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Nr.318. 36.Jahrg.

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Dienstag, den 24. Juni 1919.

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Eine Verschwörung im Korps Lüttwiß.

Von Mannschaften des Korps Lüttwit wird uns folgen­des mitgeteilt: Am Montagnachmittag um 5 Uhr mußte das Reichswehrregiment 30 der Brigade Reinhard antreten. Der

Unterzeichnung am Donnerstag? Weitere Hinausschiebung der Unterschrift.

Vergeltungsmaßregeln Englands.

1800 deutsche Seeoffiziere interniert.

An die Reichswehr!

Die Meldungen, die wir an der Spitze unseres Blattes Oberst v. Hahnke hielt einen Vortrag über den Frieden, Haag, 24. Juni. Hollandsch Nieuwsbureau meldet aus Baris: veröffentlichen, lassen keinen Zweifel darüber, daß von ge­in dem er ausfährte, daß nach der Ablehnung der einschrän- Die Unterzeichnung des Friedensabkommens wird wahrscheinlich wissen Kreisen der Versuch unternommen wird, die Reichs­kenden Klausel durch die Entente der Frieden unan- am Donnertag im Spiegelfaale des Bersailler wehr zu reaktionären Putsch versuchen zu miß­nehmbar geworden sei. Er gab seiner Hoffnung Aus- Schloffes stattfinden. Boranssichtlich werden bestimmte Feier brauchen. Die Annahme der Friedensbedingungen ist der druck, daß die Mannschaften derselben Meinung seien und lichkeiten mit der Unterzeichnung verknüpft werden. Grund, aus dem die Mannschaft aufgefordert werden soll, verlangte, daß alle diejenigen, die gegen die Annahme des Wilson wünschte die Unterzeichnung bereits für den Mittwoch, der jegigen Regierung den Gehorsam zu verjagen Friedens seien, auf die rechte, die übrigen auf die linke Seite da er am Mittwochabend abreisen wollte, während Lloyd George und einer neuen Regierung, die von ein paar Generalen in treten. Da die Rede des Obersten feinen Zweifel gelassen den Dienstag vorzog, da einige Vertreter der Dominien an diesem Verbindung mit abgewirtschafteten reaktionären Politikern hatte, welches Abstimmungsresultat er wünschte, und seitens Tage heimkehren wollten. Es war aber unmöglich, den Dienstag gebildet werden soll, mit Waffengewalt die Herr­der Borgesetzten die schärfste Beeinflussung dieser Abstim- oder Mittwoch zu wählen, weil weder die Deutschen noch die Ita chaft zu erzwingen. mung vorgenommen wurde, erzielte Oberst v. Hahnke das Tiener ihre Bevollmächtigten ernannt hatten. Außerdem muß das Wir halten es für unsere Pflicht, gleichgültig wie hoch gewünschte Resultat, daß alles rechts heraustrat. Abkommen auf Pergament gedruckt werden, und auch die Beglau- oder wie niedrig man die Erfolgsaussichten solcher Versuche Darauf teilte Oberst v. Hahnke weiter mit: Mit einer bigungsschreiben der Unterzeichner bedürfen vorher noch einer Prü- einschätzt, an dieser Stelle ein deutliches Wort der Regierung, die diesen Frieden unterzeichne, fung. Es wurde aber beschlossen, wenn sich nicht im letzten Augen- arnung an Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften könnte die Reichswehr nicht zusammen. blid noch hindernisse ergeben, die Unterschrift im Spiegelfaal blid noch Hindernisse ergeben, die Unterschrift im Spiegelfaal v. gehen auf derartige Pläne haben könnte, wäre, Deutsch­arbeiten. General b. Büttwis habe bereits zwischen 12 und 3 Uhr nachmittags am 26. Juni stattfinden der Reichswehr zu richten. Der einzige Erfolg, den ein Ein­mit verschiedenen führenden Politikern au laffen. lands Unglüd zu vollenden, den Untergang Stellung genommen, die ein neues Kabinett unseres Volkes 31 besiegeln. Weiter nicht 31 bilden sollten, und diese Regierung sollte Ein Wort über die Offiziere bortveg. Mon soll auch als dann unterstübt werden. Bolitiker, die Ideale der anderen Seite nicht einfach ver­spotten und herabsehen, sondern sie zu verstehen versuchen, menn man sie auch befämpft. Unter diesem Gesichtspunkt haben wir Verständnis für die Gewissensbedenken derjenigen Offiziere, die fich noch jezt durch den Treueid, den sie einst dem Monarchen leisteten, wenigstens insofern gebunden Entrüftungssturm über die Flottenversenkung. fühlen, daß sie nicht pofitiv an feiner Auslieferung Amsterdam , 24. Juni. ( TU) Die Versenkung der deutschen mitwirken wollen. Das Jdeal der germanischen Mannen­Schiffe erregt in der englischen Presse einen Sturm der Ent treue, das diese Kreise beherrscht, ist zwar von den proletari­rüstung und man verlangt, daß gegen die deutschen Offiziere schen Idealen himmelweit verschieden, aber es ist in jenen und Mannschaften energisch borgegangen werbe. Auch Kreisen Generationen lang gepflegt worden und tann nicht wird fritisiert, daß die englischen Behörden es zu der Versentung mit einem Schlage wie ein Hemd abgelegt werden. Niemand der Schiffe kommen ließen. England, das die Schiffe für feine wird es den Offizieren dieser Anschaumg daher verübeln, Alliierten aufbewahrte, tomme dadurch in eine unangenehme wenn sie schweigend auf die Seite gehen und Position. Nur wenige Blätter brüden aus, daß englische Seethren Abschied nehmen. Im Gegenteil, eine solche reinliche leute in gleicher Lage ebenso gehandelt hätten. Scheidung liegt durchaus im beiderseitigen Inter effe. Wir wollen, daß die wenigen Offizierstellen, die nach Linie den wirklich republikanisch gesinnten Offi­zieren zugänglich find. Mögen also diejenigen ruhig gehen, die der Republik nur unter Gewissensfonflikten dienen können.

Unter den Unteroffizieren und Mannschaften der Bri- Haag, 24. Juni. ( H. N.) Nach einer Londoner Meldung gade Reinhard herrscht starke Erregung. Das Resultat wurden etwa 1800 beutice Offiziere und Reserve der Abstimmung entspricht durchaus nicht der inneren Ueber- offiziere im Zusammenhang mit der Versenkung der deutschen zeugung. Vor allen Dingen aber ist man in Unteroffiziers- Flotte interniert. und Mannschaftskreisen fest entschlossen, sich zu keinerlet reaktionären Putsch versuchen mißbrauchen zu Jaffen. Unteroffiziere und Mannschaften stehen auf dem Standpunkt, daß selbstverständlich die von der Nationalver­ sammlung anerkannte. und bestätigte Regierung die einzig rechtmäßige ist, der sie allein zu Gehorsam ver­pflichtet sind.

Eine Erklärung des General v. Lüttwiz. Das Reichswehrgruppenkommando I teilt folgende Er­flärung mit:

Die Regierung hat den Frieden bedingungslos angenom­men. Die Reichswehr hat der Regierung durch ihre berufenen

Bertreter rechtzeitig erklärt, daß die Annahme der Deutsch . Der Vormarsch auf Frankfurt abgebrochen. dem Friedensvertrag in der Reichswehr frei bleiben, in erster

Iand entehrenden Paragraphen, welche die Auslieferung deut Freudenfeuer und Salutschießen der Franzosen . fajer Staatsbürger und das Anerkenntnis der alleinigen Schuld Deutschlands am Kriege enthalten, mit ihrer und des Vater- Frankfurt a. M., 24. Juni. ( TU) Um 5 Uhr befesten landes Ehre unvereinbar sei. Ich halte an diesem Standpunkt französische Patrouillen den Frankfurter Vorort Rödelheim . Kurz unbedingt fest und werde ihn dem Reichswehrminister und preu- nach 6 Uhr folgten große Infanteriemassen, Tankgeschwader, Auto- Aber etwas ganz anderes ist es, wenn solche Elemente Bischen Kriegsminister gegenüber erneut aufrecht zu mobilkolonnen, Bagagezüge und Panzerautos. Mit dem Gloden- fich zu offener Meuterei und zu Soserrat zu­erhalten wissen. Ich fordere Offiziere, Unteroffiziere und fchlag 7 Uhr begann sodann der Vormarsch der Franzosen auf Frank- sammentun. Alsdann muß und wird mit erbarmungs­Mannschaften auf, mit mir ihren Dienst weiter zu tun und Ruhe und Ordnung im Deutschen Reiche restlos furt a. M. Als sie den Stadtteil Bockenheim erreicht hatten, er- Tofer Särfe gegen fie eingeschritten werden. Machen hielten die Truppen die Mitteilung, daß Foch den Rückmarja be wir uns einmal flar, was die unausbleiblichen Folgen eines aufrecht zu erhalten. fohlen habe. Die Franzosen zogen fich darauf über Hausen aus solchen Tuns find: bem Frankfurter Stadtgebiet zurüd. Im Vorort Braunheim hatte französische Kavallerie bereits den Kriegszustand proklamiert, den Bewohnern befohlen, die Fenster zu schließen und sich von den Straßen zu entfernen. In Rödelheim fette um 7 Uhr 40 Minuten aur Be­grüßung des Friedensschlusses Salutschießen und Mufit ein. Bon Frankfurt aus kann man den ganzen Abend über auf den Höhen des Taunus die Freudenfeuer der Franzesen und farbige Luft raketen aufschießen schen.

Der fommandierende General gez. Frhr. von Lüttwik, General der Infanterie. Aus der Schlußaufforderung dieser Erklärung läßt sich alles mögliche herauslesen.

M

Auf die Meldung der Freiheit", daß der General r. Rettow Vorbed einen Staatsstreich zur Wiederher stellung der Monarchie plane, hat dieser sich beschränkt zu antworten: Mir ist von diesen Gerüchten nichts bekannt": Bon derartigen Butschpersuchen abzurücken, hat der General nicht für notwendig gehalten, obwohl eine solche Erklärung wesentlich zur Beruhigung beigetragen hätte.

Was geht im Often vor?

Die Post" meldet: Wie an Regierungsstelle erklärt wird, liegen dort pofitive Meldungen aus dem Osten nicht por, weil anscheinend die Drahtverbindungen mit dem Osten unterbunden sind".

Dazu bemerkt die ,, Post":

Diese Erklärung deutet darauf hin, daß die von uns schon wiederholt angedeuteten Ereignisse, mit denen man für den Fall der Unterzeichnung des Schandfriedens und der sich daraus

Bulgariens Friedensvertrag.

5 Milliarden Vorschußzahlung.

Bern , 24. Juni. ( TU) Wie das Journal de Genève" von auto­citativer Seite erfährt, werden den bulgarischen Bevollmächtigten die Friedensbedingungen demnächst übergeben werden. Bulgarien soll im Verlauf einiger Jahre zur Zahlung von 5 Milliarden und außerdem zu einer Entschädigung und zur Vocivegnahme eines Teiles seiner Lebensmittellieferung zugunsten der Alliierten sich verpflichten. Ferner soll es an Serbien und Rumänien alle diesen Ländern weggenommenen Gebiete zurüdgeben.

ergebenden Preisgabe unserer Oſtmark rechnen mußte, ihre Ende des Baumwollstreiks in England.

Schatten bereits vorauswerfen. Die nächsten Stunden schon dürften uns im Osten vor Tatsachen stellen. Das läßt tief blicken!

Die Aufteilung unserer Handelsflotte.

Haag, 24. Juni. Aus London wird dem H. N. gemeldet: Der Streit der Baumwollindustrie in Lancashire ist heute durch einen Ausgleich auf der Basis einer 48 stündigen Arbeits. woche und 30prozentiger Lohnerhöhung beendet worden. Die Arbeit wird am 80. Juni wieder aufgenommen.

Amfterdam, 24. Juni. ( T. U.) Dem, Daily Telegraph zufolge ist bei der Verteilung der deutschen Tonnage der deutsche Riefen­44 stündige Arbeitswoche in Amerika . dampfer Jmperator England zugesprochen worden. Nach den Angaben und Beschlüssen des Schiffahrtsdepartements wird Haag, 24. Juni. ( H. N.) Aus New York wird gemeldet: Die Frankreich auf seinen Anteil 30000 bis 40000 Tonnen er amerikanische Arbeiterföderation nahm eine Entschließung zugunsten halten, während der größte Teil der österreichischen der 44 stündigen Arbeitswoche an und beauftragte einen Sandelsflotte in den Adriahäfen an Italien fallen wird. Bollzugsrat, für biefen 8wed zu wirken.

Der Frieden ist angenommen, seine Annahme un­widerruflich. An dieser Tatsache fönnte selbst ein siegreicher Butsch nicht das mindeste ändern. Nachdem die Annahmeerklärung der rechtmäßigen Stegierung ausge­sprochen ist, ist sie eine gefchichtliche Tatsache, die jede neue Regierung, ganz gleich wie sie zustande gekommen ist, aner­fennen müßte. Genau so wenig, wie die revolutionäre Me­gierung, die am 1. August 1914 erfolgte riegserflä­rung der alten Kaiserlichen ungeschehen machen konnte, genau so wenig läßt sich die am 23. Juni 1919 erfolgte In­nahme des Entente- ultimatums von irgendeiner späteren gegenrevolutionären Regierung wieder auslöschen.

An der Tatsache des erfolgten Friedensschlusses fönnte also die neue Putschyregierung nichts ändern, aber sie würde uns um sämtliche Vorteile bringen, die der Friedens­zustand für uns hat. Eine Nichtanerkennung des geschlossenen Friedens würde gleichbedeutend sein mit einer neuen Striegserklärung das benberotten Deutschlands an sämtliche Ententestaaten! Sämtliche riegsmaß­nahmen gegen uns würden sofort wieder mit der rädfichts­lofesten Schärfe angewandt werden, und das Ende einer sol­

den Regierung würde ein Ende mit reden fein, mie es grauenboller nicht gedacht werden fann. Aber wahr­scheinlich würde es gar nicht so weit fommen. Laßt euch nicht durch das Gerede von ein paar Dugend reaktis­nären Offizieren darüber täuschen, daß das deutsche Wolf i seiner großen Maße ganz und garanders denkt. G reaktionärer Butschverfuch würde auf den entschieden Widerstand nicht nur der geschlossenen Arbei schaft, sondern auch weiter reise des Bür tums stoßen, die klug genug sind, um einzusehen, de Wiederkehr des alten Regiments für Deutschland ein möglichkeit ist, weil sie jeden Friedensschluß und fünftig ausschließen würde