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Nr.214. 36.Jahrg.

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Telegramm- dreffe

.Sozialdemokrat Berlin .

Morgen- Ausgabe.

Vorwärts

Berliner Volksblatt.

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Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands .

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Montag, den 28. April 1919.

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Deutschlands Verzicht auf Kolonien gefordert!

Paris , 27. April. Nach dem diplomatischen unvermeidlichen Folgen käme, so würde das für Deutschland selbst Situationsbericht berieten Wilson, Glemen und für die ganze Welt ein Verhängnis fein. Es sei für die ceau und Lloyd George am Sonnabend den Schluß des Deutschen besser, einen unbefriedigenden Frieben an. Berichts der Finanzkommission. Es handelt sich dabei um unehmen, als durch Ablehnung der Friedensbedingungen einen Zustand heraufzubeschwören, dessen Wirkung sich nicht absehen Kurs. und andere Finanzfragen, nicht um den Schadenersav. laffen würde. In den Ententeländern, auch in England, herrsche Japans Rechte auf Kiautschou sollen im Friedensvertrag noch immer gegen die Aufrichtigkeit der demokratischen Um festgelegt werden. Dabei wird Japan die Verpflichtung auf- fehr in Deutschland großes Mißtrauen, das den dortigen erlegt, Riautichou an China zurüdzugeben. In Arbeitern ihre Bemühungen erschwere.

gar nicht vertreten seien.

Die Suche nach dem Frieden.

Von Friedrich Stampfer .

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Die deutsche Delegation fährt heute nach Versailles , um den Frieden zu suchen, den Frieden, nach dem alle Welt sich sehnt. Heute sind wir noch wir bergeffen es zu leicht im Krieg. der seit Abschluß des Waffenstillstands mit allen Mitteln weiter­der Frage von Schantung fam es zu einem Kompro- Man könne u. a. nicht begreifen, warum in der deutschen Friedens. geführt worden ist, ausgenommen das eine der unmittelbaren mi. Strittig ist nur noch die Frage des japanischen An- delegation die Mehrheitssozialisten zu schwach und die Unabhängigen Massentötung. Die Entente hält mit bewaffneter Wacht weite trages auf Gleichberechtigung der Rasse. Gebiete des Reiches besetzt und droht weitere zu besezen, wenn Der amerikanische, britische, franzöfifche und japanische man fei geneigt, das als ein Zeichen dafür aufzufaffen, daß der nen leisten noch in Feindesland Fronarbeit; für sie ist noch wir uns ihren Forderungen nicht fügen. Unsere Kriegsgefange Minister des Aeußeren beschlossen grundsäßlich, daß Einfluß der Sozialisten in Deutschland tatsächlich nicht so aus immer Krieg, soweit feit ihrer Gefangennahme noch Strieg für Deutschland alle feine Kolonien aufgeben flaggebend jei, mie behauptet werde. Der beste Weg für immer Krieg, soweit feit ihrer Gefangennahme noch Strieg für mus. In der Frage des Luftverkehrs wurde beschlossen, daß Deutschland , um zu einer baldigen Konsolidierung der Lage und fie gewesen ist. Die Blockade ist nicht aufgehoben, sondern nur die alliierten Flieger bei Gewährung von Gegenseitigkeit das zu einem vernünftigen politischen und wirtschaftlichen Wiederauf- gemildert; ihre neue vollständige Durchführung droht, wenn Recht haben follen, deutsches Gebiet zu überfliegen. bau zu gelangen, fei der, das noch imfner farle Mißtrauen in wir den Friedensvertrag nicht unterzeidmen. Sa, es ist noch Paris , 27. April. ( Havas.) Die alliierten und assoziierten den Ententeländern dadurch zu beseitigen, daß es den Frieden an- immer Krieg, mur daß wir, im Bewußtsein unserer Unterlegen­Regierungen haben beschlossen, provisorisch in die Friedens. nehme und im übrigen darauf vertraue, daß die Demofcaten heit, dem Gegner keine Gelegenheit mehr geben, auf uns zu der Westmächte start genug fein werben, um feinen berechtigten schießen. präliminarien nur die Bestimmung aufzunehmen, daß Deutsch Forderungen Geltung zu verschaffen und dafür zu jongen, daß Auch geistig ist noch nicht abgerüstet. Der Matin" schreibt land auf seine früheren Kolonien verzichte. Die Frage ichließlich im Rahmen des Völkerbundes eine allieits be der Verteilung und der Bestimmung der Kolonialmandate wird friedigende Regelung zustande kommt. Mit der Unter- bor Versailles genau so wie die Deutsche Tageszeitung", vor weiteren Beratungen vorbehalten. zeichnung des Friedensvertrages würden die Deutschen den Arbeitern Brest - Litowst. Sehrreim: Wir sind die Sieger!" Als in den Ententeländern eine wirksame Waffe für eine energische der General Hoffmann den Russen diese Worte entgegenschlen­Aftion zugunsten Deutschlands in die Hände geben, und sie würde derte, ging ein Stram der Entrüftung durch alle Welt. Werden als der beste Beweis dafür betrachtet werden, daß man in Deutsch - wir in Verjailles andere Töne zu hören bekommen? Und wenn land wirklich rabilal mit der Bergangenheit gebrochen hat und ent nicht, wo ist die sittliche Macht, die verhindern wird, daß auch fchloffen ist, sich ehrlich an der Neugestaltung der Welt an beteiligen. Dieser Frieden von der Gemalt diffiert wird, statt von der Ver­Sin raicher friebe sei augenblicklich von fo überragende: Bebeu nunft und vom Recht? tung, bak daneben alle anderen Erwägungen in ben Hintergrund

Bis zum letzten Centime!

Die Besetzung des linken Rheinufers. Bern , 27. April. Matin" veröffentlicht in Ergänzung der Ausführungen od 8 im Ministerrat die Auffaffung des interalliierten Oberkommandos über has

treten müßten.

Eröffnung der Amsterdamer Sozialisten konferenz.

"

Ein Frieden der Getalt, mag er unterzeichnet werden oder nicht, wird aber auf, feinen Fall der Frieden sein, den die Wilt

haben will. Aud er wird nichts anderes sein als ein Strieg, in Auch

dem gerade nur nicht oder noch nicht gefchoffen wird. Der wirkliche Frieben liegt crft weit hinter diesem unheilvollen 3-

Regime auf dem linken Rheinufer. Danach müjie Frankreich sich gegen die Wiederkehr von neuen Angriffenfchüßen und müsse sich bis zum lesten Centime bezahlen lassen. Solange müffe das linke Rheinufer besett bleiben. Habe Deutschland voll be- ialinische Bureau teilt mit, daß bezüglich ber Oeffentlich Amsterdam, 26. April. Das Internationale Softand, wer weiß wo? zahlt, so sollten die Alliierten beschlichen, ob das Bereit der Berhandlungen der Internationalen Eostalistischen Kon­fabungsheer vermindert, beibehalten oder ferens beschlossen wurde, die fosialistische Breffe zu den aufgehoben werden solle. Der Militärdienst werde in Erörterungen & uzulassen. Frankreich auf ein Jahr festgesezt und 10 000 Franzosen wür­

den in den rheinischen Bezirken in den wundervollen nebe Anseele im Namen der belgischen Arbeiterpartei, daß diese Als erster Redner erklärte ber belgische sozialistische Abgeord deutschen Kasernen liegen. an der Konferenz teilnehme, und fette auseinander, unter welchen Bedingungen fie bereit fei, an einem allgemeinen Rongreß, ber innerhalb einiger Monate stattfinden soll, teilzunehmen. Die Bedingungen stimmten mit den Beschlüssen der Berner Ron­ferenz überein. Die belgische Partei verlangte, daß das Intere nationale Sozialistische Bureau wiederum feinen Sit in Brüssel

Henderson zur Friedensfrage.

nehme.

Gegen den Bolschewismus. Amsterdam, 27. April. In einer Unterredung mit einem Bertreter von Nieuwe Rotterdamsche Courant erklärte ender. fon, man erwäge den Plan, einen fozialistischen Studienaus. Im Namen des Romitees berichtete hierauf Ramfah fchuß ausschließlich aus Bertretern neutraler Länder nach Ruh Macdonald über die in Paris getanenen Schritte zur Ausfüg­Land zu entfenden. Solch ein Ausschuß würde wahrscheinlich rung der in Bern gefakten Beschlüsse. Im Anschluß daran kam Bäffe erhalten. Henderson erklärte, die britischen res zu einer Debatte barüber, was außerdem noch für die Bro­beiter feien gegen jebe Rachepolitik und forderten pagierung der Berner Beschlüsse getan werden könne. nur, daß eine Schabenbergütung gemäß den Bestimmungen des Waffenstillstandsvertrages von den Gegnern geleistet werde. Er erinnerte nachdrücklich an die Tatsache, daß vor Unterzeichnung ber Waffenstillstandsbedingungen sowohl Lloyd George als auch Glemen­ceau und Orlando an Präsident Wilfon ein Telegramm se fandt hätten, in dem sie ihn ermächtigten,

den Frieben auf der Grundlage ber bekannten 14 Bunfte anzubieten;

d

Verfuch gemacht, für die geistige Abrüstung zu wirken, ohne die Genosse Bernstein hat gestern hier den dankenswerton jede militärische nur ein bloßes Veritedspiel bleibt. Er bat darauf hingewiesen, was Frankreich in diefem Seriege gelitten zu sehen und eine Wiederholung des gleichen Unheils zu ver­hat, wie begreiflich daher sein Wunsch ist, sich wiederbergestellt meiden. Es ist nicht anzunehmen, daß die deutsche Friedens. delegation für solche Gedankengänge fein Verständnis besitzen sollte; fehlte es iht, so wäre sie für ihre Aufgabe sicherlich nicht geeignet.

Das französische Boll ist an dem Krieg so, unschuldig wie das Ja, Frankreich hat im Strieg noch mehr gelitten als wir. deutsche, und seine gegenwärtigen Wachthaber find an ihm weni. ger schuldig als unsere einstigen Wachthaber nicht unschuldig sind. Sollten wir fie für unschuldig erklären obwohl auch fie oder der Schuld verkennen, der dem franto- britischen Teil der kapita­un von Bersonen abzusehen sollten wir den Anteil listischen Welt zufällt, so müßten wir alles vergeffen haben, was wir vor dem Kriege von französischen und englischen Sozialisten lernten.

Die Beratungen werden morgen fortgescht. Amfterdam, 27. April. Wie verlautet, tam man auf der gefteri abgehaltenen nicht öffentlichen Sigung der Internationalen Sozia liftenfonferens überein, die Frage der Berantwortlichkeit möglichkeit gevejen, wenn die franzöfifche Bourgeoisrepublif Der Krieg gegen Frankreich wäre eine psychologische Un­für den Arieg in einigen Monaten auf dem Londoner Ron nicht damals die Bundesgenosiin des Barismus greß zur Sprache zu bringen, da die Belgier ihre Teilnahme gewesen wäre. Wenn Frankreich heute, aus tausend Wunden an ber Konferens an diese Bedingung geknüpft hatten. Macdo blutend, auch des Sieges nicht frob werden kann, den es mit nald erstattete über den von der Friedenskonferenz ausgearbeiteten Silfe feiner westlichen Bundesgenoffen errungen hat, so ist das icht sei es Aufgabe aller Barteien, danach au streben, baß alle er. Bollerbundentwurf Bericht und teilte mit, daß Lord die Schuld nicht nur der deutschen, sondern auch der fran­wartungen, die sich an diese 14 Bunkte knüpften, erfüllt würben. Robert Cecil der Berner Delegation erklärte, daß Deutsch- zösischen Politit vor dem Striege, aus der unsere franzöfi Henderson fagte, der Bolfchewismas fei in England noch nicht land mit Rußlant in den Bölferbund aufgeöfifchen Politik vor dem Kriege, aus der unsere franzöfi schen Genoffen mit Recht alles Unheil prophezeiten: durchgedrungen. Die britische Arbeiterpartei mig billige jebe nommen werden, sobalb es die Umstände gestatteten. Der argen­Schredensherrschaft und jeden Mißbrauch der Macht, fie wende fich tinische Delegierte Tomaso unterbreitete eine Erklärung über Gleichviel, die Massen des französischen Volfes waren ebenso gegen die Auswüchse des Bolfchewismus, wie früher den von der Friedenskonferens gefaßten Beschluß, in friedliebend. Das österreichische Ultimatum, die deutsche gegen diejenigen der Sarenherrschaft. Sum Schluß erklärte Gender. Deutschland ein Berufsbeer ins Leben zu rufen. Darin heißt Kriegserklärung, der bölferrechtswidrige Einbruch in Bel­fon, er fei feinerzeit wegen politischer Meinungsverschiebenheiten in es, auf der Friedenstonferenz habe man gesagt, diese Lösung der gien, das alles mußte in ihnen den Eindrud erweden, daß fie ber ruffischen Frage aus dem englischen Kabinett ausgeschieben, fein Frage fei der Beginn der Abrüstung in Europa. Wenn mitten im Frieden überfallen worden feien, und die deutiche Vertrauen in Lloyd George sei jedoch unerschüttert. dieses System von den anderen Ländern angenommen werden Kriegführung auf der einen Seite, die stimmungsgemäße Amsterdam, 26. April. Der Sekretär der britischen Arbeiber- pürde, so entstände daraus für den Sozialismus und die Ausnutung deutscher Schuld und deutscher Fehler durch die partei, Arthur Henderson, der als englischer Delegierter zu Demokratie eine große Gefahr, denn das Berufsheer könne franzöfifche Regierung auf der anderen, waren nicht geeignet, der Internationalen sozialistischen Konferenz nach Amsterdam ge- in Händen der Regierung und der Gegenrevolution ein gefährliches ihre Gefühle zu mildern. tommen ist, gewährte einem Bertreter des Wolfffchen Bureaus eine Instrument fein; die Sozialisten müßten dieses System bekämpfen. Unterredung, in der er u. a. auf die dringende Diese Stimmung ist ein fruchtbarer Boden für die Die Erklärung schließt mit der Forderung der Boltsmilia. Politik militärischer Eisenfresser und kapitalistischer An­Notwendigkeit eines raschen Friedensschluffes Macdonald bat, daß dieser Vorschlag zurüdgezogen werde; bie eng- negionsspekulanten, die in Frankreich nicht seltener an hinwies. Henderson fagte, die Berner Konferenz und die englischen lischen Vertreter fönnten sich nicht gegen das Berufsheer erklären. zutreffen find als be uns. Wenn wir eine solche Bo­Arbeiter hätten sich mit allen Kräften dafür eingesetzt, die Renaudel unterstützte den argentinischen Vorschlag, indem er litik bekämpfen, wie wir die Politik der Andeutschen fofortige Aufnahme Deutschlands und Rußlands in den Bölkerbund erklärte, die Engländer sprächen wohl von der Abrüstung zu Lande, bei uns befämpften, so find wir überzeugt, damit durchzusehen aber nicht von der Abrüftung zur See, und aus diesem Grunde lezten Endes ebenso gut für die wirklichen Inter­oder doch wenigstens zu erreichen, daß fie nicht lange hinausge- ertennten fie auch nicht die Gefahr eines Berufsbeeres. Renaudel effen des franzöfifchen Bolles einzutreten wie für die unsern. fchoben wird. Die Unterzeichnung bes Barifer Friedens würde von fuhr fort, man müsse ron der Friedenstonferens in Baris ver. Der Gewalt-, der Sieg-, der Machtfrieden ist weiter nichts als felbft die langen, daß fie die Sozialisten von neuem in der Frage des Sand in die Augen, und das Bolk, das ihn schließt, Aufhebung der Blodabe Bälterbundes anbore; wenn diese sich weigerte, dies zu tun, wird aulest der Betrogene fein. mit fich bringen. Wenn der Briebe von ben Deutschen nicht unter. milffe man an die Ueberzeugung der Sozialisten und Arbeiter ber geidnet würde, und in Deutschland der Bolidemismus mit feinen gangen Belt appellieren.

Ein bauernd gutes Berhältnis zu Deutschland, das bei verständiger Regelung der schwebenden Streitigkeiten burch