Nr.323.36.Jahrg.
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Vorwärts
Berliner Volksblatt.
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Redaktion und Expedition: Sw. 68, Lindenstr. 3. Fernsprecher: Amt Morigplas, Nr. 15190-15197.
Freitag, den 27. Juni 1919.
Vorwärts- Verlag G.m.b. H., SW. 68, Lindenstr. 3. Fernsprecher: Amt Moritplat, Nr. 117 53-54.
General Hoffmann entlassen.
Eisenbahnerstreik!
Auf Grund des§ 9 des Gesetzes über den Belagerungszustand ordne ich an:
shus
Laßt Euch nicht verwirren.
Berlin , 26. Juni. WTB. Oberschlesische und französische Blätter bringen eine Warschauer Drahtmeldung, wonach die pol= nische Gesandtschaft in Wien folgende angeblich aufgefangene Runddepesche der deutschen Regierung in ihren Händen habe: Regierung wird unterzeichnen, trotzdem werden Hoer= § 1. Sämtlichen innerhalb meines Befehlsbereichs beim Eisen- Wühlereien und politischen Agitationen der linksradikalen sing für Schlesien , Winnig für Ost- und Westpreußen den bahnbetrieb beschäftigten Personen ist bis auf weiteres verboten, Arieg gegen Often erklären. Regierung wird sich offi- wenn sie nicht den Nachweis der Arbeitsunfähigkeit erbringen ziell widersetzen, inoffiziell aber das Unternehmen mit allen 1. die Arbeit niederzulegen, Sträften unterſtüßen."
2. von der Arbeit fernzubleiben,
3. die Arbeit zu verweigern,
4. ohne Zustimmung ihrer Dienstvorgesezten die Arbeitsstelle zu wechseln.
§ 2. Personen, welche die Arbeit bereits niedergelegt haben, haben die Arbeit am 28. Juni wieder aufzunehmen, wenn sie nicht den Nachweis führen, daß fie arbeitsunfähig sind.
Die Gründe für diese Erfindung sind durchsichtig, dennoch sei mit allem Nachdruck festgestellt, daß die Reichsregierung solch ein Telegramm nie abgesandt und solch eine Haltung nie eingenmmen hat. Ihr ist es nach dem furchtbar. schweren Entschluß der Unterzeichnung unbedingt ernst mit der Durchführung des Vertrages, allerdings kommt dieser ihr unveränderlicher Entschluß ohne ihre Schuld in ein zweifelhaftes Licht, wenn einzelne, wie z. § 3. Den im§ 1 angeführten, sowie sämtlichen anderen in B. der General Hoffmann erklären, daß sie auch gegen den Willen meinem Befehlsbereich befindlichen Personen ist verboten, im Eisender Regierung die Bestimmungen des Vertrages nicht anerkennen bahnbetrieb Beschäftigte mündlich oder schriftlich oder durch Verteiund sich ihm mit Gewalt widersehen werden. Gegen solch unver- lung von Drucksachen, Erlaß von Aufrufen oder sonst in irgendeiner antwortliche Durchkreuzung unserer Reichspolitik wird die Regie- eife zur Niederlegung der Arbeit, zum Fernbleiben von der Arrung jedes nötige Mittel anwenden. Gegen General Hoffmann ist beit, zu deren Verweigerung und zum Wechsel der Arbeitsstelle ohne bereits das Erforderliche veranlaßt worden. Die Korrespondenz, Zustimmung von Dienstvorgesezten aufzufordern oder anzuregen. die sich nicht gescheut hat, das Reichsinteresse durch Verbreitung der § 4. Alle Zuwiderhandlungen gegen die Bestimmungen der Goffmannschen Kundgebung schwer zu schädigen, hat der Reichs- SS 1, 2 und 3 werden, sofern nach den bestehenden Gesezen keine wehrminister verboten. Alle solche Unternehmungen und höhere Strafe verwirkt ist( vergl.$ 89 n.St.G.B.: Landesverrat) rufe auf eigene Faust find Ausflüsse ciner irregeleiteten gemäß§ 9 des Gesezes über den Belagerungszustand mit Gefängnis Vaterlandsliebe, die der Gesamtheit teuer zu stehen bis zu einem Jahre bestraft. Berlin , den 26. Juni 1919.
tommen.
Auf
Die P. P N. melden: Am Donnerstag wurde in Berlin ein Flugblatt verbreitet, welches in empörender Weise den General
Hoffmann als den Retter Deutschlands aus der Schmach Wie uns um 9 Uhr abends aus Hamburg mitgeteilt feierte. Mit Rücksicht darauf, daß es sich hier um den Versuch wird, ist die Lage in Hamburg noch unverändert. Die handelte, der Hochberrat eines Generals, der deshalb seines Verhandlungen gehen weiter, die Regierungstruppen Bostens enthoben und zur Verantwortung gezogen worden war, stehen in Wandsbek , vor den Toren Hamburgs. gu berherrlichen, hat der Reichswehrminister die Weisung gegeben, daß dieses Flugblatt beschlagnahmt wird und die Verteiler desselben festgenommen werden.
Bemerkenswerte Zugeständnisse.
Hamburg , 26. Juni. Im Auftrag einer Kommission des Hamburg , 26. Juni. Im Auftrag einer Kommission des Senats und der Arbeiterschaft erfolgt eine Veröffent= lichung, wonach gestern Vertreter des Senats, der Zwölferkom mission, der Betriebsräte, des Arbeiterrats und der drei sozialisti
Die Zeit scheint gekommen zu sein, in der die fortgesetzten Kreise Früchte tragen. Seit Monaten schon wird in allen Orten des Reichs und fast in allen Fabriken fieberhaft davan gearbeitet, die Arbeiter mit Unzufriedenheit gegen alle öffentlichen Erscheinungen zu erfüllen und diese Unzufriedenheit in politische Aktionen umzumünzen. Es kann kaum einen 3weifel geben, daß die Plünderungen und Ausfchreitungen, die in Hamburg , in Berlin in der verflossenen Nacht in Schöneberg und in einigen anderen Orten des Reichs stattgefunden haben, von gewissenlosen Drahtziehern vorbereitet wurden, und in denen die nach außen als Uebeltäter Erscheinenden häufig genug nichts als die verführten Opfer sind.
Wir wissen ja, wie die Märzunruhen in Berlin entstanden sind. Damals begann es auch mit Blünderungen und wilden Pöbelerzeffen, die aber organisch sich zu regelmäßigen Straßenschlachten mit politischen Zielen enimidelten und die von politischen Parteien geleitet wurden. Die Entwicklung in Hamburg verlief in den gleichen Linien, und es fann feinen Zweifel geben, daß die Dinge, die in Berlin in diesen Stunden jeder Mensch reifen fühlt, der bestimmte Erfolg planmäßiger Butschorganisation ist.
Der normale Gang der Arbeit für die politische Umsturzpropaganda beginnt mit der scheinbar rein gemerf. schaftlichen Agitationsarbeit. Uns liegen Nachrichten aus Dußenden von Betrieben vor, in denen die Arbeiterschaft und die Angestellten zunächst mit allen Mitteln der Propaganda, mit Verbitterung über ihre wirtschaftliche Lage erfüllt werden. Wenn die Leidenschaften zur Siedebige gesteigert sind, dann wird eindringlich an das Solidaritätsgefühl der Arbeiter appelliert und ihnen erklärt, daß die Solidarität für alle proletarische Aktionen, auch wenn sie politischer Natur sind, geübt werden müsse. Die Propainneren Umsturzes in Deutschland erreichen zu können. ganda ist häufig geschickt und man hofft mit ihr das Ziel des
Unterzeichnung am Sonnabend. en Barteien zu einer Sigung im Rathaus zuſammentraten, um Rußen zu ziehen, um das Durcheinander in Deutschland voll
Der Solidaritätsbegriff wird hier mißbraucht. Man kennt die Zauberkraft, die das Wort Solidarität" auf die Arbeiterschaft ausübt. Und man hofft aus diesem Umstande die Mittel zu beraten, ohne Hinzuziehung ortsfremder Truppen ständig zu machen. Solidarität im gewerkschaftlichen Kampfe die Ruhe wiederherzustellen und weiteres Blutvergießen zu vermei ist aber etwas ganz anderes als Solidarität für politische den. Eine Kommission begab sich nach Wandsbeck, um mit Versailles , 26. Juni. Der Oberste Rat der Alliierten bem Kommandeur der dort eingetroffenen Regierungstruppen Stampfziele mit der Ueberzeugung der Arbeiter und mit ihrem Kämpfe. Leştere entfällt aber ohne weiteres, wenn die hat, einer Meldung des Temps" zufolge, beschlossen, die Oberst v. Brede zu verhandeln. Unter der Bedingung foforti Gewissen in Widerspruch stehen. Einem S.- P.- D.- Arbeiter Unterzeichnung des Friedensvertrages auf Sonnabend, ger Einstellung aller Feindseligkeiten, insbesonden 28. Juni, 3 Uhr nachmittags, festzusehen. Die Regierung hat beschlossen, eine Siegesfeier im Rathaus gemachten Gefangenen bis Donnerstag, 8 hr sich die Arbeiter mit aller Kraft wehren. Laßt Euch nicht verbere des Vorgehens gegen die Bahrenfelder, Herausgabe der uzumuten, sich für kommunistische Rampfziele einzusehen, heißt gröbsten Gewissenzwang ausüben. Dagegen müssen am 14. Juli anläßlich des Nationalfestes abzuhalten. vormittags, Rüdgabe der widerrechtlich geraubten Waffen, wirren durch hohle Schlagworte. Mißtraut allen, die Euch Hermann Müller und Dr. Bell nach Versailles . Rückführung der befreiten Gefangenen und der Zusage, daß die militärischen Behörden, insbesondere die Kommandantur, für ihre ehrgeizigen Pläne mißbrauchen wollen. Paris , 26. Juni. ( Havas.) Wie Temps" meldet, nicht gestört werden, wurde zugefagt, daß zunächst nicht in die an der Verwirrung der Massen ih Süppchen fochen Es gibt Elemente von links und solche von rechts, beschloß der Biererrat, die deutsche Regierung aufzufordern, bas Hamburger Staatsgebiet einmarschiert binnen fürzester Frist eine mit weitgehenden Vollmachten ver- werde. Der Antrag der Rommission wird an die vorgefesten Be- wollen. Wer von beiden Richtungen auch durchkommt, das seheue Abordnung zur Unterzeichnung des Verhörden, darunter die Kommandantur Groß- Hamburg, zur Ent. Resultat wird der von allen gefürchtete Zusammenbruch im trages nach Versailles zu entsendeu. Innern, Bürgerkrieg und Verschärfung des Sungers sein. Deutschland steht unter dem Drude der größten Niederlage, die je von unbarmherzigen Feinden einem Bolke bereitet sammenstehen, um uns aus dem Unglüd herauszuarbeiten. Jezt ist Einigkeit, Geschlossenheit und Arbeit, einige, ungestörte Arbeit an allen Pläßen vonnöten. Wenn jekt die innere Front zerbricht, dann müssen Zustände wie in Rußland und Elendserscheinungen entstehen, in denen gerade für die Wermsten im Volte alles verloren geht, was ihnen noch Schutz für ihr Leben sein kann.
scheidung weitergegeben.
Berlin , 26. Juni. Die Reichsminister Her- Im Laufe des Donnerstagvormittags sammelten sich überall mann Müller und Dr. Bell haben sich auf einmütiges große Menschenmassen, die die Zerstörungen des inneren StadtErsuchen der Reichsregierung entschlossen, als Bevollmächtigte biertels besichtigten. Das Ereignis wurde lebhaft besprochen. Go- worden ist. Jezt müssen alle guten Sträfte im Lande zumeit festzustellen war, wurde die Ruhe nirgends gestört.
in Versailles den Friedensvertrag zu unterzeichnen. Sie haben geglaubt, unter dem furchtbaren Druck der Volksnot und dem unbedingten Bedürfnis, endlich zum Frieden zu kommen, sich diesem letzten und persönlich schwersten Opfer nicht entziehen zu können.
Der Verzweiflungskampf der Türkei . Der Versuch der Unterjochung rein türkischer Gebietsteile in Kleinasien durch Griechenland hat in der Türkei einen Kampfgeist von ungeahnter Leidenschaft entfaltet.
Paris , 20. Juni. ( Havas.) Gestern wurden die Kandidaten für die Friedenstommission der Kammer bestimmt, Amsterdam , 26. Juni. Die englischen Blätter vom 24. d. M. die etwa 60 Mitglieder zählen wird. Die Kommission besteht auf veröffentlichen eine Reutermeldung, der zufolge die Lage in klein weitgehender Entichädigung und wird verlangen, Deutschland nicht asien außerordentlich ernst ist. Es besteht die Gefahr, daß die vor dem Tage in den Bölkerbund aufzunehmen, griechischen Besagungstruppen von den Türken an dem es volle Bürgschaft dafür bieten könne, daß es den vollständig aus Kleinasien hinausgedrängt werden. Frieden nicht mehr stören werde. Die große Mehrheit Die Griechen erwarten Verstärkungen aus Saloniki. der Friedenstonferenz wird der Natifizierung des Vertrages zu vom 24. d. m. veröffentlichten drahtlosen Meldung aus Mostau Amsterdam , 26. Juni. Nach einer in den englischen Blättern Stimmen. hat in Persien ein Guerillatrieg gegen die britische Besagung begonnen.
Einstellung der tschechisch- ungarischen Kämpfe.
Prag , 26. Junt.( Tschechoslowakisches Breßburean.) Auf Grund des Drahtungswechsels zwischen General Pellé und dem magharifchen Volksbeauftragten Böhm wurden die Feindseligkeiten an der slowakischen Front am 24. um 5 Uhr früh eingestellt.
Rache!
Die
Arbeiter, laßt Euch nicht verwirren! In der Zeit bitterfter Not Deutschlands darf keinen Augenblick das Gefühl für den richtigen Mittelweg abbanden kommen. Kühle des Kopfes und die Schärfe des Verstandes muß stärker bleiben als die dumpfe Hize künstlich wachgerufener Leidenschaften. gewiffer großer Arbeiterkategorien, die z. B. bei den EisenDie Hezer von links erklären offen, daß die Forderungen bahnern weit mehr ausmachen, als der gesamte Jahresetat des Deutschen Reiches vor dem Kriege, gar nicht erfüllt werden fönnen. Trotz dieses Bewußtseins wühlen sie demagogisch weiter, um den Konflikt herbeizuführen, in dem die Frregeleiteten fremden politischen Parteiinteressen dienen sollen.
Baris, 26. Juni. ( Havas.) Mehrere Kammermitglieder haben eine Entschließung eingebracht, welche die möglichst Streifs unter den Verkehrsarbeitern wie unter den Arraiche Zerstörung des Niederwald Denkmals als beitern anderer lebenswichtiger Industrien werden geschürt. Büchtigung Deutschlands für die Verienfung feiner Damit soll die ganze Berliner Bevölkerung getroffen werden. Flotte und die Verbrennung französischer Fahnen fordert. Wir kennen alle die Verbrechen des Märzstveits. Soll eine