Einzelbild herunterladen
 

Nr. 153. 34. Jahrg.

Abonnements- Bedingungen:

Abonnements. Breis pranumerando Bierteljährl 8,90 ML, monatl. 1,30 ML, möchentlich 30 Big. fret ins Haus Einzelne Nummer 5 Big. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage Die Neue Welt" 10 Bfg. Boſt. Abonnement: 1.30 Mart bro Monat Eingetragen in die Bost- Zeitungs. Breisliste. Unter Kreuzband Tüz Deutschland und Desterreich Ungarn 2,50 Mart, für das übrige Ausland

Mart pro Monat. Bostabonnements nehmen an Belgien , Dänemart, Holland , Italien , Luxemburg , Bortugal Rumänien, Schweden und die Schweiz

Ericheint tägna.

Vorwärts

Berliner Volksblaff.

5 Pfennig

Die Infertions- Gebühr

Beträgt für die sechsgespaltene Kolonel. seile oder deren Raum 60 Pfg., für bolitische und gewertschaftliche Bereins und Versammlungs- Anzeigen 30 Pig. Kleine Anzeigen", das jettgedruckte Bort 20 fg.( zuläfftg 2 fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 10 Big. Stellengesuche und Schlafstellenan zeigen das erfte Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Bfg. Worte über 15 Buch. staben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummier müssen bis 5 1hr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet.

Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin ".

Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands .

Redaktion: SW. 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Amt Moritplas, Nr. 151 90-151 97.

Donnerstag, den 7. Juni 1917.

Expedition: SW. 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Amt Morikplats, Nr. 151 90-151 97.

Stockholm erwartet die franzofen.

Stockholm .

Die Engländer unterwegs.

Die Erklärung des A.- und S.- Rats. Petersburg, 6. Juni. Der Rat der Arbeiter und Soldaten

pellationen. Große Schwierigkeiten stehen aber derartigen durch­greifenden Reformen im Wege. Der Ministerpräsident hob weiter Hervor, daß Wahlen bevorstehen, durch die das Volt seine Stimme über Verfassungsreformen abgeben könne. Sobald das Wahlergebnis befannt geworden sei, würde die Regierung dem König einen ent sprechenden Rat geben.

abgeordneten erklärt in seiner Einladung zur Stockholmer Diese ausweichende Rede befriedigte weder Sozialdemo­Konferenz, die in der Zeit vom 28. Juni bis 8. Juli ftatt- fraten noch Liberale. Der schwedische Ministerpräsident hat finden soll, er sei überzeugt, daß die Organisationen, die die sicher recht, wenn er eine zielbewußte Politik der Neutralität Einladung angenommen haben, die Verpflichtung übernehmen notwendig nennt. Aber er vergißt, daß die auswärtige werden, für die Durchführung aller angenomme- Politik einer Regierung um so fester und eindrucksvoller ist, nen Beschlüsse zu sorgen. je mehr sie sich auf die Geschlossenheit einer in der Ver­teidigung ihres Rechtes einmütigen Nation berufen kann. Branting bedauerte, daß die Regierung eine große Tat ber­Ungarn sei der Mann, der starken Widerstand dem allgemeinen Stimmrecht entgegengesetzt habe, gestürzt worden, in England habe das Unterhaus das Frauenstimmrecht angenommen. Branting hob auch die Verfassungsänderungen in den Nachbarländern hervor. Auch der Führer der liberalen Partei Eden gab der Ent­täuschung seiner Freunde über die Antwort Ausdruck.

Erfolge und Hoffnungen. Stockholm , 6. Juni. ( Eigener Drahtbericht des Bor - säumt habe. Die Regierung des 8 aren sei gestürzt worden. In

wärts".)

.

"

Für die Verhandlungen mit der Vertretung der deutschen Sozialdemokratie sind die Tage bis Freitag, vielleicht bis Sonnabend, in Aussicht genommen. Die Vertreter der Unab= hängigen treffen am Freitag hier ein, es wird aber kaum vor Montag mit ihnen verhandelt werden. Während der Interpellationsberatung im Reichstag, in Die tschechischen Separatisten Nemec, Smeral und dessen Nachbarschaft alle Eingangsstraßen abgesperrt waren, Habermann erhielten durch Intervention des deutsch - österreichischen hatte sich eine große Voltsmenge auf dem Gustav- Adolf­Sozialdemokraten Seis Bässe, sie werden Mitte Juni hier erwartet. Platz versammelt. Eine doppelte Reihe Soldaten und reitende Das Internationale Bureau erleichte für verschiedene Polizei sollten Unordnung verhindern, was jedoch nicht ganz Kriegsgefangene, deren Tätigkeit für die Stockholmer gelang. Steine wurden geworfen, die Polizei zog blank und Friedensarbeit wichtig sein kann, wertvolle Erleichterungen. So verwundete einige Personen. wurde eine erhebliche Befferung der Lage Dr. Otto Bauers er­

Belgrad frei bewegen.

Troß der Rede Ribots erwartet das hollän= disch skandinavische Komitee bestimmt die bal= dige Ankunft Renaudels und Longuets. Fest steht, daß Roberts und Clyne 3 von der Arbeiterpartei und Mac­donald von der Vereinigten Unabhängigen Arbeiterpartei und Sozialistenpartei bereits unterwegs sind. Nach Beendigung der Verhandlungen mit den Engländern und Franzosen wollen Bran­ting, van Kol, Albarda und Huysmans mit ihnen nach Petersburg reisen.

verlangt.

Unwahrhaftigkeit.

Die Deutsch- Konservativen Schlesiens haben am ver­

gangenen Sonnabend in Breslau eine Delegiertenversammlung abgehalten, die von dem Vorsitzenden, dem Erblandmarschall Grafen von Seidliz- Sandreczki mit einer recht bemerkens­werten Rede eröffnet wurde. Der Herr Erblandmarschall beteuerte zunächst den festen Willen der konservativen Partei, Altbewährtes nicht, im Schlamm der Demokratic" verkommen zu lassen und beschäftigte sich sodann mit der Stellung seiner Partei zur Monarchie. Darüber be­richten konservative Zeitungen folgendes:

Warm betonte Redner den monarchischen Charakter der deutsch - konservativen Partei, an dem wir nicht rütteln lassen. Er beleuchtete das unwahrhaftige jener Kritik, die die kons servative Meinungsverschiedenheit mit dem Reichskanzler auf unser Treuverhältnis zu unserem Allerhöchsten Herrn und König hinüberspielen wolle. Die Person unseres Königs scheidet für uns aus der politischen Diskussion vollkommen aus, andererseits werden wir uns aber jeder­zeit das Recht der Kritik an der Politik des gerade im Amte be­findlichen Staatsmannes vorbehalten.

Es wird nachgerade nottvendig, in die Wahrhaftigkeit dieses Einerseits Andererseits etwas tiefer hineinzuleuchten. In Deutschland wird, zum Unterschied von allen anderen Ländern, der Chef der verantwortlichen Regierung ohne jede Mitwirkung des Parlaments vom Staatsoberhaupt In anderen Ländern ist das Staatsoberhaupt

Während der Unruhen vor dem Reichstagsgebäude auf ernannt zielt, der im ersten Kriegsjahr als österreichischer Leutnant in dem Gustav- Adolf- Platz begab sich Branting vom Reichstag in der Wahl seines obersten Ratgebers durch geschriebenes Galizien gefangen genommen wurde und seitdem in einem Lager auf den Plak und forderte die Menge auf, ihn nach dem Ge- oder gewohnheitlich überkommenes Verfassungsrecht gebunden. am Baikalsee untergebracht war. Es besteht begründete Aussicht, werkschaftshause zu folgen, was auch geschah. Dort hielt er Er kann keinen Mann zum Ministerpräsidenten machen, noch feine Entlaffung nach Stockholm zu bewirken, wo er als Sekretär vom Balkon des Gebäudes eine Ansprache an die Menge, in peniger ihn als solchen behalten, der das Vertrauen des des Internationalen Bureaus arbeiten soll. Der von der rumäni- der er die Antwort der Regierung kritisierte. Er ermahnte Parlaments nicht besigt, er fann ebensowenig einen Miniſter­schen Regierung in Jaffy der russischen Regierung ausgelieferte die Menge, ruhig nach Hause zu gehen. Die Menge hielt präsidenten entlassen, der fest im Vertrauen des Volkes und Genoffe Rakowski hat jest freies Bewegungsrecht in Peters- dann im Gewerkschaftshause eine Versammlung ab. In ihr der Volksvertretung steht, denn sein Nachfolger würde ja burg . Umgekehrt wurden auch für Kriegsgefangene in Desterreich wurde beschlossen, das Sekretariat der gewerkschaftlichen sofort durch ein Mißtrauensvotum des Parlaments erledigt wesentliche Besserstellungen erzielt, namentlich für das Bureau- Landesorganisation aufzufordern, den Generalstreit zu werden. mitglied Pawlowitsch. Auch Kazlerowitsch darf sich in organisieren. Die Antwort wurde für Mittwoch Monarch für die Regierungspolitit keinerlei Verant In parlamentarisch regierten Ländern trägt also der wortung, weder vor dem Parlament, noch vor dem Volk, rührte Branting die Zusammenstöße zwischen der Polizei und der land dagegen ist seine Stellung außerhalb jeder Verantwort Bei der Fortsetzung der Debatte in der Zweiten Kammer be- noch vor dem Urteil der Geschichte; er befindet sich voll­Bei der Fortsetzung der Debatte in der Zweiten Kammer be- ständig außerhalb der parteipolitischen Feuerzone. In Deutsch­Menge und erklärte, daß die Polizei eine unverant wortliche Haltung gezeigt habe, indem sie auf die Menge lichkeit weiter nichts als eine verfassungsrechtliche Fiktion. eingeschlagen habe, die offensichtlich keine Ahnung hatte, daß fie Dieser Unterschied wird sofort klar, wenn man sich ihn an ettvas lebles getan habe. Möglicherweise seien Polizisten mit einem Beispiel vergegenwärtigt. Steinen beworfen, aber es sei unvernünftig, mit blanker Waffe auf Vor dem Krieg war in England das Ministerium Asquith die Menge einzubauen. Er hoffe, daß die Regierung die Beschwerden und besonders dessen damaliger Schazkanzler Lloyd untersuchen und lebergriffe bestrafen werde. Der Ministerpräsident George der Gegenstand konservativer Angriffe, die jenen, Die Verhandlungen mit den Deutschen . erlärte, bie Aufgabe ber Polizei een wie die gebenen Befehl die jetzt von den deutschen Konservativen gegen Herrn v. Beth­sei sehr schwierig, es sei auch schwierig im voraus darüber zu urteilen, Stockholm , 6. Juni. Die Vorbesprechungen mit den deutschen ausgeführt worden seien. Es sei besser, das Urteil zu verschieben, mann gerichtet werden, an Heftigkeit nichts nachgaben. Da­Sozialisten werden heute, Mittwoch, fortgesetzt. Es ist anzunehmen, bis die Untersuchung beendet sei. mals erzählte man sich in London die artige Geschichte von daß die Verhandlungen sich bis in die Mitte nächster Woche Stockholm , 6. Juni. ( Eigener Drahtbericht des Vorwärts".) dem konservativen Lebensretter, der einen Mann aus der hinziehen werden. Am Sonnabend treffen die Vertreter der deut- Die heutige Nummer des Socialdemokraten" ist von Berichten Themse gezogen, aber ihn vorsichtsweise zunächst umgedreht schen sozialistischen Minderheit ein. Die Verhandlungen mit über die gestrigen Vorfälle fast ganz angefüllt. Sie erhebt die habe, um nachzusehen, ob es nicht zufälligerweise Lloyd ihnen werden jedoch erst begonnen werden, wenn die Konferenz mit schwersten Angriffe gegen die Polizisten, die wie Rojaten George sei. Die Stimmung war also ungefähr dieselbe, wie der Majorität beendet ist. Ein Verhandlungsbericht über das Er- gehaust und die friedliche Menge überfallen hätten. In zahl sie sich in jenem deutschen Flugblatt äußerte, in dem der Wunsch gebnis der Besprechungen mit Mehrheit und Minderheit wird erst reichen Momentphotographien zeigt das Bhatt Bilder von Ver- ausgesprochen war, Herrn v. Bethmann doch nur einmal an nach Abschluß sämtlicher Beratungen veröffentlicht werden. haftungen und von berittenen Polizisten, die provozierend, teilweise die Stehle springen" zu dürfen. schivere Knüppel schwingend, gegen die Menge vorgehen.

Der holländische Sozialist Albarda, Mitglied des ständigen Ausschusses, teilt dem Vertreter der Telegraphen- Union" mit, daß die Vorbesprechungen zwischen den Abgeordneten der einzelnen friegführenden Länder, die gesondert stattfinden, heute schon die Annahme zulassen, daß sich alle Differenzen zwischen der internationalen Sozialdemokratie überbrüden lassen. Ribot könnte die Verweigerung der Bässe an die französischen Sozialisten nicht aufrechterhalten, ohne die französische Sozialdemokratie zur schärfsten Opposition zu treiben. Der Opposition würden sich sicher­lich auch viele Personen anschließen, die zwar keine Sozialisten, wohl aber Friedensfreunde sind.

Plechanow Iswolskis Nachfolger. Stockholm , 6. Juni. ( Eigener Drahtbericht des Vorwärts".) Hier verlautet mit großer Bestimmtheit, daß der russische Bot­schafter in Paris , Jewolski, durch den nationalen Sozialisten Ie chanow ersetzt werden soll.

Lloyd George war aber der Vertrauensmann der liberalen Parlamentsmehrheit und jener liberalen Volfsmehrheit, die bei den Wahlen von 1910 liberale Abgeordnete ins Parla­ment entsandt hatten. Hier lag die Ursache von Lloyd teten sich in ihrer ideellen Verlängerung gegen die Massen der englischen Wähler, denen der verhaßte Mann seine Georges Ministerschaft, und die konservativen Angriffe rich­Stellung im Staate verdankte. Hätte man den englischen Konservativen damals vorgeworfen, ihre Angriffe richteten sich

Dänische Ministerrede zum Frieden. in legter Linie gegen den König, so wäre das zweifellos eine

u

-

Kopenhagen, 6. Juni. ( Ribau Meldung.) Minister offenbare unwahrhaftigkeit gewesen. Denn wenn Christensen sprach heute bei der Feier des Konstitutions- auch der König die Minister der Form nach ernennt, so weiß Für ein gerechtes Wahlrecht in Schweden . tages über die Arbeit für den Frieden und erklärte, doch jedermann, daß sie der Sache nach ihre Existenz dem die Achtung vor dem nationalen Recht würde vielen Schwie- Volfe verdanken, und daß es die Volksvertretung ist, die über Blutige Unruhen. rigkeiten begegnen, und es sei nicht leicht abzusehen, wie weit ihr Sein oder Nichtsein entscheidet. Wie aber liegen die Dinge bei uns? Die Konservativen Der schwedische Ministerpräsident beantwortete man kommen fönnte. Der Gedanke, die Völker durch selbst entscheiden 31 behaupten mit Recht oder Unrecht ist hier ganz gleich, am Dienstag die Interpellationen Brantings über die Volts abstimmung Bahlreformen und des radikalen Sozialisten Benners Lassen, wem sie zugehören wollten, stehe zurzeit im Vorder- daß das Reich vom Reichskanzler Bethmann Hollweg wäh­ström über die Forderungen von Arbeiterreformen. fem Gedanken beschäftige, zumal im Hinblick auf den§ 5 werde. Die innere und die äußere Politik sei so geleitet, daß ström über die Forderungen von Arbeiterreformen. grunde, und es sei natürlich, daß Dänemark sich mit die- rend des Krieges in geradezu unerhörter Weise mißregiert Er führte u. a. aus: Als die Mitglieder der Regierung ihr Amt antraten, erwarteten des Prager Friedens. Aber das deutsche Volk wisse, sie geradewegs dem Abgrund" entgegentreibe. Der Mann, fie nicht, vor solche innerpolitische Fragen gestellt zu werden. Ihre daß es in Dänemark einen Nachbar habe, der unter keinen der diese Politik treibt, ist aber vom Kaiser ernannt, erste Aufgabe war, eine völlig unparteiifche Neutralitätspolitit Umständen ihmin den Rüden fallen werde. Was und zwar nicht bloß in formalrechtlichem Sinne ernannt, burchzuführen und eine günstige Lösung der durch den Weltfrieg wir in nationaler Hinsicht wünschen, schloß der Minister, wie das in parlamentarisch regierten Ländern der Fall ist, erich werten wirtschaftlichen Aufgaben herbeizuführen. Die Re wollen wir nur auf dem Wege des Friedens und sondern wirklich ernannt aus kaiserlichem Willen und aus gierung hat. Berständnis für die wichtigen Fragen der Inter - lder Berträglichkeit erreichen. kaiserlicher Einsicht.

"