Nr. 118. 34. Jahrg.
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Dienstag, den 1. Mai 1917.
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die zu verteidigen die Gegenwart noch immer erheischt. So wenig die Internationale ai 1. August 1914 begraben wurde, so wenig wird ihre Auferstehung durch eine Politik gefördert, die instinktiven Gefühlen Erschöpfter und Ungeduldiger, aber
Berlin , 1. Mai. dann auch die Vertreter der Regierungen einander Die Internationale ist tot, der Maigedanke be- nähern werden, um das Ende des Vernichtungskampfes mit graben!" So schwatzten und jubelten vor fast drei Jahren einander zu beschließen. die schnellfertigen Federn des Bürgertums, so urteilten die Denn auch das wird immer flarer, daß nur auf den Kleinen Geister, die nur im Banne des Augenblicks leben und von uns gewiesenen Bahnen der Friede erreicht nicht dem ruhigen klaren Denken des Besonnenen entspricht. niemals es zu dem Glauben bringen, daß das Ungeahnte werden kann. Jeder Monat dieses Strieges erbringt eine Wenn wir wie bisher weiter ruhig unsere Pflicht tun, von heute morgen einem noch viel ungeahnteren weichen neue Lehre dafür, daß über die Vergewalti- ohne uns von unserem Innern etwas preiszugeben, ohne uns fönnte. Der Ausbruch des Weltkrieges hatte in ihren Augen gung und Zertrümmerung irgendwelcher bom Völkerhaß blenden zu lassen, ohne die Flamme unferes die Internationale vom Leben zum Tod befördert, sie beeilten ölker hinweg fein Friede zu haben ist deals auszulöschen, dann ist uns auch die große Auferstehung sich, dies notariell zu zertifizieren, wälzten einen großen Stein Dieser Krieg zeigt, daß das willkürliche Verhandeln von des Maigedankens gewiß, von dem es heißen wird: auf das vermeintliche Grab, und mun mußte der verhaßte Gedanke Bölfern und Ländern, wie es die Kabinettsfricge früherer ein für allemal erledigt sein. Ein Friedrich Niehsche hat ein Beiten abschloß, im zwanzigsten Jahrhundert ein für allemal mal höhnend und triumphierend zugleich den kleinen Geistern, unmöglich geworden ist. Wohl erheben noch hüben welche die großen Gedanken hängen wollen, das Troßwort ins wie drüben die Annerionisten ihre heisere Stimme und Gesicht geschleudert: fordern mit Landkarten und Statistiken in der Hand nach Herzensbegehren, aber die große Masse der Völker wendet sich immer mehr von der Unmöglichkeit ihres Tuns ab. Und wenn die Annerionisten auf beiden Seiten gegen
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Licht wird alles, was ich faffe. Kohle alles, was ich lasse, Flamme bin ich sicherlich!
Die Einladung zur
Symptom mit Triumph begrüßen, so äußert sich darin nichts als die verhaltene Angst, daß die Regierungen ben ihnen dort bereiteten Weg auch wirklich gehen werden. Auch diese Angst faffen wir als Triumph unseres Maigedankens.
Konferenz.
Der Kopenhagener, Socialdemokraten" bringt in feiner Nummer vom 29. April folgende Einladung des Sekretärs für das Internationale Sozialistische Bureau:
Werte Parteigenossen!
Bettler ihr denn euch zum Neide ward mir, was ihr nie erwerbt: zivar ich leide, zwar ich leide- aber ihr ihr sterbt, ihr sterbi! Auch nach hundert Todesgängen bin ich Atem, Dunst und Licht Unnig, unnük, mich zu hängen! Sterben? Sterben kann ich nicht!" Sterben fann ich nicht! Auch der Maigedanke kann Freilich, wenn wir uns der Tatsachen erinnern, welche nicht sterben. Denn er ist einer der großen Menschheits- die Unmöglichkeit bewiesen haben, diesen Strieg durch Völkergedanken, die an ihren Niederlagen nur wachsen. Als zertrümmerung und Annegionen von irgend einer Seite her Tag des Weltfriedens haben wir ihn gefeiert. Und so wahr zu beenden, so steht unter ihnen das dürfen wir nicht ver- gebeten, Shnen mitzuteilen, daß sie im Einverständnis mit Die holländische Delegation des Eretutivkomitees hat mich der 1. August des Jahres 1914 die furchtbarste und schverste geffen mit an erster Stelle auch die entschlossene zahlreichen Sektionen der Internationale die Zuitiative erNiederlage des Weltfriedens seit Jahrhunderten bedeutete, ist Selbstverteidigung des deutschen Volkes zahlreichen Sektionen der Internationale die Initiative erdeshalb der Gedanke zu Grabe getragen worden? Nein, im gegen die Vernichtungspläne seiner Feinde. griffen hat, eine internationale Konferenz aller angeschlossenen Gegenteil! Millionen, die bisher in den Tag hineinlebten und Heute, vor dem Zusammentritt der Stockholmer Konferenz. Sektionen einzuberufen. Die Konferenz findet in Stød. den ersten Mai nicht mit uns feierten, weil sie sich von dem dürfen wir mit Stolz wiederholen, was die Partei jo vii holm am 15. Mai 1917 und den folgenden Tagen statt. Gegenteil des Friedens, dem Kriege, gar feine Vorstellung betont hat, daß das entschloffene und traft- internationalen Situation. Die Zulaßbedingungen Auf der Tagesordnung steht die Erörterung der machten, sind erst durch die Schrednisse der drei vergangenen bolle Bekenntnis der Arbeiterschaft zur und Stimmenverteilung wird bestimmt sireng nach den Regeln Jahre über die Höhe unseres Ideals belehrt worden. Verteidigung des eigenen bedrohten andes für die internationalen Kongresse, und Einladungen zur Zeil. Felsenfest hegen wir die Ueberzeugung, daß 99 vom Hundert den internationalen Gedanken nicht tötet, nahme an den Arbeiten der Konferenz werden in Uebereinderer, die draußen in den Schüßengräben liegen, im Todes- nein, es vertieft ihn in dem Sinne, wie unser unvergeßstimmung hiermit auch an die Minderheitsparteien bereich des Trommelfeuers, der 30-3entimetergeschütze, der licher Jean Jaurès cinst gesagt hat, daß nur in den kriegführenden Ländern gerichtet.
oft
Cam. Huysmans,
Sekretär für das Internationale Sozialistische Bureau.
1. Die Vertreter aller Gruppen, die die Uniwandlung der fapitalistischen Eigentums- und Produktionsordnung in die fozialistische Eigentums und Produktionsordnung anstreben und die Teilnahme an der Gesetzgebung und die parlamentarische Tätigkeit als ein notwendiges Mittel zur Erreichung dieses Zweds ansehen.
Minen, der Maschinengewehre, der Flammenwerfer, der Hand- der wirklid) international gesonnen fein granaten, der giftigen Gaswolfen und was sonst an nie ge- tann, der sein eigenes Land glühend Yiebt. wünschen, sobald als möglich die Namen ihrer Delegierten Wir bitten die Parteien und Gruppen, die teilzunehmen fanuten Werkzeugen der Bernichtung dieser Krieg Herbor- Daran soll auch heute erinnert werden, wo an der Westfront mitzuteilen und uns alsbald brieflich oder durch die Bresse gebracht hat, daß 99 vom Hundert als begeisterte Hunderttausende unserer Brüder im schwersten, opfervollen mitzuteilen, falls man den Delegierten Pässe Friedensfreunde zurüdfehren werden! Und Friedens- Singen für ihr Land stehen, daß unser Bekenntnis zur Inter - verweigern sollte. freunde ganz anderer Art wie vor dem Striege werden auch nationale nicht jener abstratt tosmopolitische Glauben ist, den die drinnen sein, die Mütter, die um ihre Söhne, die Frauen, unfere Gegner uns andichten. Er wurzelt in der Liebe zum von diesem Rundschreiben bestätigen und Sorge tragen wollten Wir wären Ihnen verbunden, falls Sie uns den Empfang die um ihre Männer Jahr für Jahr bangten, die Kinder Lande, in der Liebe zur Heimat, zum eigenen Volke, zu den für ihre Veröffentlichung durch die sozialistische Presse. nicht zu vergessen, deren Jugend unter den Eindrücken diefer Dichtern und Denkern, in deren Geiste vir groß geworden Schrecktnisse heranreift. Wenn jemals Sorge dafür sind, aber mit dem Unterschied gegen andere, daß wir diese getragen ist, daß der Maigedanke durch Liebe nicht nur für uns selbst in Anspruch nehmen, sondern Generationen hindurch nicht vergessen und allen anderen Völkern in gleicher Weise zuberloren werden kann, dieser Krieg hat das ertennen. In der ganzen Welt werden alle, die das baldige Aeußerste dazu getan. Und weitere Hoffnungen find zu diesem Mai groß- Zustandekommen des Weltfriedens unter werftätiger Aber nicht nur diese Zuversicht allein ist es, die am geworden: Das russische Volk hat das Joch der Secht- Hilfe des internationalen Sozialismus ersehnen, dritten Striegsmai unsere Hoffnung aufrecht erhält. Nicht schaft abgestreift, und mit dem Sturze des Zarismus ist nicht diese Botschaft freudig begrüßen. nur der Gedanke lebt, auch sein Werkzeug, die Inter - nur das russische Snutensystem zusammengebrochen, sondern Nach den Zulassungsbedingungen, die feinerzeit vom nationale, sie ist nicht tot! Schwäten und jubeln die jede Möglichkeit, in irgendeinem europäi- Bondoner Internationalen Kongres festgesetzt wurden, sind Alltagsjournalisten noch über den Zusammenbruch der Inter - fchen Staate noch fürder nach absolutistischen einzuladen: nationale? D nein, fie bangen und sorgen. Denn der Auf- Methoden zu regieren. Ob die Neste europäischer bau der Internationale vollzieht sich schneller, als selbst unsere Feudalherrschaft sich noch ein paar Monate oder ein paar Hoffnungen es beim Ausbruch des Krieges anzunehmen wagten. Jahre behaupten, ihre Stunden sind gezählt, wir wissen, Wir hofften auf einen Zusammentritt der Internationale daß wir ihren Zusammenbruch noch vielleicht während, vielleicht auch erst nach der allgemeinen Leben und feiern werden. Deshalb schrect Friedenskonferenz der fricgführenden Mächte. Doch die uns auch nicht alles Pochen auf veraltete Vorrechte, Internationale zeigt die Straft, noch während des mit denen man in Deutschland unsern Forderungen begegnet. Krieges sich als Phönig aus der Asche zu erheben: Gerade Wollen sie nicht jetzt weichen, um fo jäher wird der am Vorabend des 1. Mai trifft die Nachricht ein, daß bereits Sturz fein, den ihnen ein Volt bereitet, das durch drei am 15. d. M. die Stockholmer Konferenz zufammentreten Striegsjahre zu der Ueberzeugung herangereift ist, daß es und ( nur es allein der Träger des Staates ist. Die Delegierten der eingeladenen Parteien und Gruppen Nach Stockholm werden sich in wenigen Tagen dic; So sprießen aus der Blutsaat des Weltkrieges die Reime bedürfen unter den gegenwärtigen Umständen eine ReiseAugen und Herzen von Millionen Sozialisten und Arbeitern des Friedens und der Freiheit hoffnungsvoller erlaubnis durch ihre Regierung. Es ist dringend zu wünschen, aller friegführenden Länder richten. Aber auch un- denn je. Und weil wir die Zukunft klar und sicher vor uns daß keine Regierung irgend einem Eingeladenen den Auszähliger anderer Menschen. Leute, die vor dem Kriege sehen, die uns fein Teufel rauben tann, wenn landspaß verweigert. Wir wünschen, daß über die Zulassung niemals etwas mit der Sozialdemokratie zu tun haben wir nur wollen und ausharren, deswegen bedürfen wir auch zur Stonferenz niemand anders zu entscheiden habe als das wollten, schauen hoffend und bangend dort hin, denn jener nervösen und furzatmigen Stimmen nicht, die schreien, zuständige Bureau. Wer geladen ist, dem gebührt von der Tagung der sozialistischen Internationale vinkt der daß schnell irgend etwas Gewaltsames geschehen müsse, an- auch ein Baß! Frieden. Nicht, daß wir überschwenglich hoffen fönnten, sonsten wir die Zukunft verscherzen. Die Zukunft ist Bekannt ist, daß die französische Partei mit knapper Mehrdie Stockholmer Tagung Tagung würde unmitelbar den nur zu verscherzen, wenn wir uns anstatt heit die Beteiligung abgelehnt hat. Die franzöfifchen GeFrieden herbeiführen. Soweit sind wir nicht, und es wäre wie bisher von fester Besonnenheit und tla- werkschaften haben aber schon auf ihrem Weihnachtsfalsch, sich mit neuen Illusionen zu belasten, die nur zu rer Erfenntnis, von hysterischer Ungeduld kongreß ihre Bereitwilligkeit ausgesprochen, sich an interneuen herben Enttäuschungen führen müßten. Aber die Stod Leiten lassen, wenn wir die fundamentale Wahrheit ver- nationalen Verhandlungen zu beteiligen. holmer Tagung kann den Pfad durch die zwischen den gessen, daß alle Zukunft in der Gegenwart wurzelt und Möge Stockholm eine Etappe auf dem Wege Wölfern aufgetürmten Drahthindernisse brechen, auf dem sich ihr einziges Fundament die Existenz des Volkes ist, zum Frieben werden, die legte vor dem Ziel!
wird.
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2. Alle gewerkschaftlichen Organisationen, die, wenn sie sich auch als solche nicht am politischen Kampfe beteiligen, doch die Notwendigkeit politischer und parlamentarischer Tätigkeit anerfennen. Anarchisten sind mithin ausgeschlossen.