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Nr. 266. 35. Jahrg.

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.Sozialdemokrat Berlin ".

Vorwirts

Berliner Volksblatt.

10 Pfennig

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Die flebengespaltene Rolonelzeile foftet 80 Big. Kleine Anzeigen", das fettgebrudte Wort 30 Big.( guldffie 2 fettgebrudte Borte), jedes weitere Bort 15 Bfg. Stellengefuche und Echlafstellenanzeigen das erste Wort 20 Big, jedes weitere Wort 10 Bfg. Borte über 15 Buchstaben zählen für joet Worte. Teuerungszuschlag 20% Familien- Anzeigen, politische und gewerkschaftliche Vereins Anzeigen 60 Bfg. die Zeile. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis 5 1hr nachmittags im Hauptgeschäft. Berim 6.68, Lindenstraße 3, abiegeben werden. Geöffnet von 8 Uhr früh bis 7 Uhr abends.

Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands .

Redaktion: SW. 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Amt Moritvlag, Nr. 151 90-151 97.

Freitag, den 27. September 1918.

Expedition: Sw. 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Amt Moritplat, Nr. 151 90-151 97.

Amerikanisch- Franzöfifcher Grossangriff.

Die Reichskrise.

Wie ernst die Arise ist, in der wir uns befinden, zeigt das Verhalten der bürgerlichen Parteien gegenüber dem Plan, Sozialdemokraten zum Eintritt in die Regierung auf­zufordern. Dieser Plan besteht weiter fort, auch nachdem die Partei ihre Bedingungen aufgestellt hat, die vom sozialdemokra tischen Standpunkte unerläßlich find. Auffällig ist, daß sich auch die nationalliberale Presse mit dem Gedanken des Ein­tritts von Sozialdemokraten in die Regierung befreundet hat, obwohl die Nationalib. Korresp." parteiamtlich die sozialdemo­fratischen Bedingungen für ganz unannehmbar erklärt hat.

Wer die sozialdemokratischen Bedingungen für unannehm­bar hält, müßte doch eigentlich den Eintritt von Sozialdemo fraten in die Regierung aufs äußerste bekämpfen. Daß dies Don nationalliberaler Seite nicht gefchieht, ist auffällig. Es ist ein Zeichen dafür, wie notwendig man in der gegebenen Situation die Sozialdemokratie zu brauchen glaubt.

In der gestrigen Sitzung des Hauptausschusses hat nun der Reichskanzler die von Gröber geforderte Erklärung abgegeben. Er hat für den November, für die Zeit des Wieder­zusammentritts des Reichstags, eine Abänderung des Gesetzes über den Belagerungszustand angekündigt, ohne genau sagen zu fönnen, in welcher Stichtung sich diese Aenderung bewegen wird. Man muß schon sehr bescheiden sein, um sich von dieser Erklärung befriedigen zu lassen. Selbst das Höchstmaß dessen, was sie zu versprechen scheint, bleibt hinter dem Mindestmaß der sozialdemokratischen Kardinalforderungen weit zurüd.

Das entscheidende Problem bleibt, Garantien dafür zu schaffen, daß Deutschland in Zukunft nach dem Willen seines eigenen Bolfes und nicht nach dem einer Militärkaste regiert werden wird. Dies ist der Punkt, in dem die weitesten Bu geständnisse gemacht werden können, weil sie letzten Endes dem Wohl des deutschen Volles selber dienen. Die Erkenntnis bricht sich unhaltbar Bahn, daß ein demokratisches Deutschland am stärksten im Widerstand und in der günstigsten Lage bei Frie­densverhandlungen sein wird.

Ein demokratisches Deutschland haben wir aber noch nicht, wenn ein paar Sozialdemokraten Minister werden. Die Demo­fratie darf kein Regenmantel sein, den man bei besserem Wetter wieder ablegt, fie muß mit dem Wesen des deutschen Volkes und seiner Berfassung verwachsen.

Was will, was kann Hertling dazu tun?

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Feindliche Angriffe zwischen Omignon­Bach und Somme Vorübergehend ge nommene Gräben im Gegenstoß zurück­erobert.

Berlin , 26. September 1918, abends. Amtlich.

In der Champagne und zwischen den Argonnen und der Maas haben auf breiter Front französisch­amerikanische Angriffe nach elfstündiger Feuer­vorbereitung begonnen. Der Durchbruch des Feindes

[ sichtigt wird, die Beratung über die Herrenhausvorlage zu Ende zu bringen.

Pastor Manders in Jbsens Gespenster" seufzt: Und das am Sonntag"! Wir rufen mit Zorn und Entrüstung aus: Und das im gegenwärtigen Augenblick! Die Existenz Deutschlands und des deutschen Volkes steht auf dem Spiel, nur die sofortige wirtliche Demotra­tisierung unseres Verfassungswesens tann uns helfen!

ift vereitelt. Der Kampf um unsere Stellungen Schwere Kämpfe in aller Welt.

dauert an.

Amtlich. Großes Qauptquartier, 26. Sep­tember 1918.( WIB)

Weftlicher Kriegsschauplah. eeresgruppe Kronprins Rupprecht. Borfeldkämpfe in der Lys- Niederung, nördlich vom La Baffèe­Kanal und bei Moeuvres.

Heeresgruppe Boehn.

Heftigem Feuer des Feindes südöstlich von Epehy und bei Belicourt folgten nur Teilvorstöße, die abgewiesen wurden.

Zwischen dem Omignon- Bach und der Somme seste der Feind feine Angriffe fort. Der erste Anfturm brach in dem zufammen­gefaßten Feuer unserer Artillerie und Infanterie zusammen. Das Schwergewicht der am Vormittage mehrfach wiederholten Augriffe richtete sich gegen die Höhe zwischen Bontruct und Gricourt. Borübergehend faßte der Feind auf ihr Fuß; im Gegenstoß nahmen wir sie wiedee. Am Nachmittage feste der Franzose zwischen Francilly und der Somme erneut zu starken Angriffen an, die bis auf fleine Einbruchsstellen abgewiesen wurden. Wir machten hier in den beiden letzten Tagen mehr als 200 Gefangene.

Heeresgruppe Deutscher Kronprins.

Bei örtlicher Angriffsunternehmung nördlich von Allemant ( zwischen Ailette und Aisne ) machten wir Gefangene. Nördlich von Bailly schlugen wir Teilangriffe des Gegners ab.

Heeresgruppe Herzog Albrecht,

Deftlich der Mosel wurde ein Teilangriff des Feindes ab­gewiesen. Die dort kämpfenden Truppen der 31. Landwehr­Brigade nahmen im Gegenstoß 50 Franzosen und Amerikaner gefangen.

Aus feindlichen Geschwadern, die Frankfurt am Main und Der Erste Generalquartiermeister.

Ein Waffenstillstandsangebot Malinoffs. Raiserslautern gngriffen, wurden 7 Flugzeuge abgeschoffen.

Lubendorff.

Der österreichische Bericht. Wien , 26. September. Amtlich wird verlautbart: Reine größeren Kampfhandlungen zu melden. Der Chef des Generalstabes.

Von Richard Bädke

Lloyd George hat fürzlich seinen englischen feritifern Dant fr ihre Angriffe gegen ihn ausgesprochen. Sie hatten thn im Frühjahr schwer beschuldigt, daß er nicht die genügende Bahl von Verstärkungen vorbereitet habe, um dem englischen Heere gegenüber den deutschen Angriffen die nötige Kraft des Widerstandes zu verleihen. Dieser Tadel habe die Deutschen getäuscht; denn in Wirklichkeit hätten in England zahlreiche Reserven bereitgestanden, die nun in ununterbrochener Folge auf das Festland geströmt seien und das Zahlenüberge wicht des Bielverbandes hergestellt hätten. Ob die Annahme zutrifft, daß wir in Deutschland getäuscht worden sind, mag unerörtert bleiben. Aber wir haben hier ein Muster­beispiel dafür, wie in England Presse, Opposition, Regierung Hand in Hand arbeiten. Es fann doch seine Vorteile haben, wenn den Beitungen auch in militäri­ichen Dingen die Freiheit nicht allzu sehr be­ichnitten wird und sie haben sich in England, wie u. a. Repington und General Maurica bewiesen, eine große Unab­hängigkeit des Urteils bewahrt. Nicht jede Kritik, nicht jeder Tadel der Heeresverwaltung und Heeresleitung wirkt schädlich für die Interessen des Baterlandes und der Kriegführung, und fie fönnen sogar zur Täuschung des Gegners dienen.

Daß England, nach seiner Bevölkerungszahl und unleug­baren Entschlossenheit, von der es erfüllt ist, imstande sein würde, die Verluste seiner Festlandsheere zu ersehen und diese jogar noch zu vermehren, dürfte ohne weiteres ange­nommen werden. Die Großartigkeit seiner Anstrengungen geht auch daraus hervor, daß es gleichzeitig für Palästina, Per­ sien und für die Murmanküste die Mittel einer fraft­bollen Kriegführung bereitzustellen wußte. Ohne aber die eigenen Anstrengungen Großbritanniens gering zu schäßen, muß doch gesagt werden, daß im Westen faum die Engländer, sondern die Amerikaner die wesentliche Ursache find für den Umschwung der Lage. Und neben den Amerikanern auch die rücksichtslose Heranziehung der farbigen Franzosen. Was die letzteren anbetrifft, so wird man übrigens nicht so start darauf rechnen dürfen, daß sie mit dem Eintritt fälterer Jahreszeit wieder verschwinden werden. Algerier und Tumefer lassen sich bei geeigneter Kleidung lange genug ver­menden; ob aber die Schwarzen massenhaft erkranken und sterben, wird der Menschenfreundlichkeit der Franzosen für die fie nur Kanonenfutter sind, sehr gleichgültig sein, solange sie noch an weitreichenden Angriffsplänen festhalten.

Berlin , 27. September. Es liegen Nachrichten vor, wonach von dem bulgarischen Ministerpräsidenten Malinoff an den Führer der gegen Bulgarien operierenden Entente­truppen das Angebot eines Waffen stillstandes gerichtet worden sei. Wie gemeldet wird, ist Herr Malinoff mit diesem Angebot auf eigene Hand, ohne Zustim. mung des Königs, des Parlaments und der bulgarischen Obersten Heeresleitung vor­gegangen. In den bundestreuen Kreisen Bulgariens hat Entwurf in dem Unterausschuß gefunden habe, vorzuziehen dieses Vorgehen Malinoffs große Erregung herbor- sei, insbesondere müsse es Bedenken begegnen, daß nach der gerufen. Militärische Maßnahmen zur fraftbollen Kommissionsfaffung das fünftige Herrenhaus eine zu Jedenfalls fucht der Gegner gegenwärtig das Eisen zu Unterstützung der bulgarischen Front find im hohe Mitgliederzahl haben werde, da die bisherigen schmieden, solange es noch warm ist, und hat in der vergan­Gange. Eine Gegenbewegung gegen den Minister- Berechtigungen in einem über den Regierungsentwurf hinaus- genen Woche an den verschiedensten Stellen um eine Entschei­präsidenten Malinoff macht sich, nach den letzten Nachrichten gehenden Maße aufrecht erhalten worden felen; immerhin dung gerungen. fönne aber auch die von dem Unterausschuß beschlossene In erster Linie um die Fortsetzungseiner großen aus Sofia zu urteilen, bereits geltend. Fassung als eine brauchbare Grundlage angesehen werden. Offensive! Obwohl deren bisherige Erfolge von erheb­( Aus der Kommission wurde dem gegenüber darauf hingewiesen, lichem Werte für die Stimmung der feindlichen Völker waren, Das Herrenhaus für das Herrenhaus. daß nach dem Entwurf der Unterkommission der Bestand konnten sie militärisch nicht genügen. Das deutsche Heer war, des Herrenhauses demnächst nicht wesentlich die in der nicht ohne Federn zu lassen, aber doch ungeschlagen und un­Anlehnung an das Hiftorisch Gewordene". Regierungsvorlage vorgefehene Biffer übersteigen würde. So- gebrochen sehr langsam unter unaufhörlichen Kämpfen und zahl­Ueber die Donnerstagssigung des Verfassungsausschusses dann trat die Kommission in die Einzelberatung des Ent- reichen Gegenangriffen zurückgegangen in eine Stellung, deren des Herrenhauses wurde folgender amtlicher Bericht aus wurfs ein. Soweit bisher Abstimmungen erfolgt find, ergibt sich Stärke die Gegenseite schon im vergangenen Jahre erprobt gegeben: danach folgendes Bild: Es gehören dem Hause auch fernerhin hatte. Richtete es sich in dieser wesentlich gedrängteren Stel­In der Sigung der Herrenhauskommission für die Wahl- an: 1. die bisherigen in ihm befindlichen erblichen lung ein, für die seine Bahl mehr als ausreichend war, so war rechtsvorlagen vom Donnerstag, den 26. September, lag ein Berechtigten; doch soll unter gewissen Voraussetzungen die Lage von neuem im Gleichgewicht; es war nicht abzusehen, von der Unterkommission ausgearbeiteter neuer Entwurf für ein Erlöschen dieser Berechtigungen stattfinden; ob und wie es dem Feldherrn des Vielverbandes gelingen die Zusammenfegung des Herrenhauses vor, 2. auf Grund ihres Amtes die ersten Bürgermeister würde, dann noch eine solche Entscheidung herbeizuführen, wie der der weiteren Beratung zugrunde gelegt wurde. In der Städte, die bisher das Recht der Präsentation sie den weitreichenden Kriegszielen des Berbandes entsprechen diesem Entwurf ift grundsäglich der Gedante der hatten, sowie acht weitere Städte. denen dieses würde.

Berufs- und Interessenvertretung a b Recht durch königliche Verordnung verliehen werden So suchten sowohl Franzosen wie Engländer, die vielleicht gelehnt, der in ber Regierungsvorlage und fann, ferner der der zweite Bürgermeister der die seelische Kraft des deutschen Heeres in diesem Augenblide noch mehr in der vom Abgeordnetenhause beschlossenen Stadt Berlin . Es treten fraft ihres Amtes ein die unterschästen, in unmittelbaren Nachfolgen einen fofortigen. Fassung zum Ausdrud kam. dagegen unter An- Vorsigenden der Landwirtschaftstammern. Durchbruch der deutschen Stellung herbeizuführen. Die Iehnung an das geschichtlich Gewordene Ferner sollen fünf Mitglieder.der evangelischen Engländer haben au dem Swede mit großer Tatkraft die ein weiterer Ausbau des Herrenhauses im Sinne der tönig- Stirche und drei römisch tatholische Bischöfe Schwierigkeiten überwunden, die die durch vierjährige Kämpfe lichen Botschaft durch die Neuaufnahme bisher führender, berufen werden. Ein Präsentationsrecht sollen in Zukunft verwüstete Bone vor der deutschen Siegfriedstellung ihrem Vor­durch die Achtung ihrer Mitbürger ausgezeichneten Männer haben im bisherigen Umfange die Verbände der durch aus- dringen entgegensette. Ihre Angriffe richteten sie gegen deren vorgesehen, wobei insbesondere Handel und Industrie gebreiteten Familienbejiz ausgezeichneten Ge- Mitte, während die Franzosen wiederholt den südlichen Tei! ein erheblicher Anteil gewährt wird. Der Minister des schlechter. bestürmten. Der rechte deutsche Flügel mar infolge weitreichen­Innern erklärte, daß nach der Meinung der Staats- Die Beschlußfassung über die weiteren Kategorien wird der Ueberschwemmungen wenig zugänglich und besonders der regierung der Regierungsentwurf der Fassung, die der neue voraussichtlich in der morgigen Sitzung erfolgen, in der beab- Sturmwagen des Feindes ziemlich entzogen, in denen sich dieser