Nr. 224. 34. Jahrg.
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Freitag, den 17. August 1917.
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Die zweite Flandernschlacht entbrannt.
Geringe Gewinne der Engländer im
in Flammen.
sesei
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Die Russen bei Mara
se ei über den Sereth geworfen.
Amtlich. Großes Hauptquartier, den 16. Auguft 1917..(.. B.)
Weftlicher Kriegsschauplah.
Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht. In Flandern ist die zweite große Schlacht entbrannt. Der Artilleriekampf nahm gestern an der Küste und zwischen ser und Deule wieder äußerste Heftigkeit an, wurde während der Nacht unvermindert fortgeführt und steigerte sich heute früh zum Trommelfeuer. Hinter dichten Feuerwellen trat dann die englische Infanterie zwischen Bigschote und Wytschaete in 18 Kilometer Frontbreite zum Angriff an.
Im Artois griffen die Engländer zwischen Hulluch und Lens schon gestern morgen mit vier kanadischen Divisionen an. Sie brangen nach stärtster Feuerwirkung in unsere erste Stellung ein und suchten durch dauernden Nachschub frischer Kräfte die Einbruchsstelle beiderseits von 2008 zu vertiefen. Nach aufgefundenen Befehlen war das Ziel ihres Angriffs das 4 Kilometer hinter unserer Front gelegene Dorf Vieil.
In tagsüber währenden, erbitterten Rämpfen brängten unsere- Truppen durch Gegenangriffe den eingebrochenen Feind bis über die dritte Linie unserer ersten Stellung wieder zurück. Der Gewinn der Engländer ist gering; in neuen Angriffen, die sich bis zu 11 Mal wiederholten, versuchte der zähe Gegner am Abend nochmals sein Glück. Vor unserer Kampflinie brachen die feindlichen Sturmwellen zusammen. Südlich von Hulluch und westlich von Lens wurde der Angreifer, der an allen Stellen des Kampffeldes schwerste Berluste erlitten hat, abgewiesen.
Bei St. Quentin entfalteten die Franzosen nachmittags be sonders lebhafte Feuertätigkeit. Es gelang ihnen mit etwa 3000 Schuß auf die innere Stadt, das Pfarrhaus in Brand zu schießen. Von dort sprang das Feuer auf die Kathedrale über, die feit 8.30 abends in Flammen steht.
Heeresgruppe Deutscher Kronpring.
Im mittleren Teil des Chemin- des- Dames herrschte tags. über lebhafte Kampftätigkeit der Artillerien. Nachdem schon morgens ein Vorstoß gescheitert war, sekten am Abend starte französische Angriffe zwischen Cerny und Gehöft Hurtebise in etwa 5 Kilometer Breite ein. Die Angriffe wiederholten sich; hin- und herwogender Kampf tobte bis in die Nacht. Wir blieben voll im Besis unserer Stellungen; die vergeblichen Anläufe haben den Gegner viel Blut gekostet.
An der Nordfront von Berdun nahm der Artilleriefampf vormittags wieder große Stärke an; französischerseits wurde er aber nicht mit der Heftigkeit geführt, wie am 12. und 13. Auguft.
An der
Deftlicher Kriegsschauplak.
Front des Generalfeldmarschalls Prinz Leopold von Bayern.
ist die Lage unverändert.
Front des Generaloberst Erzherzog 30febb In Berfolgungsgefechten brachen deutsche und österreichungarische Truppen mehrfach den Widerstand feindlicher Nachhuten im Gebirge südlich des Trotusul- Tales.
Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Mackensen.
Nördlich von Stravani und Banciu wehrten preußische und bayerische Regimenter erfolgreich zahlreiche Angriffe der Rumänen und neu herangeführter russischer Kräfte ab.
Am Sereth wurde der noch auf dem Westufer haltende Feind durch kraftvollen Angriff unserer Truppen über den Fluß zurückgeworfen.
54 Offiziere, dabei auch franzöfifche, 3500 Mann, 16 Geschüße und über 50 Maschinengew ehre blieben in unserer Hand. Mazedonische Front.
Nichts Neues.
Der Erste General quartiermeister. Lubendorff.
Abendbericht.
Amtlich. Berlin , 16. August 1917, abends.
Der feindliche Ansturm in Flandern , der sich seitlich noch bis auf 30 Kilometer Breite ausdehnte, ist verluftreich zerschellt.
Nur bei Drie Grachten am serkanal und bei Langemard hat der Gegner örtliche Erfolge errungen; hier wird noch gekämpft.
Von St. Julien, nordöstlich von Ypern , bis Warneton an der Lys ist der Feind überall restlos zurückgeworfen.
Im Artois und bei Verdun starker Feuerkampf. Im Osten nichts Wesentliches.
Der österreichische Bericht.
Deftlicher Kriegsschauplatz. Wien , 16. August 1917.( W. Z. B.) Amtlich wird verlautbart:
Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Mackensen
Deftlich von Marasesci warfen deutsche Regimenter den Feind über den Sereth zurück, wobei sie über 3500 Gefangene, 16 Geschüße und über 50 Maschinengewehre einbrachten. Bei Stracani scheiterten schwere, durch erhebliche Berstärkungen genährte Feindangriffe.
Heeresfront des Generalobert Ershersvg Joseph.
An der oberen Susita wich der Gegner auf die Höhen westlich von Roccasa und östlich von Soveja. Honvedregimenter entriffen ihm den Mt. Resboiutut.
Heeresfront bes Generalfeldmarschalls Prinz Leopold von Bayern.
Reine besonderen Ereignisse. Italienischer und Balkan - Kriegsschauplah. Nichts zu melden.
Der Chef des Generalstabes.
Mannheim , 16. Auguft.( Eigener Drahtbericht des " Vorwärts".) Die Neue Badische Landeszeitung" meldet aus London über Rotterdam : Der Petersburger Vertreter der Londoner Daily News" hatte eine Unterredung mit Kerenski , zu deren Veröffentlichung er ermächtigt wurde. Kerenski führte aus:
Auf den Friedensruf von Stockholm antwortete die Entente mit dem Paßverbot und dem Gebrüll der Flandernschlacht. Wieder triumphierten die Kriegsfanatiker aller Länder, die in einer endlosen Fortsehung des allgemeinen Völkerwürgens das Heil für das eigene Volk finden wollen. Aber der Friedensgedanke läßt sich weder durch Polizeimaßregeln erwürgen, noch durch Trommelfeuer totschlagen. Für einen Augenblick im Norden geduct, erhebt er im Süden von neuem das Haupt, und die Zeitungen, die sich voreilig freuten, die Rubrik Stockholm verschwinden zu lassen, müssen ihre Spalten füllen mit der Friedensattion des Papstes.
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Sozialismus und Bapsttum fürwahr ein seltsames Gespann! Zwischen der großen geistlichen Macht der Vergangenheit und den emporstrebenden Kräften der Zukunft schien und scheint der Gegensatz unüberwindlich. In den Zeiten Leos XIII. waren Striegserklärungen an die sozialistische Arbeiterbewegung von Rom aus faum seltener als von Pots dam . Aber auch hier bewährt sich das alte Gesetz, daß das Christentum jeder Konfession, solvie es sich auf seinen fittlichen Kern zurückbesinnt, wollend oder nicht in die Gesells schaft des Sozialismus gerät, der seinerseits ohne Rücksicht auf Glaubensfäße im Kampf um ein großes Ziel die Bundesgenossen nimmt, wo er sie findet.
Der Kampf, den wir jetzt führen, ist der größte Kampf, den der Gedanke des internationalen Sozialismus je zu führen hatte, um so größer, als er nicht mit gesammelter Kraft nach außen geführt werden kann, sondern die schwersten und schmerzlichsten inneren Auseinanderschungen mit sich bringt. Wir haben gestern nicht ohne Bewegung die Ausführungen des französischen Sozialisten Thomas gelesen, der por drei Jahren und drei Wochen begeistert für die deutsch - französische Verständigung eintrat und der heute in der Sache Frankreichs so sehr alles Recht und in der Deutschlands so sehr alles llnrecht verkörpert sieht, daß er von Verständigung und faulem Frieden" nichts wissen will.
Wir kennen die Note des Babftes noch nicht in ihrem Wortlaut, aber nach allem, was wir von ihr wissen, scheint fie stark auf das hinauszulaufen, was Thomas die ihm unerwünschte Verständigung und den faulen Frieden nennt. Rom beteat fich in einer Barallele au Stockholm , nicht zu ienem Stockholm , das Henderson und Thomas wollen, sondern zu jenem, das den holländischen, den ikandinavischen, den russiichen Genoffen vorschtvebte. dent Stockholm der Völkerbersöhnung und der Friedensarbeit. Dürfen wir es aussprechen. dak uns das Oberhaupt der katholischen Kirche dem wahren Gedanken des internationalen Sozialis. mus näher gekommen zu scheint als der französische Miniſtersozialist, und dürfen wir fo optimistisch fein, au erwarten, daß diefe peinliche Leftion verstanden werden wird?
Man habe die Note der russischen Regierung in London misverstanden. Die russische Regierung könne sich aus Bündnispflicht nicht von Stockholm binden lassen, für sie sei die Londoner Konferenz der Alliierten allein maßgebend. Die Konferenz von Stockholm sei nur eine Arbeiterkonferenz, da s bedeute aber nicht, daß die russische Regierung gegen die Stockholmer Sozialisten tagung sei. Auch Kerenski persönlich sei nicht gegen fic, obwohl die Konferenz in Stockholm nütlicher gewesen wäre, wenn sie während der russischen Offensive statt gefunden hätte. Er habe immer die Meinung vertreten, daß die Ententeregierungen mit ihrer Obstruktion gegen Stocholm nur das Spiel der deutschen Regierung spielten. Der Berichterstatter fügt hinzu, die ursprüngliche Haltung der englischen Arbeiterpartei habe viel dazu beigetragen, die Wirkungen erwarten, die sein Vorgehen auf die Regiedie Englandfeindschaft in der russischen Demokratie zu befestigen.
" Daily News" felbst meinen dazu, Henderson und die englische Arbeiterpartei seien damit glänzend gerechtfertigt.
Rwischen Rom und Stockholm besteht ein Wettftreit, den man nicht im üblen Sinn aeschäftlichen Wettbewerbs auszudeuten braucht. Die fatholische Kirche veriucht mit flua eraufeben, um das sich der Sozialismus in tausend Schieriadachtem politischen Griff Wert bis zur Vollenduna fortfeiten müht. Wie er, waat auch sie die Gefahr des Mik erfolges, wohl wissend, dak aeistige Mächte. wenn fie int Augenblick noch der Getvalt unterliegen, doch nicht die Befieaten find. Der Banit kann vielleicht etwas für den Frieder erreichen, sehr viel erreichen wird er aber für die katholische Kirche .
Während wir ohne übertriebene Hoffnunasieliafeit- rungen der frieqführenden Staten ausüben wird, ist es augleich intereffant, die Beweauna zu beobachten, die es im aaer des Klerifalismus hüben und drüben auslösen wird. Der franzöfifche Klerifalismus war während des Arieges so fehr Träger des äußersten Chauvinismus, daß fich dagegen felbft die in diesem Bunfte leider nicht besonders Sierzulande empfindliche..Sumanité" wiederholt empörte.
Einschränkungen des Versammlungs haben sich im Rentrum, das sich ia nicht aern flerifal nennen
rechts.
hört, aber es diesmal rubia fein maa. verwandte Strömungen aeltend gemacht, die erst in der letten Reit auf fräftige GegenDer Parteivorstand hat gegen die aus verschiedenen Be- Wirkung gestoßen find. m deutichen Rentrum dürfte durch die Note des Papstes der Richtung Erzberger " die Oberhand aezirken des Reiches gemeldeten behördlichen Ein- fichert fein. Schwieriger hat der französische Klerifalismus schränkungen des Versammlungsrechts, auch umzulernen. gegen die Verbote der Diskussion in öffentlichen Ver- Und wie werden fich die anderen christlichen Bekenntnisse. fammlungen, beim Reichstanzler Einspruch erhoben und wie wird sich vor allem der Protestantismus zur Aftion des Papstes stellen? Er hat zum Teil den Weg von christlicher Aufhebung dieser Maßnahmen verlangt. Sumanität au züaellofem Alldeutichtum bis zu dem Punkte auridaeleat, an dem die Gestalten Christus' und Baldurs ineinander zu verschwimmen beginnen. Für uns ist dieses KoDer stellvertretende Rommandierende General des 2. Armee- fettieren mit dem germanischen Seidentum eine sehr heitere. forps in Stettin erläßt unter dem 14. Auguft folgende Be- für den Protestantismus aber eine sehr ernste Sache. Handelt stimmung: Für die Stadt Stettin und den Kreis Randow es fich doch nur um eine lebte Konsequenz, die aus der Abbestimme ich auf Grund des§ 9b des Gefeges über den Belage- fehr vom.iiidisch- sentimentalen" Christentum mit unerbittrungszustand im Interesse der öffentlichen Sicherheit: Versammlicher Folgerichtigfeit aesoaen wird. Iu ngen jeder Art werden bis anf weiteres verboten. Zuwider handlungen werden, soweit feine höhere Strafe verwirkt ist, mit Gefängnis bis zu einem Jahre, beim Vorliegen mildernder Umstände mit Haft oder Geldstrafe bis zu 1500 m, bestraft,
Man fiebt: die Wirkungen der vävitlichen Aftion strablen nach den verschiedensten Seiten aus. In erster Linie aber intereffiert uns die Frage, wie fich die Regierungen 31 ihr stellen werden. Die englische und die franzöniche Reate runa baben viele Bundesgenossen. Aber wenn fie fortfahren.