Einzelbild herunterladen
 

Nr. 2. 35. Jahrg.

Bezugspreis:

Bierteljahr, 4.50 Wet, monaft, 1,50 L frei ins Haus, vorauszahlbar.Einzelne Nummern 10 Big. Bostbezug: Monat fid 150. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 8, t., für das übrige, Ausland 4,50 ML monatlich. Versand ins Felb bei diretter Bestellung monatl. 1,50 ML Bostbestellungen nehmen an Däne mari, Solland. Luremburg, Schweden und die Schweiz . Eingetragen in die Bost- Zeitungs- Breisliste Erfcheint täglich.

Telegramm Adresse

Sozialdemokrat Berlin ".

Vorwärts

Berliner Volksblatt.

10 Pfennig

Der Anzeigenpreis beträgt f. bie fiebengespaltene Stolonel. seile 60 Bfg. Kleine Anzeigen", bas fettgebrudte Bort 20 fg.( u lässig 2 fettgedruckte Borte), jebes weitere Worf 10 Bfg. Stellengesuche und Schlafstellenanzeigen das erste Bort 10 Big., jedes weitere Boris Big. Borte über 15 Buchstaben zählen für zwei Borte. Teuerungszuschlag 20% Familien Anzeigen 50 Big., politische u. gewerffchaftliche Vereins­Anzeigen 40 Big die Zeile. Anzeigen für die nächte Ruminer müssen his 5 Uhr nachmitt. im Sauptgeschäft, Berlin.68, Lindenstraße B, aba gegeben werden. Geöffnet von 8 1hr früh bis 7 Uhr abends.

0

Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutfchlands.

Redaktion: SW. 68, Lindenstraße 3.

Fernsprecher: Amt Moritblas, Rr. 151 90-151 97.

Mittwoch, den 2. Januar 1918.

Expedition: SW. 68, Lindenstraße 3. Ferniprecher: Amt Mortsplak, Nr. 151 90-151 97.

Englisch - französische Sozialistenattion in Petersburg .

Englische Arbeiterpartei und Bolschewik- Weitere Erfolge bei Marcoing.

Regierung.

Wertagung des Friedensschluffes?-Ein nenes Stockholm ?

Stocholm, 1. Januar. ( Eig. Drehtbericht des Borwärts") Die englische Arbeiterpartei ließ bent hiesigen bolfchewistischen Aus. landsvertreter, Worowski , ein für die ruffische Regierung be­stimmtes Protefttelegramm gegen den Abschluß eines Sondera friedens zugehen. Der Uebermittler dieses Proteftes fragte zugleich an, ob die ruffische Regierung bereit wäre, den Friedens flußfolange zu vertagen, bis cine internationale Cozia­listenkonferenz stattgefunden hätte.

Worowski antwortete, die ruffische Regierung würde tatsächlich bis zur Entscheidung der internationalen Sozialistenkonferens warten, falls die Ententeregierungen zugleich mit der Pat bewilligung die Gewißheit gäben, daß sie von der Sozialisten­Konferens feine Zerstörung der Friedensarbeit erwarteten, sondern su einem allgemeinen& rieden gemäß den russischen Bor­schlägen bereit feien.

Die vorstehende Mitteilung, die auf Worowski felbst zurüd­geht, wird etwaigen Mißverständnissen vorbeugen. Die russische Regierung tritt cuffieben für den allgemeinen Frieden ein, ben fie lieber der Hand der sozialistischen Internationale anver brauen würde als jener der Regierungen, fie würde aber auf eine internationale Sozialistenkonferens eingehen, die zu einem Mittel ber Kriegsverlängerung misbraucht würde, und sie hofft, daß die Arbeiterschaft in allen Ländern auf ihre Regierungen einen entschiedenen Drud im Sinne des russischen Vorschlags ausüben werde.

Die Sozialisten bei Clemenceau .

Keine Reisepäffe nach Petersburg !

Baris, 31. Dezember. ( Havasmeldung.) Ministerpräsident Clemenceau hat im Beisein des Ministers des Auswärtigen Bichon eine Abordnung der Vereinigten Sozia­listen der Kammer, bestehend aus Albert Thomas , Subert Rouger, Renaudel, Cachin und Jean Longuet empfan gen, die um Reisepäffe für Petersburg baten, wo sic den Abschlußeines Sonderfriedens zu verhindern oder wenigstens zu bewirken suchen wollten, daß er so unschäd­lich wie möglich ausfiel e. Clemenceau erwiderte ihnen, bei aller Anerkennung ihrer Baterlandsliebe könne er unter den berwirrten Berhältnissen in Petersburg keinen Erfolg vor ihrem Schritte erhoffen; vielmehr würde die Bewilligung von Bässen zu diesem Zwede ihrer Sendung einen solchen Anftrich

Zu­

nehmende Artillerietätigkeit um Verdun . Heftige Feuerkämpfe im Tombagebiet. Großes Hauptquartier, den 1. Januar 1918. Westlicher Kriegsschauplatz. eeresgruppe Kronprinz Rupprecht. Am Houthoulster Walde und bei Passchendaele war das Artilleriefeuer vorübergehend gesteigert. Ein starker eng­Ascher Erfundungsvorstoß füdöstlich von Monchy scheiterte.

Süblich von Marcoing wurde in kleineren Kämpfen der Geländegewinn bom 30. 12. erweitert. Die Gefangenenzahl hat sich um einige Offiziere und 70 Mann erhöht.

Seeresgruppen Deutscher Kronpfinz unb Serzug Albrecht.

Rördlich von Broßucs und beiderseits von Doues, foivie Körblich und öftlich von St. Mihiel war die Artillerietätigkeit geitweilig lebhaft.

Deftlicher Kriegsschauplat

Nichts Reurs.

Mazedonische Front. Reine besonderen Ereignisse..

Italienische Front.

Jin Tombagebiet dauerten tagsüber heftige Feuer­fämpfe.an. Der Erste Generalquartiermeister.

Ludendorff.

Abendbericht.

Amtlich. Berlin , 1. 1. 1918 abends. Bon den Kriegsschauplätzen nichts Neues.

Der österreichische Bericht.

Wien , 1. Januar. Amtlich wird verlautbart: Deftlicher Kriegsschauplay.

Waffenstillstand.

Italienischer Kriegsschauplah.

Auf der Hochfläche von Asiago und im Gebiet des Monte Zomba herrschte tagsüber heftige Feuertätigkeit. Der Chef des Generalstabes.

Ein Vorschlag für Brest- Litowsk .

Bon Baul Göhre.

Noch ist Bause in den Verhandlungen von Brest- Litowsk . Was bisher erreicht wurde, ist aller Anerkennung wert. Aber es bleibt gefährdet durch das Wichtigere, was nach der Pause noch der Erledigung harrt und heute noch hart umstritten ist. Zwar hat der offigiöse Bericht erklärt, daß auch darin die Mei­nungen hüben und drüben sich einander genähert hätten. Aber wer mit nüchternen Auge zusieht, vermag diesen Optimismus nicht zu teilen. Noch zeigt sich fein Ausweg zur Einigung.

Der Vorwärts" hat schon vor einigen Tagen das ernfie Problemt, umt das es sich handelt, mit fnappften Worten scharf umriffen:

" Die Russen verlangen Räumung der besetzten Gebiete durch die Truppen der Mittelmächte, Wahl eigener Behörden auf Grund cines demokratischen Wahlrechts und unter deren Zeitung cinc Boltsabstimmung über die künftige staatliche Selbständigkeit oder Zugehörigkeit dieser bislang russischen Länder. Die Miticlmächte bagegen stellen sich auf den Standpunkt, daß bezüglich Bolens, Ritauens, Sturlands, Zeilen von Livland und Sft I and beveits rechtsträftige Beschlüsse des Bollewillens por­lägen, die auf die Loslösung von Rußland abzielten. Sie berlangen bon Rußland Anerkennung dicser Beschlüsse vorbehaltlich eines späteren Wolfsvolums auf breiter Grundlage, das zwar nicht in Abwefenheit der Besahungeiruppen, aber frei von jedem militärischen Drud gefällt werden soll."

Nun soll eine Spezialfommission der Unter­händler eine Einigung vorbereiten. Ob es ihr gelingen wird, das ist jetzt die Frage und die Sorge. Vielleicht trägt der nach folgende Vorschlag dazu bei, einen richtigen Weg zu finden.

Oberster Gesichtspunkt muß auch in dieser Situation bleiben, daß wir mit Rußland zu einem dauern. den, durch feinerlei Unflarheiten, unehr. lichkeiten und Mißverständnisse gefährde. ten, freundschaftlichen Verhältnis tommen. Wir müssen für alle Zukunft heraus aus der Umflammierung, in die uns Englands Bolitik vor dem Kriege gebracht hat. Das aber ist nur möglich, wenn wir den bisherigen Feind Rußland uns dauernd zum Freund machen, wozu dieser ja aud Herzlich gern bereit zu sein scheint. Erst dann haben wir den Rücken frei und können uns mit aller Kraft nach Westen Den­den, um die Entente zur Vernunft und Friedenswilligkeit zu bringen. Erst dann ist die Zukunft Mitteleuropas gesichert. Erst dann kann Deutschland seine durch die weltwirtschaftliche Entwicklung ihm aufgezwungene geschichtliche Aufgabe lösen, Rontinentaleuropa vom Drud Englands endgültig zu be­freien. Infolgedessen muß unter allen Umständen Deutsch­felbe Bolitik einschlagen, die Bismard 1866 dem besiegten land und Desterreich- Ungarn heute Rußland gegenüber die. Desterreich gegenüber trieb und deren absolute Richtigkeit die Geschichte seitdem erwiesen hat. Es darf auch nicht ein Schatten eines Mißtrauens das neue Verhältnis der Mittelmächte zu dent neuen Rußland trüben.

geben, daß unerwünschte Wirkungen auf die öffentliche Gruppe aufgeworfenen Frage eingehen. Die Regierung handle Meinung im Lande und an der Front eintreten würden. Biel in vollem Ginvernehmen mit den Altierten. Bei der Wieder­fach würde man jagen, daß Frankreich an Borbe. fprechungen über Friebenspräliminarien teil- eröffnung des Parlaments werde die Regierung der Kammer zur nehme. Dies sei aber mangels ernst zu nehmender Vorschläge her Beantwortung der Interpellation zur Verfügung stehen. feindlichen Mächte ganz und gar nicht die Absicht. Cle menceau hob schließlich hervor, daß er die Entscheidung, die ge Diesem obersten Ziele ist auch das Schicksal von Polen , wünscht werde, nicht treffen könne, folange er keine Ver= Der Waffenstillstand zur See. Bitauen und Kurland , so wichtig es an sich sein mag, ständigung darüber mit den Alliierten erzielt habe, und daß er unter zuordnen. Es darf fein Streit darübeer zwischen uns feinen Grund zu der Annahme habe, daß deren Ansichten sich Konteradmiral 3 elemij und drei Seeoffiziere zur Waffen- fam, ist der Vorschlag, den Rußland ihretwegen gemacht hat Berlin , 1. Januar. Nach russischen Nachrichten sind der und Nußland möglich sein. Das Rezept dagegen, absolut wirf feit der Stocholmer Konferens geändert hätten. stillstandskommiffion für die Ostsee , Kapitän 1. Ranges und den wir in dent Vorwärts" 3itat ins Gedächtnis zu­Paris, 1. Januar. Die Stammer erörterte am 31. Dezember Rlytow und zwei Seeoffiziere zur Waffenstillstandskommiffion rüdriefen. Jene Provinsen sollen in einer allgemeinen und die Vorlage über die vorläufigen Haushaltszwölftel, die vom Senat für das Schwarae Meer tommandiert. Diese Kommis- unbeeinflußten Abstimmung ihre politische Zu­zurückverwiesen worden ist. Renaudel verlas im Namen der sozia- fionen finden entsprechende deutsche Kommis- funft selbst entscheiden. Wollen sie zu Rußland zu­listischen Gruppe eine Erklärung, die besagt: Die Gruppe wird die fionen unter Führung des Konteradmirals Freiherrn rüdkehren- wirjollenes, umjenes anderen, Kredite für die Landesverteidigung annehmen, macht aber Bor. b. Dalmiak für die Ostsee und des Vizeadmirals Hopman höheren politischen Zieles millen, ohne Mik­behalte hinsichtlich des diplomatischen Borgehens, das den Not- für das Schwarze Meer vor. wendigkeiten der gegenwärtigen schwierigen Stunden nicht geredt behagen geschehen lassen. Bollen sie ganz selbstän Neben diesen Kommissionen ist eine Sonderfommission, dig werden( was uns freilich ausgeschlossen erscheinen will) wird. Der Minister der Auswärtigen Angelegenheiten hat schon oft an beren Spize Konteradmiral Freiherr v. Keyserlingt steht, auch gut. Werden sie ihre Anlehnung an die Mittelmächte die Ziele gewisser Teile dieses Vorgehens auseinandergesett, aber nach St. Petersburg entsandt worden, um die Regelung der suchen um so beffer: wir werden uns dann ihnen als chr­das Schweigen aller alliierten Regierungen im Waffenstillstandsvertrage offen gebliebenen Fragen des liche Freunde und Verbandsgenossen zu erweisen haben. Aber über die allgemeinen Hauptgrundsäte scheint uns Eis meeres , der Murman tüste und einiger weiterer ob so oder so, unbedingte Voraussetzung ist, daß sie sich in aller nach und nach einen 3ust and moralischer Unterlegen Einzelheiten vorzunehmen. Diese Kommission hat ihre Arbeit Freiheit nicht nur, sondern in aller Gemeinsamkeit, in der Ein­heit zu schaffen, der unsere Sache schädigt. Zu der Beige- in St. Petersburg bereits aufgenommen, rung Clemenceaus, der sozialistischen Abordnung Bäjie heit aller ihrer Landesbewohner, entscheiden können. Es wäre für Petersburg zu erteilen, sagt die Erklärung, daß die So Selbsttäuschung und Verkennung der politischen Imponde. zialisten die russischen Revolutionäre auffordern sollten, keinen rabilien, zu meinen, daß eine solche Entscheidung bereits ge­Russen recht haben, wenn sie sagen, daß die Erklärun nicht das geringste mit einer derartigen Volfsabstimmung zu gen, die aus Kurland , Litauen und Polen bisher vorliegen, tun haben. Sie sind vielmehr, wie in Kurland , nur Acuße­rungen einer dünnen, bisher herrschenden Oberschicht, aber, wie in Litauen , Beschlüsse einer Körperschaft, die mehr oder weniger zufällig aus den Vertretern von allerlei recht bunten litauischen Organisationen sich gebildet hat.

Sonderfrieben zu schließen und nur auf einen allgemeinen Brieven

Italienische Stimmen zu Brest- Litowsk . fallen sei. Die Wahrhaftigkeit gebietet zuzugestehen, daß die

"

auf der Grundlage des Rechtes der Bölfer und zur Schaffung der Bern , S1. Dezember. Erst am 29. Dezember hat, wie notwedigen Garantien und Sicherheiten hinzuarbeiten. Die Corriere della Sera " bemerkt, die italienische Zensur die Ber­Gruppe erklärt daß sie Gewicht darauf lege, ihrer Verantwortlich öffentlichung eines Auszuges der Agenzia Stefani" über die Ver­teit entbunder zu sein, bis zum nächsten Zeitpunkt, in dem sie von handlungen in Brest - Bitomst, der die wesentlichsten Punkte der der Regierung die unerläßliche Feftlegung ihrer diplomatischen gegenseitigen Friedensvorschläge zusammenfat, sowie Se Ariegführung verlangen werde. Bichon erflärte, er babe feinen sprechungen durch die Bresse erlaubt. Die Haltung der Be jüngsten Erklärungen, die die Zuftimmung der großen Mehrheit der iprechungen ist im allgemeinen schroff ablehnend und deutlich nach Stammer gefunden hätten, nichts hinzuzufügen. Er wolle der Stede Bichons und der franzöfifchen und englischen Presse ab­nicht auf den tieferen Grund der von der sozialistischen gestimmt.

Sollte die von den Russen borgeschlagene Rösung- erft Räumung der befesten Gebiete, dann Abstimmung auf un

-