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Nr. 33. 35. Jahrg.

Bezugspreis:

Bierteljährl. 4,50 2. monafl, 1,50 L frei ins Haus, borauszahlbar.Einzelne Nummern 10 Bfg. Bostbezug: Monat lich 1,50. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 3,-M., für das übrige Ausland 4,50 el monatlich. Bersand ins Feld Bei direkter Bestellung monatl. 1,50 RL. Bostbestellungen nehmen an Däne mart, Holland , Luxemburg , Schweben und die Schweiz . Eingetragen in bie Bost- Zeitungs- Breisliste. Erscheint täglich.

Telegramm- breffe

" Sozialdemokrat Berlin ".

mubli( 10 Pfennig

Vorwärts

Berliner Volksblaff.

Anzeigenpreis:

Die flebengespaltene Kolonelzeile foftet 60 Bfg. leine Anzeigen", das fettgebrudte Wort 20 fg.( zulässig 2 fettgebrudte Worte), jedes weitere Wort 10 Bfg. Stellengesuche und Schlafftellenanzeigen das erste Wort 10 Bfg., jedes weitere Wort 5 fg. Morte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Teuerungszuschlag 20% Familien Anzeigen 50 fa.. politifche u. gewertschaftliche Vereins­Anzeigen 40 Bfg. die geile. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmitt. im Hauptgeschäft Berlin SB.68, Lindenstraße 8, ab. gegeben werden. Geöffnet von 8 1hr früh bis 7 1hr abends.

Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands .

Redaktion: Sw. 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Amt Moritplay, Pr. 151 90-151 97.

Bekanntmachung des Ober­befehlshabers in den Marken.

Zunächst fieben Großbetriebe unter militärische Leitung gestellt. Bekanntmachung:

Die Ausstandsbewegung, in der ein Teil der Arbeiter bon Groß- Berlin verharrt, beeinträchtigt die Versorgung des Heeres und der Marine mit Waffen und Munition. Ich habe daher folgende Betriebe: 1. Deutsche Waffen- und Munitions- Fabrik in Marien­ feld 2. Berliner Maschinenbau- Aktien- Gesellschaft vorm. L. Schwarzkopff, Berlin , 3. A. Borsig in Berlin- Tegel ,

4. Allgemeine Elektrizitäts- Gesellschaft

nigsdorf,

-

Sonnabend, den 2. Februar 1918.

Beziehung irgendwie hatten Stellung nehmen können, sofort

Expedition: Sw. 68, Lindenstraße 3. Wernsprecher: Amt Morisplak, Nr. 151 90-151 97.

mit der Frage, wie eine Werfammiting her Wertreter der Der bayerische Ministerpräsident

streifenden zu ermöglichen sei. Scheidemann beauftragt, bei dem Herrn Staatssetretär des eine Unter­

redung zu ersuchen, in der man sich über das Ver­

Innern, Ballraf, telephoniſch um eine Unter dankt den Sozialdemokraten, sammlungsverbot und das Versammlungsrecht zu unter- daß sie die Führung in die Hand

genommen haben.

halten wünschte, um den streikenden Arbeitern schnellstens die Möglichkeit zu verschaffen, Stellung zur gesamten Situation zu nehmen und Beschlüsse zu fassen. Scheidemann sollte dem Staatssekretär mitteilen, daß die zu ihm zu entfendende De- Aus München meldef W. Z. B. unter dem 1. Februar: legation aus je zwei Abgeordneten der beiden Fraktionen In der heutigen Sigung der Abgeordnetenkammer und fünf Arbeitern des Attionstomitees be- erwiderte Ministerpräsident v. Dandl auf eine Rede des stehen sollte. Herr Wallraf antwortete telephonisch, daß er wohl fozialdemokratischen Abgeordneten Segit: die Abgeordneten zu empfangen bereit sei, nicht aber die Der Hauptausschuß des Reichstags hat hinreichend Arbeiter aus dem Streittomite c. Scheidemann widersprach dieser Auffassung, erklärte sich aber bereit, dem Klarheit geschaffen darüber, was die Reichsleitung und die Aftionskomitee davon Kenntnis zu geben und erwirkte das Mehrheit der Volksvertretung in den Friedensziel­Einverständnis des Herrn Staatssekretärs, daß dieser sich für fragen will. Gegen das, was der Kanzler über die bel­Fabrik Hen- 12 Uhr mittags auf jeden Fall zu einer Aussprache bereit 811me Frage jagte, fann ein berechtigter Widerspruch halten wollte, gleich viel, ob eine Unterredung zustande komme wohl nicht ausgesprochen werden.( Lebhafte Zustimmung oder nicht. rechts und in der Mitte.) Ich glaube nicht, daß wir Das Aktionsfomitee lehnte es ab, die von vornherein alles preisgeben fönnen in Arbeiter ausschalten zu lassen, ließ aber dem einem Moment, wo die Feinde noch Forderungen stellen, die Staatssekretär erneut sagen, daß um 12 Uhr zwei Abgeordnete an die Lebensnotwendigkeiten des deutschen Volkes rühren. ( Haase und Scheidemann ) fowie zwei Arbeiter zu ihm fommen( Stürmische Bustimmung.) Das wäre falsche Diplomatie. Versammlungsverbot zu machen. würden, um ihm lediglich Mitteilungen über das nicht annexionistische Bestrebungen, ein Gewaltfrieden und Schwertfrieden ist das Ziel der Reichsleitung. Sie will nur den Bestand des Reiches sichern gegen Ueberfälle, wie wir sie erlitten haben. Ich bitte, doch nicht immer Weiß­trauen zu begen, sondern Vertrauen. Man darf nicht alle möglichen Punkte und Beschwerden mit der jezigen Streit bewegung in Verbindung bringen.

5. Argus Motor- Gesellschaft Berlin- Reinickendorf, 6. Flug- Verkehrs- Gesellschaft Johannisthal ,

7. Daimler - Motoren Zweigniederlassung Marienfelde unter militärische Leitung gestellt und den Arbeitern dieser Betriebe aufgegeben, die Arbeit spätestens Montag, den 4. Februar 1918, bis und den Arbeitern dieser Betriebe aufgegeben, die Arbeit morgens 7 1hr wieder aufzunehmen. Zuwider. handelnde sehen sich schwerer Bestrafung nach den Vorschriften des Belagerungszustandes ang; die Wehrpflichtigen unter ihnen werden außerdem mili Wehrpflichtigen unter ihnen werden außerdem mili­tärisch eingezogen werden.

Der Oberbefehlshaber in den Marken. von Kessel, Generaloberst.

Zum Streik in Groß- Berlin. Sinauziehung der Arbeiter zu verhandeln.

Ich danke Ihnen( zu den Sozialdemokraten), wenn Sie icht die Führung in die Hand nahmen.

Herr Wallraf erklärte sich, als die Deputation im Reichs­amt des Innern erschien, bereit, die Abgeordneten zu empfangen, blieb aber den Arbeitern gegenüber bei seiner Ablehnung. Er änderte seine Stellung nahme auch nicht, nachdem ihm durch einen Ministerialdirektor, der als Mittelsperson fungierte, noch einmal ausdrücklich ge­fagt worden war, daß die Deputation mit ihm nicht über politische Fragen verhanden, sondern nur Mitteilungen der be Ich hoffe, dah dadurch die Bewegung in ruhige Bahnen reits erwähnten Art zu machen wünsche. Die beiden Ab gelenkt und der Ausstand baldmöglichst zu Ende gebracht geordneten erklärten sich bereit, mit dem Staatssekretär ohne wird. Die Streifvorgänge, insbesondere in Berlin , sind eine helle Freude für das Ausland. Auf innerpolitische m Durch das Oberkommando in den Marten Gebiet wird alles geschehen, um die Zusagen der Am 28. Januar lief schon am frühen Morgen die Nach- wurde dannt auch den Mitgliedern des Reichsleitung zu erfüllen. Die Warnung, die Poli­richt bei uns ein, daß in zahlreichen Berliner Betrieben die Aktionskomitees jede mit dem Streit im zei möge nicht nervös werden, bat mein boll­Arbeit niedergelegt worden fet. Es erschienen dann in schneller 8 usammenhang stehende Tätigkeit unter An- tommenes Einverständnis, aber bitte, auf der Folge Arbeiterdeputationen von Mitgliedern unserer Partei Drohung der in Betracht kommenden Strafen anderen Seite aber auch keine Nervosität.( Lebhafter Beifall.) aus bielen Betrieben bei uns, die uns über die schnell um verboten. sich greifende Bewegung informierten und die Bitte aus- Im Laufe des 31. Januar fand im Anschluß an eine sprachen, daß der Vorstand der Sozialdemokrati- Unterredung über Wirtschaftsfragen mit dem Staatssekretär schen Partei Vertreter in die Streitleitung vom Stein eine Aussprache zwischen dem Reichs­entfenden möge; das sei zweifellos für den guten Ver- tanzler Robert den Abgeordneten lauf des Streifs, der auch nach ihrer Ueberzeugung not- Schmidt und wendig sei, von der größten Wichtigkeit. Basis zu suchen, auf der Verhandlungen stattfinden konnten. Wir entgegneten, daß der Streit ohne irgend welches Der Reichskanzler erklärte sich zu Verhandlungen bereit, wenn München , 1. Februar. ( W. T. B.) Wie die ,, Münchener Zutun der Partei oder der Gewerkschaften entstanden sei. außer den Abgeordneten der beiden fozialdemokratischen Neuesten Nachrichten" melden, erfuhr die Streifbewegung keine Die Arbeiter der vom Streit betroffenen Betriebe hätten be- Fraktionen die Generaltommissiou als Vertreterin Es könnten dann auch nennenswerten Verstärkungen. Ein Demonstrations­reits Delegierte entsandt, die sich zu einem Arbeiterrat" der Gewerkschaften beteiligt werde. fonſtituiert hätten, der bereits eine Streifleitung gewählt und noch gewerkschaftlich organisierte Arbeiter, deren Beteiligung ug und verschiedene Versammlungen nahmen einen ruhigen Verlauf. bestimmte politische Forderungen aufgestellt habe. Angesichts oder Nichtbeteiligung am Streit nicht nachgeprüft werden dieser Tatsachen könne uns niemand zumuten, nachträg follte, an den Verhandlungen teilnehmen. I ich eine Verantwortung zu übernehmen. Die Frage der Arbeiter, ob wir eine Delegation in die Streifleitung zu entsenden bereit sein würden, wenn die De­legiertenbersammlung der Streitenden uns selbst darum er fuche, wurde nach eingehender Aussprache bejaht.

"

und

Versammlungen und

Bauer Breslau statt, um eine Demonstrationszug in München .

Es muß betont werden, daß die Generalkommission der Gewerkschaften ihre Neutralität gegenüber der Streit bewegung öffentlich erklärt hatte, da es sich offenkundig um einen politischen Streit handele. Einige Abgeordneten der beiden sozialdemokratischen Fraktionen besprachen die gemachten Vorschläge und kamen zu der Entschließung, dem Reichskanzler zunächst folgendes Telegramm zu senden:

Daraufhin ging eine Kommission der bei uns vorstellig gewordenen Arbeitervertreter in die gerade tagende Versamm lung der Delegierten, um zu beantragen, daß Vertreter der Unterzeichnete Abgeordnete und 5 Funktionäre der Gewert Sozialdemokratischen Partei in die Streifleitung eintreten schaftsorganisationen, die von den Streifenden als ihre Vertrauens­follten. Noch ehe fie ihren Antrag einbringen konnten, war personen bezeichnet worden sind, ersuchen, empfangen zu werden, bereits ein ähnlicher Antrag debattiert und mit 198 gegen zunächst zur Erörterung des Versammlungsrechts. Antwort an Abg. 196 Stimmen abgelehnt worden. Die geringe Stimmen- Ebert erbeten.

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Ruhiger Verlauf.

Keine Zweideutigkeit!

Die B. 3. am Mittag" findet, daß der Vorwärts" in seiner gestrigen Nummer einen einlenkenden Ton" ange­schlagen hat, ohne ganz aus der bisher leider beobachteten 8 weideutigkeit herauszukommen". Schiefer fann man unsere gestrigen Ausführungen nicht auffassen.

Der Vorwärts" hat davor gewarnt, die Bewegung in tumultuarische Vorgänge ausarten zu laffen. Diesen Stand­punkt hat er immer, unter jeder Redaktion, eingenommen. Um ihn zu finden, hat er ein Einlenken" gar nicht nötig gehabt. Im übrigen erklären wir un zweideutig:

differenz und der neue Antrag veranlaßten die Delegierten- Ebert. Saase. Ledebour. Scheidemann ." versammlung, die Debatte von neuem aufzunehmen. Gen. Wir stehen zu den Arbeitern, und in schyveren Buscheď begründete den Antrag in sachlicher Weise und Nachdem dieser Vorschlag abgelehnt war, berständigten Seiten stehen wir erst recht zu ihnen.( Sollte es niemanden fügte hinzu, daß der Parteivorstand bereit sein werde, eine ich die Vertreter der Unabhängigen Sozialdemokratischen im Hause Ullstein geben, der für dieses Solidaritätsempfinden Vertretung in die Streitleitung zu entfenden, falls die Ver- Partei und der Sozialdemokratischen Partei dahin, dem noch einen Re st von Verständnis befigt?) sammlung entsprechend beschließe. Der Abg. Ledebour Reichskanzler nunmehr vorzuschlagen, einer Verhandlungs- Ob wir diese Bewegung und ob wir sie im gegen­bekämpfte den Antrag in heftiger Weise. Nach den beiden kommission in folgender Zusammensetzung zuzustimmen: wärtigen Augenblick gewünscht haben, steht nicht zur Debatte. Reden wurde die Debatte geschlossen. Die Abstimmung er- Haase und Ledebour, Ebert und Bauer fowie drei ge Tatsache ist, daß sie aus Ursachen, um deren Beseitigung wir gab nunmehr zirka 360 Stimmen für und nur etwa 40 gegen werffchaftlich organisierte Arbeiter. Nach uns vergeblich bemüht haben, ohne Zutun der sozialdemo­diesem Vorschlag wäre zwar die Generalkommission nicht offi- fratischen Partei entstanden ist. den Antrag. Wir stimmten dem Beschlusse zu. In das Aktionskomitee ziell, aber doch durch einen ihrer Borsigenden, der als sozial­Nachdem es soweit gekommen war, hat die sozialdemo­der Delegiertenversammlung traten nun zu den bereits getreten demokratischer Abgeordneter an Stelle Scheidemanns ein fratiiche Partei nach dem alten Grundsay gehandelt, daß man wählten elf Arbeiterbelegierten und den drei Abgeordneten treten sollte, vertreten gewesen. Auch diesen Vorschlag eine solche Bewegung nicht sich selbst überlassen dürfe. Sic Dittmann, Haase und Ledebour drei Mitglieder handlungen abgelehnt, weil er darauf bestand, daß zu leiten und so rasch wie möglich zu einem Ergebnis au hat der Reichskanzler nach mehrmaligen er ist in fie eingetreten in der Absicht, sie in geordnete Bahnen Berit des Parteivorstandes: Braun, Ebert, Scheide­ mann . Der Eintritt erfolgte unter der den Arbeiterbelegierten Berhandlungen vertreten sei. Die Kommission so zusammen- bringen, das der allgemeinen Sache des Volkes nützlich ist. die Generalkommission der Gewerkschaften offiziell bei den zu leiten und so rasch wie möglich zu einem Ergebnis zu unferer Bartei gegenüber ausgesprochenen Voraussetzung, daß zusehen, wie der Reichskanzler wünschte, hat die Unabhängige Vorwurf" gegen die sozialdemokratische Partei beſtehen als Nachdem dieser Versuch gescheitert ist, bleibt kein weiterer das Attionskomitee entsprechend der mittlerweile erfolgten großen Ausdehnung des Streifs erweitert bezw. umgestaltet Sozialdemokratische Partei abgelehnt. und eine nochmalige Beratung der bereits aufgestellten or find bemnach gescheitert. Eine Entscheidung der Delegierten laſſengenoffen und Brüdern, nicht getrennt hat. Dieſen Vor­Unsere Bemühungen, Verhandlungen herbeizuführen, der, daß sie sich in schwerster Zeit von den Arbeitern, ihren wurf wird sie erhobenen Sauptes tragen, unbekümmert Im Laufe des 29. Januar wurden alle Versammlungen, bersammlung der streifenden Arbeiter über die Zusammen- fie fich in schwerster Zeit von den Arbeitern, ihren Klassen­auch die der Delegierten der ausständigen Arbeiter, versehung einer Berhandlungskommiffion läßt sich wegen des genossen und Brüdern, nicht getrennt hat. Diesen Vorwurf boten. Das Aktionskomitee befagte sich infolgedeffen nach Berbots aller Versammlungen nicht herbeiführen. wird sie erhobenen Sauptes tragen, unbekümmert dem Eintritt unserer drei Genossen, die zu den bereits auf- Berlin , den 1. Februar 1918. um das Gelärm, das in der B. 8." und anderen bürgerlichen gestellten Forderungen weder in sachlicher noch in formeller Blättern erhoben wird,

derungen ermöglicht werde.

Der Vorstand der Sozialdemokratischen Partei.