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Montag, den 10. März 1919.
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Der Lichtenberger Gefangenenmord.
X
Das Standrecht in Berlin verhängt.
Wir haben an dieser Stelle die Politik des Spartakus- I geschritten. Die Untat belastet die gefamte Be- 1 bundes stets leidenschaftlich bekämpft, aber wir haben bisher wegung, nichts wäscht dieses Blut ab. dem Gegner die menschliche Achtung nicht versagt. Trop Bumal fie feine vereinzelte Erscheinung ist. allen Blutes, das die Sparkistenbewegung in Berlin auf Sie reiht sich an die bestialische Ermordung des Oberihrem Gewissen hat, haben wir uns gehütet, nach Art der Teutnants Klüber in Halle, den man schwerverwundet ins Roten Fahne" über Mord und Mörder zu schreien. Wir Wasser warf und dem man die Hände abbadte, als betrachteten die Politik des Spartatusbundes wohl als ein er sich ertrinfend anflammern toollte. Sie reiht sich an die Verbrechen, aber als ein politisches Verbrechen, d. H. entsegliche Zu- Tode- Marterung einzelner Soldaten in Berlin , wir erkannten an, daß oplitische Beweggründe hinter Taten die uns mit allen schaurigen Einzelheiten von Augenzeugen standen, die als solche nicht zu billigen waren. berichtet wurde.
Entfett fragt man sich: Wie wollen Leute, die vor solchen bestialischen Schlächtereien nicht zurückschreden, noch weiterhin behaupten, sie hätten den Krieg aus Abscheu vor dem Blutvergießen bekämpft?! Der Massenmord in der Warschauer Straße sieht wahrlich nicht nach Leuten aus, denen das Morden ein Ekel ist!
Reine Gnade den Mördern!
Infolge der Grausamkeit und Bestialität, mit.ber die Spartatiften gegen die in ihre Hände gefallenen Regierungstruppen vor. gehen, hat sich der Oberbefehlshaber in den Marken, Noste ,, su folgender Ankündigung veranlaßt gesehen: Wer von jest ab mit der Waffe in der Hand gegen Regierungstruppen fämpfend aage. troffen wird, ist auf der Stelle zu erschießen."
Bauses Straut. Ede Gr. Frankfurter Straße fünf Sparta Am Sonnabend nachmittags wurden auf dem Hofe eines Fisten, die nachgewiesenermaßen auf die Soldaten der dort vorrüdenden Marinobrigade geschossen hatten, standrechtlich er schossen.
Die Lage am Sonntagabend.
Aber was am Sonnabend in Lichtenberg und im Omnibusdepot der Warschauer Straße geschehen ist, das ist kein politisches Verbrechen, sondern ein gemeiner Massen und Meuchelmord. Die Feder sträubt sich, wenn sie die graujenerregenden Handlungen nochmals beschreiben soll, die Die Garde Kavallerie- Schüßen- Division teilt hier von spartatistischen Haufen an mehrlosen Gefangenen mit: Die beutige Nacht verlief im allgemeinen rubig. In der Geverübt worden sind. Sechzig Polizeibeamte und Die Regierung hat auf diese Mordtaten mit der Ver- gend der Beussel- und Turmstraße fanden ständig Aneinige ukend Regierungsjoldaten find hängung des Standrechts geantwortet. Es muß hier fammlungen von Spartatiften statt, die durch energisches Zugreifen wie Ziere abgeschlachtet worden wegen feines ausdrücklich festgestellt werden, daß trotz einer vollen Woche der Freiwilligen des Regiments Reinhardt, unterstützt durch eine andern Verbrechens, als daß sie ihre eidlich gelobte Pflicht erbittersten Stampfes bisher von dieser Maßregel abge. Revolverfanonenbatterie, sofort wieder zerstreut wurden. Auch in taten. Man muß fast glauben, daß die Nähe des Zentral- fehen wurde. Die gefangenen Spartakisten wurden in die durch Freiwillige des Detachements Neuville sowie Reserve- Inf. Neukölln famen Zusammenrottungen bewaffneter Zivilisten vor, schlachthofes auf die Phantasie der Mörder erregend ein Gewahrsam abgeführt, selbst beim Blindern abgefaßte die durch Freiwillige bes Detachements Neuville sowie Reserve- Inf eg. 64 zerstreut wurden. gewirkt hat. Entsezen packt jeden Menschen, den der Krieg Personen wurden bis auf wenige Ausnahmen der geordneten noch nicht völlig verroht hat, wenn er die Schilderung liest, Aburteilung überwiesen. Die mehr als tausend Gefangenen wie vier fünf Mann unter rohesten Mißhandlungen das in Regierungshänden sind der beste Beweis hierfür. Erst fig zu schreiende und berameifelt fich sträubende Opfer festhalten, die Spartatiften haben dieses menschliche Verfahren unmög während ein sechster ihm gelaffen den Revolver zwischen die lich gemacht, indem sie ihre Gefangenen, nicht nur einzelne, Augen jetzt. sondern nahezu hundert auf einmal erbarmungslos niederschossen.
Die Folgen diefer Tat kommen wie die Tat felber auf
Der Kampf gegen die Maffenmörder.
mäßig fort. Die Spartafiften im Gefühl ihrer Ohnmacht lassen Die systematische Gäuberung des Often& schreitet plan
bestialischen Nohheiten
gegen die Regierungstruppen hinreißen. Gin mit bewaffneten Soldaten bejeztes Auto bes Detachements Süngel wurde von Spaz tafiften in der Warschauer Straße überfallen, die Befagung von 7 Mann erschlagen. Ebenso wurde in der Gegend der Großen Frankfurte Allee ein Lastauto des freiwilligen Marine- Regiments überfallen. Mit dem Tode der elf Mann Besaßung muß leider ge rechnet werden. Gestern wurde eine Spartatistin berhaftet, die nach dem Zeugnis einwandfreier Bibilpersonen an der Lö tung von mindestens 20 Soldaten attib beteiligt
Man entschuldige diese Taten nicht mit Erregung. Menn die Regierungstruppen zwei Spartatisten an die Wand stellten, die eben dabei gefaßt woorden waren, als sie einem ihr schuldiges Haupt. meuchlings überfallenen Soldaten von hinten die Kehle durchschnitten, so läßt sich das als Ausfluß der Erregung und der Empörung begreifen, wenn wir es auch nicht billigen. Mber bei der Mordtat im Osten lag gar kein Grund zu bejonderer Erregung vor. Die ermordeten Regierungssoldaten das Lichtenbergr Bolizeipräsidium und Bostamt von den Mord- gewesen ist. maren bei Rebensmittel- und ähnlichen Transporten mordet. überfallen und gefangen genommen worden, sie waren nicht einmal dazu gekommen, ihre Waffen auch nur zur Verteidigung zu gebrauchen. Un ddie Lichtenberger Polizeibeamten , die man bis auf den letzten Mann massatrierte, hatten weiter nichts berbrochen als daß sie Polizeibeamte waren!
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Standrecht gegen die helfer der Bestien.
dringen der Regierungstruppen.
Das Vor
bestien gestürmt, viele Beamten und Soldaten kaltblütig hinge- Flugzeuge der spartatistisch gesinnten Fliegerabtei Iung in Rottbus haben außerhalb der im Kampf befindlichen Stadtgegenden Bomben auf Ansammlungen von Zivilisten abgeMit Einbruch der Dunkelheit begann am Sonnabendabend in worfen und erhebliche Verluste verursacht. Die Garde- KavallerieSichtenberg der Sturm auf das Bolizeipräsidium, das Boffamt, das Schüßen- Division und ihre Freiwilligen und sonstige ihr unterstellten Fernsprechamt. Das Präsidium in der Alfredstraße hatte einen Berbände werden sich durch dieses Treiben der Spartatisten in ihrem Schutz von Regierungstruppen erhalten. Die Bebedung ertoies zielbewußten Vorgehen nicht irremachen laffen. Sie müffen mur bie sich gegenüber dem Massensturm als zu schvach. Nach heftigem Schuld weit von sich weisen, wenn auf diese Weise die Kämpfe ato e istündigem Kampf drangen bie Angreifer in das Geiminer brutalere Formen annehmen. Bon feiten der Führung wird alles getan, um die nur zu verständliche Erregung der Freiwilligen gegen ihre unmenschlichen Gegner niederzuhalten.
bäude ein.
etwa sechzig im Präsidium gefangengenommene Beamte erfchoffen, Nach Auskunft der Leitung der Regierungstruppen wurden teils indem man sie laufen hieß uub sie hinterrüde erschos, teils und seine Frau konnten flüchten. indem man sie im hof des Präsidiums hinrichtete. Der Präsident
Selbstverständlich wurde das Lichtenberger Bostamt rabital
Es bliebe also nur die allgemeine Erregung. Wollte man die aber als Entschuldigungsgrund gelten laffen, jo fönnte und würde es im Kriege überhaupt keine Gefangenen mehr geben. Denn Erregung herrscht schließ lich in jeder kämpfenden Truppe. Sollen wir daran er innern, daß neben unserer Partei gerade die Unabhängigen und Spartakisten stets mit besonderer Schärfe verlangt haben, daß auch nur Mißhandlung oder Beschimpfung feindlicher Gefangener durch deutsche 54 Mann sind nach ihrer Ueberwältigung hingemordet worden. Auch die Befagung des Postamts Lichtenberg , ein Offizier und Soldaten rii diichtslos geahndet werde?! Haben sie fich nicht stets neben uns besonders warm für gute Gecine Anzahl von Verpflegungsautos heruntergeriffener RegierungsEndlich scheinen auch im Omnibusdepot in der Dolziger Straße fangenenbehandlung eingefekt? Da werden sie sich soldaten erschossen worden zu sein. wohl selber schämen, die Erregung als Milderungsgrund für soldaten erschoffen worden zu sein. bestialische Taten bei sich selber in Anspruch zu nehmen, nachdem fie vier Jahre lang stets auf dem richtigen Stand- ausgeraubt. Die Postkasse mit 60-80 000 M. Inhalt inbegriffen. Gine Lofalforrespondenz meldet aus der Frankfurter Allee : bunkt gestanden haben, daß es unbedingte Pflicht Am Sonntagvormittag tourden atbei Mann der Regierungsjeglichen Führers ist, die Gefangenen vor solchen truppen, die auf Batrouille bis zum Ringbahnhof vorgedrungen Ausbrüchen der Erregung zu schützen. Beschämend im höch- toaren, von Bewaffneten festgenommen und mit Kolben geften Grade bleibt es immerhin, daß eine Partei, die mit Wor- ich lagen, bis fic fein Lebenszeichen mehr von fich gaben. ten stets für die größte Menschlichkeit in der Kriegführung Ein im Netenhaus wohnender Mann von fajt 70 Jahren versuchte eingetreten find, jezt, wo sie selber Krieg führen, Brutali- für die Unglücklichen einige gute Worte einzulegen. Er wurde durch täten berüben, die alles in den Schatten stellen, weswegen in die Wohnungen und Läden ein, plündern und rauben, wie es einen Revolverjchuß getötet. Nacht für Nacht dringen Spartalisten fie andere angeklagt haben. ihnen gefällt. Wer nur den geringsten Widerstand leistet, muß für Die Lichtenberger Bluttat wird als ewiges fein Leben fürchten. Schanem al. in der Spartakistenbewegung bestehen Der Vormarsch der bleiben, denn sie war durch nichts provoziert, hatte teinen Zweck, sondern sie stellt sich dar als Ausfluß nie. derster Wordlust, Nachsucht und Blutgier. begann Sonntagnachmittag gegen 4 Uhr. In der Höhe der Warschauer
Die Nachricht, daß der Friedrichshain befeßt sei, entspricht nicht den Tatsachen. Die Schwierigkeiten der Regierungstruppen gegen über den Spartafiften bestehen im wesentlichen darin, daß diefe jetzt in kleinen aufgelösten Verbänden kämpfen und daher leicht Gelegen heit haben, zu entschlüpfen.
Leider wurden mehrere Antwohner dadurch verlegt, daß fie, ent so von Sprengstüden der Granaten getroffen wurden. Die Be gegen den ständigen Aufforderungen der Truppen, die Straßen zu meiden, sich in unmittelbarer Nähe des Kampfplates aufhielten und wohner des Teutoburger Platzes wurden aufgefordert, ihre Häuser au räumen, da dort starte Svartalistenbanden auftraten, die au energischen Stampfhandlungen Veranlassung gaben. In bas Saus Stanbowstraße 6 schlug eine verirrie Granate ein und deckte das Dach ab. Die hinzugerufene Feuerwehr war längere Zeit mit den Böscharbeiten beschäftigt. Die Garde- Kavallerie- Echüßen- Division hat sich auf den Straßen Spree Gr. Frankfurter Str. Landsberger Str. Neue Königstr. Prenzlauer Str. Schönhauser Str. Rosenthaler Sir. zu vortvärts bewegt und den Abschnitt Lothringer breasplatz- Andreasfir. Spree erreicht und befestigt. Die Sir.- Joftystr.- Palisadenstr. Strausberger Str.- An Truppen hatten geringe Verluste.
Schreckensszenen,
toie sie sich jest Dant Spartakus jeden Augenbf ereignen, schildert folgende zuschrift uns:
Jetzt mag man die Tat auf„ Gejindel" schieben, bisher Straße wurde Artillerie aufgebaut, um die Barrikaden am Ver-" Ich befand mich am Donnerstag gegen 3 1hr nachmittags waren die Spartakisten sehr empfindlich gegen den Vorwurf, binder gründlichst zu zerstören. Die Beschießung dauerte bis gegen auf dem Wege zum Hausvogteiplak und fah an der Schloßbrüde 6% Uhr. Das Geschuitfeuer wurde von Fliegern geleitet. daß zahlreiches Gefindel in ihren Reihen kämpft. zu, wie das Freiwilligenkorps Lüttwiß nach dem Alexanderplay Ein Trupp Spartalisten in der Moellendorfstraße und auf dem marschierte. Blöblich wurde von Mannschaften der Republikanischen Das ist freilich ein sehr bequemes Verfahren: Erst be Güterbahnhof wurde durch Fliegerbomben auseinandergesprengt. Soldatentwehr", die sich im Marstall verschanzt hatten, ein bef waffnet man das Lumpenproletariat Berlins wahllos bis Der Lichtenberger Güterbahnhof ist von Plünderern im Laufe des tiges Gewehr- und Maschinengewehrfeuer eröffnet. Alles stob in an die Zähne, erst befreit man die Schwerverbrecher aus der Sonntags völlig ausgeraubt worden. Entsetzen auseinander. Die Truppen festen fich zur Wehr, und Stadtvogtei darunter zehn Jahre Zuchthaus Sonntagnachmittag gegen 3 Uhr wurden die Häufer Zionsfirch es entstand ein Feuergefecht. Wir rannten über die Schloßfreiheit schwere Jungen erst lockt man durch Plünderung der Straße 26-28 durch Artilleriefeuer beschädigt. Mehrere Personen dem Lustgarten zu. Da am Dom auch Truppen stationiert waren, Läden alles Gesindel der Großstadt an, und dann lehnt wurden verletzt. Die amtlichen Feststellungen ergaben, daß die sausten die Gewehrkugeln an uns vorbei, und zunveilen wurden man die Berantwortung ab. Rein, Spartakus hat den Ber- Bejchiehung nicht durch Regierungstruppen er wir durch Handgranatenexplosionen und Artillericeinschläge erbrechern und Zuchthäuslern nicht nur Gewehre gegeben, feine folgt ist, daß es sich vielmehr um Spartatiftenfeuer handelt. schreckt. Frauen und Kinder wurden ohnmächtig oder befamer Truppen haben auch zugefehen und dabeigeftanden, wie der gehabt hat, ist, tie amtlich festgestellt wurde, nicht von einem anderen Austveg als über die Eiferne Bride nach dem Kupfer Die Fliegerbombe, die am Bülowplah so verbeerende Folgen Weinträmpfe. Alle Brüden wurden gesperrt. Bir fanden teixes Gefangenenmord verübt wurde, und sie sind nicht ein- Regierungsflieger abgeworfen worden. graben zu fliehen. Von hier aus gelangte ich nach der Oranien