Einzelbild herunterladen
 

Nr.19. 35. Jahrg.

Bezugspreis:

Bierteljährl. 4.50 RL, monafl, 1,30 RL frei ins Haus, borauszahlbar.Einzelne Rummern 10 Bfg. Postbezug: Monat lich 1,50 m Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 3,-, für das übrige usland 4,50 ML monatlich. Bersand ins Felb bei diretter Bestellung monatl. 1,50 RI. Bostbestellungen nebunen an Däne mart, Holland , Buxemburg, Schmeben und die Schweiz . Eingetragent in bie Bost- Zeitungs- Breisliste. Ericheint täglich.

Telegramm Abreffe

Sozialdemokrat Berlin".

Vorwärts

Berliner Volksblaff.

10 Pfennig

Der Anzeigenpreis beträgt f. die fiebengespaltene Rolonel­zeile 60 fg. Kleine Anzeigen", bas fettgebrudte Bort 20 fg.( gu Jäffig 2 fettgedrucie Worte), jedes weitere Bori 10 Bfa. Stellengesuche und Schlafstellenanzeigen das erste Bort 10 Big., jedes weitere Wort 5 Pig. Morte über 16 Buchstaben zählen für zwei Worte. Zeuerungszuschlag 20%- Familien Anzeigen 50 Big.. politische u. gewerkschaftliche Bezeins Pinzeigen 40 Big. die Zeile. Anzeigen für die nächste Summer müssen bis 5 Uhr nachmitt, im Hauptgeschäft. Berlin SW.68, Lindenstraße 8, ab gegeben werden. Geöffnet von 8 Uhr früh bis 7 Uhr abends.

16

Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutfchlands.

Redaktion: Sw. 68, Lindenstraße 3.

Fernfprecher: Amt Morisplat, Nr. 151 90-151 97.

Sonnabend, den 19. Januar 1918.

Expedition: SW. 68, Lindenstraße 3. fernsbrecher: Amt Morisplat, Nr. 15190-151 97.

Oefterreichs Zuversicht auf Breft- Citowsk.

加味

Verhaftung des Königs von| Sonderfriede und allgemeiner Friede.

Brest- Litowsk .

Befriedigende Verhandlungen mit den Ukrainern.

verlange.

4

Was bedeutet die Wilson­Botschaft?

Ein Artikel der Londoner Nation". Wenn einmal die Geschichte der. Presse während des

werden.

13

Brest- Litowsk und die österreichischen Parteien. Rumänien . Ueber die Debatte, die fich im Budgetausschuß des öster­reichischen Abgeordnetenhauses an die Erklärungen des öfter­Basel, den 18. Januar. Reuters Bureau reichischen Ministerpräsidenten über den Stand der Verhandlungen meldet aus Petersburg : Die bolschewiftischen in Brest - Litowst anschloß, berichtet das Wiener Morrespondenz­Bureau: Sozialdemokratische Redner verlangten von Bolkskommiffare haben die Verhaftung des Königs dem Ministerpräsidenten, er solle den Grafen Czernin von der Weltfrieges geschrieben wird, dann wird ein besonders ehren­von Rumänien verfügt, der nach Petersburg Stimmung der Bevölkerung unterrichten, bie einen boller Play in ihr Makinghams Nation" eingeräumt geführt wurde. Friedensschluß in Brest- Litowsk , aber auch den allgemeinen Frieben und J. A. Hobson, wird man sagen, daß sie die Fahne frei­Von ihr und ihren Hauptmitarbeitern, Brailsford Der Christlichsosiale Mataja gab namens der deutschen büz- heitlicher und menschheitlicher Gedanken hoch durch das Blut gerlichen Parteien eine Erklärung ab, in der er als oberste Richt- und den Schmuz der allgemeinen Völkerschlächterei getragen schnur für die Angelegenheiten der äußeren Politit feststellte, baz haben. Von Chauvinismus des eigenen Landes verfolgt, hat alles zu unterlassen sei, was die Stellung der Ber: die Nation" dank ihrer mutigen Haltung doch stets an Ver­treter der verbündeten Mächte bei den Friedensverhands breitung gelvonnen. Jahrelang unter Ausfuhrverbot gestellt, lungen in Brest - Litowst erschweren könne. Auch die deutschen hat sie Mühe gehabt, ihre Stimme jenseits des tiefen Wassers bürgerlichen Parteien hielten die parlamentarische Erörterung der bernehmbar zu machen: wo es ihr gelang, fand sie ein lautes Brest - Litomst, 17. Januar. Bei der heute zwischen der Brest - Litowster Verhandlungen für notwendig, dazu sei aber der Echo bei allen, die ihr Herz noch an großen Zukunftsgedanken deutschen und österreichisch- ungarischen Delegation einerseits Ausschuß der Delegation für Aeußeres berufen. Jebe in auszu erheben vermochten, freilich hat sie dabei auch oft das und der ukrainischen Delegation andererseits abgehaltenen die politischen Fragen vertraulich gepflogenen Unterredungen Deutschbürgerlichen stellten feft, daß sie in den Erklärungen Recht auf achtungsvolles Gehör, auch wenn es einmal etwas Besprechung wurde einleitend das bisherige Ergebnis der über diehung der Verhandlungen in Brest - Litomst erscheine als Ge- Mißgeschick gehabt, fremdem Chauvinismus als Kronzeugin fährdung des erreichbaren Sonderfriedens. Die gegen den eigenen dienen zu müssen. Ein Blatt, wie diese englische Wochenschrift hat ein rejümiert. Lloyd Georges und Wilsons feine Grundlage für Graf Czernin hob hierbei den für die Brefter Vereinen Friedensschluß sähen:" Wir stehen auf dem Standpunkt der zu sagen hat, was vielen hierzulande wenig gefallen mag. handlungen überhaupt geltenden und auch von der ukraini - Gouberänität des österreichischen Staates und lehnen jede Ein. In ihrer Nummer vom 12. Januar veröffentlicht nun die ſchen Delegation anerkannten allgemeinen Grundfaz hervor, mischung des Auslandes in innere Berhältnisse der Monarchie ab." Nation" einen Artikel, in dem sie der öffentlichen Meinung daß die Einmischung eines Teiles in die inneren staatlichen Der Deutsch - Freifinnige 3enter trat den Ausführungen Deutschlands den Vorwurf macht, die legten Kund­Angelegenheiten des anderen ausgeschloffen sei. Andererseits Matajas entgegen und erklärte, daß die beutsche Bürger- gebungen Lloyd Georges und Wilsons faljch bestehe Einverständnis darüber, daß bei zustande- schaft ebenso dente wie die beutiche Arbeiter und ungerecht beurteilt zu haben. Ueber den fommen eines die Entwicklung eines dauernden, fchaft. Inhalt dieses Auffahes teilt uns ein Privattelegramm aus freundschaftlichen Verhältnisses sicher. Der Tscheche Stanet vertrat neuerlich seinen Standpunkt Bern folgendes mit: stellenden Friedens die beiden Teile bereit hinsichtlich bes Selbst bestimmungsrechtes, auf Grund feien, sich unter Voraussetzung voller Gegenseitigkeit über beffen der Völkerfriede gesichert wäre. Auch der Redner der Süd- schreibt: Die offene Diplomatie Rußlands trage bereits ihre Früchte, Die englische Wochenschrift The Nation" vom 12. Januar verschiedene, fie intereffierende politifche flamen erklärte, das Volk verlange nichts anderes.ba unter der unmittelbaren Wirkung der Friedensverhandlungen und kulturelle Fragen auszusprechen. Hierbei als einen guten Frieden, und hob die internationale Be- von Brest - Litows! Lloyd George feine riegsziele wies Graf Czernin beispielsweise auf die Besprechung der deutung der südslawischen Frage hervor. Sicherstellung des Schicksals jener polnischen Minoritäten hin, welche dem fünftigen ukrainischen Staate etwa angehören

werden.

streďten.

M

"

revidiert habe. Der ganze Ton von Lloyd Georges Aus führungen bedeute zweifellos, daß der englische Premierminister Diese Erklärungen wurden von der ukrainischen sozialdemokratische Wien , 18. Januar. Im Budgetausschuß ertviderte auf eine auf die Wiederherstellung des Friedens binziele und zum mindesten zur Eröffnung von Besprechungen bereit Anfrage wegen der Breft­Delegation zustimmend und mit dem Bemerken zur Litowsker Verhandlungen der Minister des Innern Graf fei. Alle englischen Arbeiterführer hätten dies offenbar auch Renntnis genommen, daß fie auf Grund derselben in Toggenburg: Graf Czernin hat wirklich nichts anderes im indem er den Frieden wünscht, so berstanden. Die Frage fei nur, ob Lloyd George , Sie weiteren Verhandlungen eintreten werde. Auge, als zu einem Frieden zu kommen, der für Oesterreich- Ungarn ibn au bekommen. Einige feiner territorialen Forderungen auch tüchtig genug ſei, Bei der weiteren Besprechung über die Regelung des annehmbar ist. Vielleicht niemand, auch aus der Partei dürften allerdings die Sentralmächte veranlaffen, feine In­beiderseitigen wirtschaftlichen Verkehrs der Sozialdemokraten, will ben Frieben aufrichtiger tentionen mißzu verstehen. Die ganze deutsche Prefie wurden feine solchen Divergenzen in den grundlegenden Auf- und wahrhafter, als Graf Czernin ihn zu erhabe einen großen Fehler begangen, indem sie einftimmig die Bor faffungen festgestellt, daß sie das Zustandekommen einer Ver- reichen strebt. Er wird die Friedensverhandlungen nicht schläge Lloyd Georges als unaufrichtiges Angebot ablehnie. Die einbarung zu hindern vermöchten. Die Beratungen wurden scheitern laffen, sofern natürlich nicht ganz unmög Ration" meint, Lloyd George habe Marimalbedingungen soweit gefördert, daß fie sich bereits auf tonkrete riche Dinge als Forderungen an ihn herantreten. gestellt und die Deutschen hätten dies verstehen sollen. Leider Fragen dea Warenaustauschberkehrs er- Aber diefe gans unmöglichen Dinge werden nicht an ihn heran- zeigten die Presseäußerungen, daß dies nicht der Fall. Der Gang diefer Verhandlungen und deren bisheriges Frieden wollen. Berschleppungen von unserer Seite werben bere Wenderung des Tones, befonders weil sie die erste Entente treten, denn wir dürfen nicht vergessen, daß beide Teile ben zeigten die Presseäußerungen, daß dies nicht der Fall. Wilsons Rede zeige eine noch viel bedeuten. Ergebnis laffen die Erwartung eines befriedigen auch nicht eintreten, weil Graf Czernin genau weiß, daß ein mög- lundgebung sei, welche die Juliresolution des Reichs­den Abschlufjes berechtigt erscheinen. Die Weiterberatung ist einer Spezialfommiffion über- lichst rascher Abschluß des Friedens im Interesse Defterreich- tages würdige. Seine Forderungen seien hauptsächlich verschieben tragen worden, die ihre Arbeiten mit tunlichster Beschleuni ungarns geradeso wie Rußlands liegt. gung durchführen wird. Der Minister gab zum Schlusse dem Wunsche Ausbrud, das von denjenigen Lloyd Georges, weil sie die Freiheit der Meere, die end­gültige Ablehnung des Wirtschaftsfrieges und die Zurückweisung der Volk möge durch seine und seiner Presse Haltung den Gang der Ver- Berstückelung der Türkei enthalten und einen besseren Standpunkt bandlungen nur in der Form beeinflussen, daß darin das Vertrauen, in der Kolonialfrage einnehme. Wilsons territoriale Forderungen Tropki ist am Donnerstag nach Petersburg ge- welches der Unterhändler brauche, um seinem Gegenpart standzu- feien nicht exzessiv. Schwierige Fragen feien allerdings Italien , reist. Nach einer Meldung der Nat. Stg." hält der Ausschuß halten, auch zum Ausdrud fomme. für Vorbereitung der Konstituante die Anwesenheit Tropkis Polen und Elsaß- Lothringen , aber auch sie seien mittels Stompen in Petersburg für notwendig. Er soll vor dem Somiet fationen und Referendum nicht unlösbar. Die Nation" meint mündlich Bericht über den Stand der Friedensverhand- Brest- Litowsk im ungarischen Abgeordnetenhaus. ichließlich, Deutschland müßte von unverzeiblicher Unver Iungen erstatten. Nach der Jsbestia" wird in den in Vor­nunft und trogigem 8hnismus beherrscht sein, Budapest , 18. Januar. Im Abgeordnetenhause richtete menn es in Wilsons Rede nicht den deutlichen bereitung befindlichen Konferenzen auch die Frage der Teil der Abgeordnete Soll an den Ministerpräsidenten bezüglich wunsch nach vernünftigem Verständigungsfrieden nahme der Fremdvölfer an den Friedensverhandlungen be- der Friedensverhandlungen in Brest- Litowsk die Anfrage, ob er bliden würde. raten und beschlossen beschlossen werden. Bis zur Rüdkehr die Regierung auch jetzt noch auf dem Standpunkt eines an­Troskis, die nach dessen Aeußerungen binnen nerions- und kontributionslosen Friedens stehe, und ob die Der Artikel der Nation" beweist zunächst tatsächlich, daß Wochen frist zu erwarten ist, werden mit den übrigen Mit- Vertreter der Monarchie auf dem Kongres in der Nichtung der englische Pazifismus, genau wie der amerikanische auf die gliedern der russischen Delegation wirtschaftliche und rechts wirkten, daß die Gegensäge ausgeglichen und ein allgemeiner Linie der lekten Wilson- Botschaft eingeschwenkt ist. Man politische Fragen durchberaten.' Friede herbeigeführt werde. Der Ministerpräsident fann freilich immer noch sagen, daß die englischen und die erklärte, daß die Regierung auf dem Standpunkt amerikanischen Friedensfreunde von Wilson eingefangen Günftige Verhandlungen auch in Petersburg . eines annerions- und kontributionslosen worden wären oder daß sie es selber nicht aufrichtig meinten. Wien , 17. Januar. Das Wiener R. R. Telegr.- Korrefp.- Bureau Friedens stehe, wobei er auf die betreffende Erklärung des Darauf ist zu erwidern, daß gerade die Nation" gegen den meldet aus Brest - Litomet vom 17. Januar: Baut einer vom Gene- Ministers des Aeußern verwies. Auf diesem Standpunkt stehe lekteren Verdacht ausreichend geschüßt ist und daß sie vielleicht ralfonful von Sempel aus Petersburg eingelaufenen Meldung fedes amtliche Organ der Monarchie, vor doch bessere Gelegenheit hat, die Vorgänge in den Entente nimmt der bisher schleppende Verlauf der Verhanballem der König. Er fönne nicht verhehlen, daß die richtig zu beurteilen als die deutsche Presse. Iungen der Petersburger ommission in den letzten Aeußerungen des Interpellanten nicht zur Sträftigung dieses Auch der Vorwärts" hat schon bei der Besprechung von Tagen einen günstigen Fortgang. Standpunktes dienten. Sonst hätte er nicht die Frage Wilsons Botschaft darauf hingewiesen, welcher Widerspruch

*

Es gelang bei der Erörterung über die Gröffnung des von Elsaß- Lothringen aufgeworfen. Unfere in der hier landesüblichen Beweisführung liegt, die einer­Privat, Bost und des Beitungsverkehrs mit Ruß- Friedens bestrebungen würden dadurch sehr ge- feits behauptet, die Entente stehe unmittelbar vor dem mili­lanb die bisher auf ruffischer Seite vorhandenen Schwierigkeiten ich macht, daß unverantwortliche Faktoren tärischen Zusammenbruch und andererseits versichert, sie sei zu überwinden, und es fann bereits zur Formulierung der ge- fortwährend forderten, daß der Friede so nach wie vor bis zum äußersten friegsluftig und flammere troffenen Vereinbarungen geschritten werden. ichnell als möglich geschloffen werde. Dies könne bei sich an unerfüllbare Forderungen. Als unerfüllbare Forde­Zur Berhandlung über den wechselseitigen Austausch von den Feinden die Annahme hervorrufen, als ob diese Forderungen bezeichneten wir solche, die auf eine Verstümmie­Arzneiwaren wurde ein Unterausschuß eingefekt, der rung in gefchwächter Straft begründet fei.( Langanhaltender lung des reichsdeutschen Gebiets und auf eine Untreue feine Beratungen am 16. Januar begonnen hat. Beifall.) Die Antwort wurde zur Kenntnis genommen. Deutschlands gegenüber seinen Verbündeten hinauslaufen.