der Verfasser verweist auf das Zunehmen der Strömung in der französischen Partei, die für Wiederaufnahme der internationalen Beziehungen ist und das die Mehrheit auf dem letzten Weihnachtskongreß nur noch winzige 130 Stim­Die gefährlichste Phase für die Nentralen. men betragen habe; daß diese Mehrheit zudem nur eine Bern, 13. Januar. Im Bund" kommt der namhafte fiktive lei, daß die auf die befesten Gebiete ent Striegsfritifer Stegemann in der heutigen Betrachtung fallenden( aber nicht vertretenen) Stimmen einfach als der allgemeinen Kriegslage zu nachstehendem Schluß: gegen die Wiederaufnahme der internationalen Bezie hungen in Rechnung gejezt wurden. Ferner wird auf den Beschluß der französischen Gewerkschaften verwiesen, die sich für die Wiederherstellung der gewerkschaftlichen Internationale ausgesprochen haben, und dann heißt es

wörtlich:

Welches moralische Recht hat ein solches Votum der franzö­fischen Partei, um in einer Zeit, wo selbst die Vertreter der herr­schenden Klasse die Initiative zum Frieden ergriffen, das Prole­tariat als Friedensmacht zu lähmen? Darf durch die 130 dent würdigen Stimmen das Organ, das ungeachtet aller Schwierig feiten seine Beziehungen zu allen Parteien aufrecht zu erhalten mußte, zu einem toten Pferd am Baum erniedrigt und von jeder wirklichen Aftion abgehalten werden?

Diese Fragen waren in einer Borstandssitzung der S. D. A. p. und des niederländischen Exekutivkomitees des J. S. B. Gegen stand ernster Beratung. Das Resultat war, daß das Komitee sich jekt in aller Form an seinen Borjibenden Vandervelde und an die englischen und französischen Parteien gewendet hat, um 1. eine Bolligung des Komitees( belgische und holländische Mitglieder). abzuhalten;

2. für die Anwesenheit von Vertretern der französischen und englischen Parteien Sorge zu tragen.

Die allgemeine Kriegsloge wird heute von den militär­politischen Gesichtspunkten beherrscht, die durch die Bekannt gabe der Kriegsziele der Entente und mehr oder weniger un­bestimmte Umschreibung der Kriegsziele der Zentralmächte bestimmt worden sind. Sie entzieht sich daher fortan der absoluten militärischen Betrachtungsweise.

in seine Geschäfte dreinzureden.

teinerlei Meinungsäußerung unterbunden und mit Strafe belegt werden soll. Aber wir meinen auch, daß ein Bolt, je freier es ist, desto klarer die Grenzen erkennen soll, die zwischen bloßem Dafürhalten und fachmännischer Erwägung berantwortlicher Stellen gezogen sind. Wer einer Bersammlung aumutet, fie fönne entscheiden, wie sich die deutschen U- Boote in Sicht feindlicher oder neutraler Handelsdampfer zu ber­halten hätten, der macht nur sich selbst und die Versammlung zum Gespött. Denn zur Entscheidung dieser Frage sind Renntnisse notwendig, die sich heute der Oeffentlichkeit entziehen und die weder der Redner noch die von ihm ange sprochene Versammlung befizen. Eine Versammlung, die folche Entschlüsse fassen will, mag sich, wenn sie sich dazu für befugt hält, erst die diplomatischen Berichte aus dem Ausland und die Akten des Reichsmarineamts vorlegen lassen. Sie mag dafür sorgen, daß die Frage in allen militärischen, tech­nischen und politischen Einzelheiten öffentlich diskutiert werden kann! Fehlen aber die notwendigen Unterlagen, so bleibt jede noch so feierliche und stürmisch beklatschte Beschlußfaffung" eine findische Spielerei.

Als Demokraten stehen wir auf dem Standpunkt, daß

Dadurch wird ein Element der Unsicherheit wirksam, das die legte Phase des europäischen Krieges fiir Solche Bocksprünge sind aber auch nur deshalb möglich, die friegführenden Parteien zur blutigsten, frampfhaftesten weil wir kein geordnetes demokratisches Staatswesen be­und gewaltigsten machen und besonders jenen Interessen fizzen. Während wir auf der einen Seite zu wenig Demo­verband aktin sehen wird, der die proklamierten territorialen fratie haben, produzieren wir auf der anderen Seite zuviel Biele noch erstreiten muß, und für die Neutralen zur ge- von ihr, wobei freilich dann nichts anderes als eine lächerliche fährlichsten Phase, meil man nun von einem Tag auf den Frage und Sarikatur von Demokratie herauskommt. Und andern in wirtschaftlicher und militärischer Beziehung vor die Anbeter dieser absonderlichen Seite von Demokratie fürd eine neue Lage gestellt werden kann. sich gar nicht des grotesken Widerspruchs bewußt, in den sie Unter diesen Umständen wird auch die vom ozeanischen sich berwickeln, indem sie die Grundlagen des Staates gegen Toben des Weltkrieges um brandete Schweiz nicht die überhandnehmende Demokratisierung" verteidigen und umhin können, sich ihrer infularen Lage entsprechend vor- zugleich von Wirtshaus zu Wirtshaus ziehen, um ihre Ver­zusehen, ihre Lebenshaltung den bittersten Verhältnissen an- einsgenossen von der Notwendigkeit bestimmter militärischer zupaffen und ihre militärische Bereitschaft und politische Un- Maßregeln zu überzeugen. abhängigkeit unter vollkommener Wahrung ihrer Neutralität nach allen Seiten tunlichst sicherzustellen.

"

Selft uns zu einer wirklichen Volksregierung und übertragt ihr die schwere Entscheidung, wie dieser Krieg