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Nr. 283. 34. Jahrg.

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2340

Vorwärts

.Sozialdemokrat Berlin ". ando valo

Berliner Volksblatt.

5 Pfennig

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Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutfchlands.

Redaktion: SW. 68, Lindenstraße 3.

Fernibrecher: Amt Morigplas, Nr. 151 90-151 97.

Mittwoch, den 17. Oftober 1917.

Expedition: Sw. 68, Lindenstraße 3. Ferufbrecher: Amt Moritplak, Nr. 151 90-151 97.

Der Barteitag für die Einigteit der Arbeiterbewegung.

Flandern ohne größere Infanteriekämpfe

-

Ver ebliche französische Angriffe bei Vauclare Der Hauptteil von Desel Russischer Widerstand auf Besetzung der Inseln Nunö und Abro.

besett Sworbe

-

Amtlich. Großes Hauptquartier, 16. Ditober 1917.(.. B.)

Weftlicher Kriegsschauplas.

Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht

Die gestrige Kampftätigkeit der Artillerien in Flandern glich der an den Vortagen.

Größere Infanteriekämpfe fanden nicht statt; Erkundungs­vorstöße der Engländer wurden an mehreren Stellen, auch im Artois abgewiesen.

Heeresgruppe Deutscher Kronprins. Wieder war der Artilleriekampf nordöstlich von Soissons tagsüber lebhaft; auch westlich von Craonne steigerte er sich bei 2 neuen vergeblichen Angriffen der Franzosen gegen die von uns nördlich der Mühle von Bauclerc kürzlich gewonnenen Gräben.

Mehrere Erkundungsgefechte verliefen für uns günstig; west­lich der Suippes holten sächsische Grenadiere, weftlich der Maas bayrische Sturmtrupps eine größere Anzahl von Gefangenen und mehrere Maschinengewehre aus den französischen Stellungen.

Die Feuertätigkeit an der Nordfront von Verdun war leb­hafter als in letter Zeit.

Deftlicher Kriegsschauplah.

Die unter dem Befehl des Generals der Jufanterie von Kathen auf Defel kämpfenden Truppen festen fich gestern völlig in Besitz des Hauptteils der Insel.

Auf der nach Süden auslaufenden Halbinsel Sworbe leisteten die dort abgeschnittenen russischen Truppen noch hartnäckigen Widerstand. Die schweren Rüftenbatterien find durch das Feuer unferer Schiffe zum Schweigen gebracht worden.

Gegen die Ostküste wurde der Feind so scharf gedrängt, daß nur Teile fich über den nach Moon führendan Damm zu retten

hätte.

vermochten. Bei den Kämpfen um den Brüdenkopf von Drriffar am Ostrand von Desel wirkten von Norden her unsere Seestreit­fräfte durch Feuer erfolgreich mit.

Bisher sind mehr als 2400 Gefangene gezählt worden, Ver­sprengte werden die Zahl noch erhöhen. 30 Geschütze, 21 Ma­schinengewehre, einige Flugzeuge und viele Fahrzeuge ficlen bis jetzt in die Hand unferer Landungstruppen, die unter vortreff licher Mitwirkung der unter Befehl des Vizeadmirals Schmidt stehenden Flottenteile den wesentlichsten Teil ihrer Aufgabe in 4 Tagen erfüllten.

Im Rigaischen Meerbusen sind die Inseln Nuns und Abro von uns besetzt worden.

An der Landfront im Often teine Ereignisse von Bedeutung.. Mazedonische Front.

In der Struma- Ebene überließen die Bulgaren den Eng­ländern einige Ortschaften.

Der Erste Generalquartiermeifter. Ludendorff.

Abendbericht.

Berlin . Amtlich. 16. Oktober 1917, abends. In Flandern starke Artillerietätig. fcit, bisher ohne Infanterickämpfe.

Auf der Halbinsel Sworbe Fortschritte: weitere 1100 Gefangene find eingebracht.

Sonst im Often nichts von Bedeutung.

Der österreichische Bericht.

23ien, den 16. Oftober 1917.( W. Z. B.) Amtlich wird verlautbart:

Deftlicher Kriegsschauplah und Albanien . Unsererseits nichts zu berichten.

Italienischer Kriegsschauplak.

Auf der Hochfläche von Bainsizza- Heiligengeist. scheiterten italienische Einzelvorstößc. Auf dem Monte San Gabriele wurde das Vorarbeiten feindlicher Abteilungen im Handgranatenkampf vereitelt.

Der Chef des Generalstabes.

Die Hand liegt offen.

Wenn irgend etivas ben legten Zweifel darüber beheben fann, ob die alte sozialdemokratische Partei noch im Besize des sozialistischen Geistes und des proletarischen Empfindens ist, so die Art und Weise, in der die Einigungsfrage auf dem Würzburger Parteitag behandelt wurde. Mit ele­mentarer Macht drängte sich in den Debatten immer wieder die Erkenntnis in den Vordergrund: die Einheit ist not, nur eine einheitliche Arbeiterbewegung fann fiegen, nur in Geschlossenheit fann sich die Arbeiterklasse ihre Zu­funft erfämpfen.

Diese Ueberzeugung ist mit so überwältigender Mehrheit ausgesprochen worden, daß einzelne abweichende Stimmen da­gegen gar nichts zu bedeuten haben. Es war das alte soli­darische Klassengefühl, das hier immer wieder beredten Aus­drud fand, jenes Gefühl, das die beste und festeste Errungen­schaft eines 50jährigen Kämpfens und Siegens ist.

Und doch lassen die Debatten einen herben Nachklang. Es war ja nur die eine Seite, die sprach, und sofort er­hebt sich die besorgte Frage: was wird die andere ant­worten?

Unsere Hoffnungen auf ein Entgegenkommen der Par­teileitung der Unabhängigen sind nicht sehr groß. Wenn ein Redner auf dem Parteitag jagte: Glaubt Ihr, sie haben erst vorsätzlich und geflissentlich die Spaltung der Partei her­beigeführt, um mun ohne weiteres wieder zur Barici zurüd­zufehren?", so tann man sich des bitteren Gefühls nicht er­wehren, daß hieran etwas Richtiges ist. Das hat auch der Barteitag wohl gewußt. Aber unsere Verständigungsbereit­schaft, unser Streben nach Einheit der Partei, kann niemals davon abhängig sein, was die Gegenseite etwa antworten wird, sondern nur davon, was wir als richtig erkannt haben.

Immer wieder drängt sich der Vergleich mit der Frie­bensbereitschaft der Sozialdemokratie in diesem Welt­frieg auf. Man hat es uns von anderer Seite zum Vorwurf gemacht, daß wir den Sozialisten Frankreichs und Englands die Friedenshand hinhielten, während diese anstatt einzu­schlagen, hineinspudten. Und doch haben wir nichts zu bereuen. Wir wissen, daß diese Haltung die einzige Möglichkeit bedeutet, den Frieden herbeizuführen. Und

Wer trägt die Schuld an solchen Gerüchten? finnischen Armeekomitee die beabsichtigte Erfegung der revolutionären die Herbeiführung des Friedens ist ein so über alle Maßen Regimenter Finnlands durch Truppen mit unbekannter Gesinnung wichtiges und hohes Ziel, daß uns keine Kränkung von der Berlin , 16. Oktober. Das Bureau Reuter verbreitet in als Anschlag gegen die Revolution erklärte. Eine neue Korni- einen Seite, fein Sohn und Spott von der andern in eine der Schweiz die Mitteilung, daß sich bei den deutschen Ma- lowia de in demokratischer Maste werde vorbereitet. In friedensfeindliche Haltung hineintreiben wird. Wir trofen ein steigender Widerwille zeige, an Bord der Refolution des Vertretertages wird weiter gefagt: Wir wollen lassen uns tausendmal lieber sagen, daß man in unsere bar­der U- Boote Dienst zu tun. Nach Nachrichten, deren nicht gesondert auftreten; aber die Situation ist so ernst, daß ein gebotene Friedenshand hineingespudt habe, als daß wir uns Echtheit unzweifelhaft wäre, wären schon mehrere elementarer Massenausbruch zur Tatsache werden kann, wenn dem Vorwurf aussetzten, auch nur irgend etwas versäumt weigerten, an Bord der U- Boote zu gehen. Eine Tatsache, lehnen die Verantwortung ab, wenn die Truppen ohne unser Ein können. Und das deutsche Volk, die deutsche Arbeiterschaft, deutsche Matrofen erichoffen worden, weil sie sich Sterensti nicht aufhört, unsere Truppen zu provozieren. Wir zu haben, was die Herbeiführung des Friedens um einen einzigen Tag hätte beschleunigen die verdiene festgehalten zu werden, sei die, daß diese Hin- verständnis nach Finnland gesandt werden. Ein Aufruf schließt: werden es uns danken. richtungen vor der Meuterei" in Wilhelmshaven stattge- Hoch die Macht der Räte, hoch das revolutionäre Petrograd , hoch funden hätten, von der kürzlich im Reichstag die Rede gewesen der Sozialismus! Die zweite Sigung des Vertretertages beschloß Arbeiterbewegung. Auch sie ist ein Ziel von jo un­Genau so steht es aber auch mit der Einigung der wäre, und die mit dieser Meuterei" absolut nichts zu tun die Begrüßung der Flotte im Schwarzen Meer, im Beißen Meer, geheurer Wichtigkeit, daß keine Empfindlichkeit die fachlich als sowie in den laſpischen und fibirischen Häfen; ebenso die Begrüßung richtig erkannte Haltung beeinträchtigen darf, Bedenken wir Wolffs Bureau bemerkt dazu: Wie wir von zuständiger der revolutionären Armee und der Demokratie, die aufgefordert wurde doch, daß gleich in dem ersten Jahre nach dem Kriege die Seite erfahren, ist diese neueste Blüte Neuterscher Phantasie fich zu widersetzen und die rasche Einberufung der Mätevertreter zu wirtschaftliche Zukunftsgestaltung Deutschlands und damit die wiederum weiter nichts als eine der gröbsten bewußten Rügen, berlangen. welche sich dieses Korrespondenzbureau während des Krieges Retsch" schreibt über Troptys Wahl zum Sowjet- Bor- den werden wird. Wirtschaftliche Entscheidungsschlachten Sowjet- Bor- Zukunft der deutschen Arbeiterklasse auf Jahrzehnte entschie­je geleistet hat. Aber nicht nur das, sondern es ist Tatsache, sigenden: Der neue Präsident war flinker als die Regierung; seine werden geschlagen werden, und das Herz jedes ernsthaften daß der Andrang von Offizieren und Mannschaften der Flotte programmatische Erklärung übertrifft das Programm der Regierung Sozialisten krampft sich zusammen bei dem Gedanken, daß zum U- Boot- Dienst so außerordentlich und daß die freiwilligen auch an Bestimmtheit. Die Revolution ist tatsächlich in eine diese ausschlaggebenden Kämpfe die Organisationen der Ar­Meldungen für den Dienst bei dieser Waffe nach wie vor so neue Phase eingetreten. Der Sowjetbeschluß ist als ein zahlreich find, daß immer nur ein Bruchteil davon Berüd- schweres Staatsverbrechen zu rubrizieren, sagt der Retich"; es be- beiter durch innere Kämpfe geschwächt vorfinden sollten! fichtigung finden faim. reite sich ein Aufstand vor. Wenn die Regierung nicht einschreitet, eines kommenden Reichstagswahlkampfes ausge Ein Redner des Parteitages hat bereits die Schrecken überläßt sie dem Sowjet, den Augenblid für den Bürgerfrieg zu malt, in dem sich die beiden sozialistischen Parteien gegenseitig Die Vorkonferenz in Stockholm beendet. zerfleischen. In ebenso düsteren Farben ließe sich das Bild Rußkaja Bolja" schreibt unter der Ueberschrift Bürgerkrieg" des fünftigen Wirtschaftskampfes malen, wenn dem zu ge­Stockholm, 16. Oktober. ( Eig. Drahtbericht des Sowjet ist ein Mißtrauensvotum, sondern die uneinige Gewerkschaften gegenüberstehen. Da stockt das Blut über Tropins Wahl Nachstehendes: Die Resolution des waltigster Konzentration entwickelten Rapital zerspaltene, ,, Vorwärts".) Die Herausgabe des Manifests des Kriegserklärung. Der Rat erklärt als seine Aufgabe den und jeder echte Sozialist spricht: das darf nicht sein, Internationalen Komitees war im Hinblick auf Sturz der neuen Regierung und ihre Ersetzung durch eine rein das Eintreffen der serbischen Delegierten verschoben worden. revolutionäre, die auf der allruffischen Rätekonferenz am 2. No­Nach Abschluß der Verhandlungen mit diesen Delegierten legte vember cinzuseßen ist. Der Artikel fordert energische Maßregeln. Rakowskyden rumänischen Standpunkt dar. Damit waren die vorbereitenden Konferenzarbeiten be­eudet. Troestra reiste heute heim.

Die Gärung in Rußland .

"

Der Helsingforser Vertretertag.- Troskys Wahl. Stockholm , 16. Oftober.( Eig. Drahtbericht des Vorwärts".) Die Presse in Petrograd schildert lebhaft, wie es in der Armee gärt. An der Spize der Agitation steht die Ostsee flotte, welche auf bem elfingforfer Bertretertag gemeinsam mit dem

wählen.

W

Die Kabinettskrise in Schweden .

das wird nicht sein.

Und deshalb hat der Würzburger Parteitag recht geban, wenn er sich mit beiden Füßen auf den Boden der Einigungs­bereitschaft gestellt hat, unbekümmert um die Antwort, die ihm von der Gegenseite zuteil werden wird. Allen Arbeitern Deutschlands ruft er zu: Die Friedenshand liegt offen, achtet darauf, daß die Sache der deutschen Arbeiterbewegung nicht Amtliche Sonderblätter haben bestätigt, daß die Kabinetts- unwiederbringlichen, unabsehbaren Schaden erleide! bildung durch iden gescheitert ist. Wie verlautet, war das die An die Arbeiterklasse richtet sich der Appell des Wirkung der unnachgiebigen Haltung der Arbeiterpartei gegen den Würzburger Parteitages, an sie, die im innersten Herzen nie Sammlungsgedanken. Man erwartet unter den ein rein liberal das Gefühl dafür verloren hat, daß nur Geschlossenheit den sozialistisches Ministerium. Nach einem Londoner Exchange- Tele- Sieg berheißt. Wohl zehnmal und darüber wurde in Würz gramm aus Stopenhagen wird Branting in das neue Kabinett burg die Gewißheit ausgesprochen, daß die Macht der wirt als Minifter ohne Portefeuille eintreten. Dies sei der einzige Posten, schaftlichen Entwicklung doch auf alle Fälle die Arbeiterbewe den er einnehmen wolle,

gung wieder zufammenschweißen würde. Aber foll das wirk