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Nr.343a. 35.Jahrg.

Bezugspreis:

Bierteljährl. 6,75 Mr., monatl. 2,25 Mr. frei ins Haus, vorauszahlbar. Einzelne Summern 10 Pfennig. Boftbezug: Monatlich 2,25 Mr.. erti Bustellungs gebühr . Unter Areuzband für Deutsch land u. Desterreich- Ungarn 5,50 Mt. für das übrige Ausland 9.50 ML, bei täglich einmaliger Zustellung 7.50 ML. Bostbestellungen nehmen an Däne mart, Holland , Luxemburg , Schweben und die Schweiz . Eingetragen in die Bost- Bettungs- Preisliste.

Der Bortvärts" erscheint wochentäglich ameimal Sonntags einmal

Telegramm- Abreffe:

Sozialdemokrat Berlin ".

Abend- Ausgabe.

Vorwärts

Berliner Volksblaff.

10 Pfennig

Anzeigenpreis:

Die achtgespaltene Nonpareillezetle foftet 80 Bfg. Kleine Anzeigen", das fettgedruckte Bort 40 Pfg.( zulässig 2 fettgedruckte Borte), jedes meitere Wort 20 Bfg. Stellengesuche und Schlafstellenanzeigen das erste Wort 30 Pig., jedes weitere Wort 15 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Borte. Leuerungszuschlag 50% Familien- Anzeigen, politische und gewertschaftliche Bereins Anzeigen 80 Bfg. die Seile. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis 5 he nachmittags im Hauptgeschäft. Berlin SW.68, Lindenstraße 3, abgegeben merden. Geöffnet von 9 hr früh bis 6 Uhr abends,

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Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands .

Redaktion und Expedition: SW. 68, Lindenstr. 3.

Fernsprecher: Amt Moritzplatz , Nr. 15190-15197.

Sonnabend, den 14. Dezember 1918.

Vorwärts- Verlag G.m. b. H., SW. 68, Lindenstr. 3. Fernsprecher: Amt Moritzplatz , Mr. 117 53-54.

Die Entente erkennt die Räte nicht an!

Berlin , 14. Dezember. Der Arbeiter- und Soldatenrat in Ernährungslage Deutschlands überzeugt. Unfere Schiffe| Kreuznach hat in Trier angefragt, ob für die vom Feinde werden in Kürze in fremde Häfen gehen können, um für besetzten Gebiete ungehinderte Ausreise- und Rück. Deutschland Lebensmittel zu laden. Aber wie sollen wir die tehrsmöglichkeiten der Delegierten gewährleistet wird, Rebensmittel kaufen? Der Krieg hat uns von der ganzen Welt zu der Berliner Tagung der Arbeiter- und Soldaten- abgeschnürt. Wir haben seit mehr als vier Jahren so gut Räte am 16. Dezember entendet werden sollen. Diese Frage wie feinen Austausch mehr mit der übrigen Welt. Wir haben wurde von der Deutschen Waffenstillstandskommission pflicht auch gar keinen Produktionsüberschuß, um damit Lebensmittel gemäß an die oberite peeresleitung der Alliierten weitergegeben. im Auslande einzutauschen. Wir haben aber infolge der Marschall Foch hat darauf die lakonische Antwort erteilt: Die Unterbindung unseres Außenhandels nirgends Kredit allierten Mächte erkennen die Arbeiter und zu erwarten. Wir fönnten mit Gold bezahlen, was wir Soldatenräte nicht an." jezt für unsere Bevölkerung an Lebensmitteln nötig haben. Aber wir dürfen ja fein Gold ins Ausland abgeben. Uns find die Hände völlig gebunden.

Die Eröffnung der Reichsräteversammlung. Die Alliierten müssen darum noch einen Schritt weiter Berlin , 14. Dezember. Die Reichsversammlung der Ar- gehen: Sie müssen uns einen Kreditgewähren, beiter- und Soldatenräte Deutschlands wird am 16. Dezember wenn ihr Entgegenkommen in der Lebensmittelfrage für uns 1918 um 10 Uhr früh im ehemaligen preußischen Abgeordneten- praktischen Wert haben soll. bause eröffnet.

Die Bolksbeauftragten werden über ihre bisherige Tätigkeit am Sontag vor dem berufenen Forum der Zentraltagung der deutschen Arbeiter- und Soldatenräte und damit auch vor der weiteren Deffentlichkeit Bericht erstatten.

Waffenstillstandsverlängerung bis zum Friedensschluß!

Lebensmittel, aber auch Rohstoffe und Kredit müffen

wir haben.

Bei den Verhandlungen der deutschen Waffenstillstandskom­nission mit den Vertretern der Alliierten wurde Vorsorge ge­troffen, daß die Berhandlungen über die Lebensmittel. frage mit größter Beschleunigung begonnen werden. Es wird in Brüffel, Rotterdam und London verhandelt werden.

In Trier ist gestern eine unbefristete Berlängerung des Waffen­tillstandsvertrags bis zum Friedensschluß erreicht worden! Wört­lich heißt es in dem Abkommen, daß der Waffenstillstand bis 17. Januar 1919, 5 Uhr vormittags" läuft. Diese Verlängerung um einen Monat wird unter Vorbehalt der Zustimmung der alliier­ten Regierungen bis zum Abschluß des Präliminarfriedens aus­gedehnt." Da es aber gar keinem Zweifel unterliegen kann, daß bie Ententeregierungen den Krieg faktisch für beendet halten, wird thre Zustimmung als feststehend angenommen werden fönnen.

Um Tod und Leben unsrer Volkswirtschaft.

Die ernste Lage verschärft sich immer mehr. Die Heere werden in beschleunigtem Tempo in die Heimat zurückbefördert, viele Millionen Menschen ziehen den Soldatenrock aus und ber­langen, daß sie Arbeit und Lohn, daß sie Existenzmittel erhalten. noch nie hat sich Deutschland einer so gefabrvollen Situation gegenüber gesehen, wie sie jetzt durch das Einströmen unge­heurer Massen arbeitsloser Arbeiter zu erwarten ift.

Die allerwichtigste Aufgabe, die der öffentlichen Körper­schaften jetzt harrt, ist den zurückkehrenden Millionenmassen Ar­beit und Lohn zu beschaffen. Namentlich für die Großstädte dürften durch die Anhäufung großer Maassen von Arbeitslosen

die fürchterlichsten Notstände entstehen.

Und dann noch eins: unsere Lebensmittelnot soll ge­Das deutsche Wirtschaftsleben hat nach dem Ausbruch des lindert werden. Man ist sich hoffentlich in den Ententeländern Krieges durch die scharfe Einstellung auf die ausschließlichen flar, welches Uebermaß von Arbeitslosigkeit das Bedürfnisse der Kriegsführung eine sehr ernste Störung er deutsche Wolf bedroht, weil wir die wichtigsten industriellen fahren. Es ist nicht nur nötig, eine längere Uebergangszeit Rohstoffe entbehren, um unsere Fabriken in Gang bringen zu vorauszusehen, sondern insbesondere auch damit zu rechnen, daß können. Man ist sich wohl auch darüber nicht im Bweifel, daß der Fraise Mangel an Rohstoffen die Industriebevölke für die Bezahlung aller uns aufzuerlegenden Kriegslaften die rung zu einem sehr großen Teil überhaupt hindern wird, an entsprechenden Werte erzeugt werden müssen; darum ihre früheren Arbeitsstellen zurückzukehren. Selbst dort, wo die muß mit aller Eindringlichkeit verlangt werden, daß neben erforderlichen Rohstoffe verfügbar find, muß mit starf ber­den Lebensmitteln uns auch Rohstoffe, besonders minderter Arbeitsgelegenheit gerechnet werden. Der Rohstoff­Zertilfaser, Gummi und Dele nötig sind.. mangel erdrückt uns, selbst die Kohle reicht nicht aus und wenn Wir müssen nicht nur die physische Kraft unseres Volkes selbst alle Bergarbeiter aus dem Heere entlassen sind, ist mit schützen, wir müssen auch unsere völlig erschöpfte Wirtschafts- einer Behebung der Kohlennot noch nicht zu rechnen. Die kraft wieder heben. Es liegt also im Intereffe der Sieger uns Kohlenbecken des Wurm- und Saargebietes find zurzeit in der auch Rohstoffe und vor allem einen Kredit zu gewähren. Hand der Entente, und auch das Ruhrrevier, das größte Kohlen­produktionsgebiet Deutschlands , ist in seiner Freiheit, seine ganze Förderung für Deutschland zu liefern, ernstlich bedroht. Krise. Die Firma Krupp hat, wie gestern berichtet worden Die industriellen Riesenbetriebe stehen vor einer fürchterlichen ist, fich gezwungen gesehen, die Entlassung von zirka 200 000 Arbeitern zu erwägen, weil sie feine Beschäftigung hat und weil die Gefahr besteht, daß das Werk infolge der Aufsehrung des Attienkapitals zusammenbricht. Auch anderwärts werden in vielen Betrieben unter dem Druck der Arbeiter Löhne fort­gezahlt, ohne daß die Möglichkeit wäre, eine entsprechende Pro­duktion aufrecht zu erhalten. Die Bertrümmerung des Situation auf dem Arbeitsmarkt schaffen. Betriebsfapitals aber muß die Not in späteren Tagen aufs ungeheuerlichste verschärfen, und eine unerträgliche Situation auf dem Arbeitsmarkt schaffen.

Heute ist Wahltag in England!

Die Wahlen zum englischen Barlament finden heute statt. Durch Nominierung sind bereits 107 Mandate vergeben.

Gesetz zur Bildung einer freiwilligen

Volkwehr.

1. Zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung und Sicher heit ist eine freiwillige Bolts mehr zu bilden. Volkswehr erteilt ausschließlich der Rat der Volksbeauf 2. Die Bollmachten zur Aufstellung der Abteilungen dieser tragten, der auch Zahl und Stärke der Abteilungen feftfept. 3. Die Bolkswehr untersteht ausschließlich dem at ber Boltsbeauftragten. Sie verpflichtet sich der sozialistisch demokratischen Republik, burch Handschlag.

4. In die Volkswehr werden nur Freiwillige aufgenom­men. Sie wird außerhalb des Rahmens des Heeres stehen, Ge­richts- und Disziplinarverhältnisse werden noch geregelt.

As Drudmittel auf Deutschland , die Waffenstill. Stansbedingungen in dem von den Gegnern gewünschten Tempo zu erfüllen, ist in dem neuerlichen Abkommen ein Busak zu bem Waffenstiftandsvertrage vom 11. November festgelegt worden, ber folgenden Wortlaut hat:" Das Oberkommando der Alliierten behält fich vor, von jest an, wenn es dies für angezeigt erachtet, und um fich neue Sicherheiten zu verschaffen, die neutrale Zone auf dem 5. Die Freiwilligen wählen ihre Führer selbst, und zwar rohten Rheinufer, nördlich des Kölner Brüdenkopfes und bis zur herbisen Bronse au befehen. Diese Besetzung wird von dem etwa 100 Freiwillige( Hundertschaft) einen Führer und drei Zug­führer, mehrere Sundertschaften bilden eine Abteilung und wählen Oberkommande der Antierten 6 Tage vorber angezeigt werden." Hinsichtlich der lieferung unseres Gisenbahntrans- ben Abteilungsführer und einen Stab. Ihm steht ein Vertrauens. portmaterials ist es den deutschen Unterhändlern gelungen, rat von 5 Freiwilligen beratend zur Seite.

eine Milderung durch Berlängerung der Ablieferungsfrist zu ez­

6. Jeber Freiwillige ist im Dienste zum Gehorsam gegenüber

reiden. Der Wunsch der Franzosen auf Ablieferung in Miegefter feinen felbfgetsählten Führern verpflichtet.

Frist bang in der Kommissien nicht busch. Obenfe in die von französischer Seite vorgeschlagenen Strafvorschriften für den Fall, Dag Matial abgeliefert with, beffen Zustand für nicht genügen's erflärt wird. gemilbert worben.

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7. Je die Annahme bec Svetwilligen ft Borbedingung:

a) Sn der Regel Burttsflegung des 24. Bebensjahrea b) Körperliche Müftigkeit.

e) Längerer einwandfreier Frontdienst.

8. Die Freiwilligen haben zunächst eine Probezeit von Tagen zu leisten. Wird ihre Geeignefheit festgestellt, so sind

Die Forderung der Entente nach 150 000 Eisenbahnwagen und 5000 Lokomotiven, von der sie sich trotz der eindringlichsten und besten Gründe nicht abbringen lassen will, hat für unsere starken Verkehrsbedürfnisse eine Salamität geschaffen, die selbst für die Lebensmittelbeschaffung eine ernste Drohung ist. Da­neben müssen Millionen Soldaten beschleunigt in die Heimat geführt werden. Die starken Anstrengungen und Ermüdungen der Truppen schließen den Gedanken aus, sie zu Fuß in die Seimat zu fchaffen. Die Serrüttung unseres Transportwesens muß aber auch die Industrie in ihrem Bedürfnis nach Noh­Stoffen und in ihrem Bersandbedürfnis schwer shädigen. gung von Industrie und Gewerbe durch die übelberstandene Dazu kommt eine heillose Berängstigung und Beunruhi­Propaganda eines unfinnigen und phantaftischen Wortfommu­nismus, die namentlich die Elemente aufgewühlt hat, die erst burch die Erregung der Revolutionstage aus tiefstem stumpfen Berborgeusein an die Oberfläche gestiegen sind. Die wahn­finnigften Bohnforderungen find heute an der Tagesordnung und kein Mensch denkt daran, was morgen werden soll und gestalten soll. Bei musterhafte Selbstdisziplin, dessen Opfermut im organisierten Lohnfampfe wir früher so oft bewundert haben ist eine tören muß, was für den Wiederaufbau unseres Wirtschafts­blinde Jagd nach Geld ausgebrochen, die alles zer­labens notwendig ist.

Für den Panzerfreuzer Madensen", der nicht schleppfertig ist, ist vor den Engländern die Ablieferung des Vinienschiffes. Baden" gefordert worden. Und trop des Protestes der deutschen Waffenstill- fie zunächst auf 6 Monate zu verpflichten. Die Verpflichtung einem Teil der Arbeiterschaft und es ist nicht der, dessen stanssdelegation ist diese Forderung von den Engländern nicht zu rüdgezogen worden. Das bedeutet, da eine Schulb Deutschlands in dem Falle der Mackenfen" nicht vorliegt, eine Härte, die man bei loyalem Entgegenkommen hätte vermeiden können.

Die für uns wichtigste Erscheinung der Verhandlungen war eine Erklärung des amerikanischen Lebensmittelton­trolleurs over über

bie Berforgung Deutschlands mit Lebensmitteln.

fann nach Ablauf dieser Zeit bon& zu 3 Monaten verlängert werden. Frühere Lösung des Dienstverhältnisses ist bei schwerer Verlegung der durch dasselbe begründeten Pflichten zulässig. Sie erfolgt durch den Abteilungsführer unter Zustimmung des Ber­trauensrates.

9. Die Freiwilligen sind wie Mannschaften des Soldatenstandes zu befleiden, auszurüften, zu bewaffnen und unterzubringen. Wegen besonderer Bekleidung und Abzeichen bleibt Bestimmung vorbehalten,

fommen ausgepumpt find uns das Deutschland unter der Bast Badenit man denn nicht, daß wir durch den Krieg voll­daß brüdendster Armut jeufat? Seute muss man den Mut haben,

Diese Erklärung wurde von Marshall Foch im Namen Hooves Gebüheniffe und Versorgungsansprüche sind noch festzusehen. Früher den Massen reinen Wein einzuschenfen über das, was das

zu Beginn der Sibung abgegeben. Danoch sollen die in deutschen Säfen liegenden Millionen Tonnen Schiffsraum unter Ron trolle der Alliierten" zur Versorgung Deutschlands mit Lebens. mitteln zur Verfügung gestellt werden. Foch erklärte sich dabei im Brinsip einverstanden, daß diese Shiffe deutsches Eigen. tum bleiben und mit deutschen Seeleuten als Be­mannung fahren.

Deutschland soll alfo mun Lebensmittel bekommen. Man hat fich dennoch im Lager unserer Gegner von der gefahrvollen

10. Das Reußische Kriegsministerium hat mit Bustimmung des Rates der Wolfsbeauftragten die erforderlichen Ausführungsbe.

ftimmungen zu erlassen.

Der Nat der Voltsbeauftragten.

Die deutschen Truppen aus Syrien und Armenien sind unter dem Kommando Liman v. Sanders in Stärke bon 10 000 Mann glücklich in Konstantinopel angekommen.

deutsche Wirtschaftsleben jegt leisten tann, ibnen Solidarität u predigen, eine Solidarität, die sie auch befähigen soll,.unsere große Armut gemeinsam zu tragen, gemeinsam an der Schaffung neuer erte mitauirfen und das Volk auf die Höhe des früheren Wohlstandes zurückzuführen. Es ist berbrecherisch, die Arbeiter anzureizen, mehr au verlangen, als die Armut unserer gesamten Wirtschaft allen gleichmäßig zu geben vermag. Was einzelne Gruppen der Arbeiter heute an übertriebenen Löhnen erzwingen, muß bei der unvermeidlich