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Nr.354.36.Jahrg.

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Bierteljährl. 9,- ML, monati. 8,- L frei ins Haus, voraus zahlbar. Bost bezug: Monatlich 3,- ML. ertl. Zu­stellungsgebühr. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 6,25 Mt., für das übrige Ausland 10 25 Mt., bei täglich einmal. Suftellung 8.25 Mt. Postbestellungen nehmen an Dänemark , Holland , Luxemburg , Schweden u. die Schweiz . Eingetragen in die Post- Zeitungs- Breisliste. Der Vorwärts" mit der Sonntags beilage ,, Volk u. Bett" erscheint wochen. täglich zweimal. Sonntags einmal

Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin ".

Morgen- Ausgabe.

Vorwärts

Berliner Volksblatt.

15 Pfennig

Anzeigenpreis:

Die achtgespaltene Nonpareillegefle Loftet 1,20 9. Kleine Anzeigen", bas fettgedruckte Wort 50 Big.( zuläffig 2 fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 25 Bfg. Stellengesuche und Schlafftellenanzeigen bas erfte Wort 40 Bfg. fedes weitere Wort 20 Bfg. Borte über 15 Buchstaben zählen für zmet Worte. Teuerungszuschlag 50%- Familien Anzeigen, politische und gewerkschaftliche Vereins Anzeigen 1,20 ML die geile. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin G 68, Lindenstraße 8, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr abends.

Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands .

Redaktion und Expedition: SW. 68, Lindenstr. 3. Fernsprecher: Amt Morisplas, Nr. 15190-15197.

Montag, den 14. Juli 1919.

Vorwärts- Verlag G.m.b. H., SW. 68, Lindenstr. 3. Fernsprecher: Amt Moritplat, Nr. 117 53-54.

Heute Abstimmung im Verkehrsstreik.

Die Schweizer Sozialdemokratie. Eintritt in die bolschewistische Internationale. lehnung des Völkerbundes.

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Ab­

Heute, vormittags 9 Uhr, stimmen die Straßen.[ bahner geheim über die Wiederaufnahme der Arbeit ab. Auf den Stimmzetteln stehen nur die Worte Streik- Arbeit. Die Angestellten der Hoch- und Unter­grundbahn versammeln sich vormittags im Bahnhof Bern, 18. Juli. ( Eigener Drahtbericht des Bortväris".) Der Gleisdreieck. Das Omnibuspersonal hat dem Parteivorstand der schweizerischen Sozialdemokratie hat in feiner Schiedsspruch zugestimmt, macht jedoch die Dienstaufnahme Sigung in Olten sich mit der Bafeler internationalen Sozialisten­von dem Beschluß in den großen Verkehrsbetrieben abhängig. tonferenz beschäftigt. Mit 26 gegen 2 Stimmen wurde ein Antrag auf Beitritt zur britten Internationale, mit 20 gegen 10 Stim Die gestrigen Straßenbahnerversammlungen ergaben men ein Antrag auf Propaganda gegen Eintritt in den Völker kein einheitliches Bild. Die Gegner. des Streifabbruchs bund und einstimmig ein Antrag auf Herabsehung der Lebens­waren sehr laut. Die Streifleitung operierte besonders da. mittelpreise gefaßt. mit, daß die Unabhängigen Wiederaufnahme der Arbeit emp­fehlen. Streikleitung waren

Ein Notgeseh!

Die schwierige innerpolitische Situation Deutschlands , die besonders durch die Wirkungen des Versailler Ge­maltfriedens und dann auch durch die Behandlung der Schulfrage gelegentlich der Verfassungsberatungen in Weimar geschaffen worden ist, birgt für Preußen und damit namentlich für die staatliche Einheit des deutschen Bolkes Gefahren in sich. Durch die Basten, die uns der Frieden auf Gefahren in sich. Durch die Lasten, die uns der Frieden auf­erlegt, und durch die kommenden Gebietsveränderungen ist die in dem Schlagwort Los von Berlin " ausgedrückte Ten­denz gewisser Landesteile, die auf die Reichszersplitterung ausgeht, gewaltig gestärkt worden. Im Osten und im Westen ständigkeit zu

Zohn für bie Berleumbungen, die een fiets egen beror: Keine freie Fahrt für deutsche sind sehr ernſt zu nehmende Bestrebungen auf ſtaatliche Selb

wärts" geschleudert hatte.

man den Vor­

( Bericht siehe 3. Seite.)

Unsere Kriegsgefangenen kehren zurück! Uns wird gemeldet: Die Rückkehr der Kriegsgefange­nen in das rheinisch- westfälische Industriegebiet hat begon­nen. Gestern und heute sind mehrere Transportzüge einge­troffen. Es handelt sich um Truppen aus Saloniki, die zum Teil im besetzten linksrheinischen Gebiet und zum Teil im rechtsrheinischen und westfälischen Industriegebiet behei matet sind. Die Truppen kamen in Duisburg an, von wo fie in die verschiedenen Städte weitergeleitet wurden. Die nächsten Transporte werden aus England erwartet.

Gesterreichische Gegenvorschläge in

Versailles .

Schiffe.

Haag, 13. Juli. Hollandsch Nieuwsbureau meldet aus Bondon: Durch die Ratifizierung des Friedensabkommens wurde der Han­bel mit Deutschland den Alliierten und Neutralen fünftig wieder geftattet. Der Handel bleibt lediglich den Bestimmungen jedes einzelnen Landes unterworfen, sowie dem Vorbehalt, daß Schiffe von ber elliierten maritimen Waffenstillstandskommiffion ermäch mit feindlicher Flagge keine Reise machen dürfen, zu der sie nicht tigt finb. Die beschränkenden Bestimmungen für die Fischerei wur­den gleichfalls rückgängig gemacht.

Gegen den Ententekapitalismus! Aufruf des Vollzugsausschusses der A.- Räte Deutschösterreichs.

die Behandlung der Schulfrage gelegentlich der Verfassungs­beratung neue Nahrung erhalten. Die Propagandisten der Reichszersplitterung haben in den katholischen Gebietsteilen geschickterweise die Frage der Konfessionsschule für sich aus­zuschlachten verstanden. Die katholische Bevölkerung ist kopf­fcheu gemacht und von gewissenlosen Landesverrätern ber­hegt worden.

ganzen Situation voll gewürdigt. Nicht Schwäche war Die sozialdemokratische Partei hat die Schwierigkeit der es, daß sie mit dem Zentrum in der Frage der Konfessions schule zu einem Kompromiß zu kommen versucht hat, sondern das volle Verantwortlichkeitsgefühl gegen­über der unmittelbar drohenden Gefahr des Auseinander­fallens des Reiches im Osten und Westen..

Unsere Reser wissen, daß in der letzten Zeit in Weimar im Zusammenhang mit den Beratungen über die Schulfrage in der Reichsverfassung sehr eingehende Beratungen mit preußischen Ministern stattgefunden haben. Es mußte auf jeden Fall ein Ausweg aus der kritischen Situation gefunden werden, der dem starken Interesse, das das gesamte deutsche Bolf an seiner einheitlichen staatlichen Zusammenfassung hat, gesucht wurde.

Wien , 13. Juli. Ein Aufruf des Reichsvollzugsaus­schusses der Arbeiterräte Deutschösterreichs in der Arbeiter zeitung weist auf die kraftvolle Kundgebung von Proletariern der Ententeländer gegen den beutegierigen Imperialismus St. Germain, 12. Juli. Die deutsch - österreichische Frie- und gegen das geplante Eingreifen der Entente in Rußland densdelegation hat heute eine neue Note überreicht, die genau und Ungarn hin und ruft das Proletariat zur Bekämpfung Das Wolffiche Telegraphenbureau veröffentlicht nun formulierte Gegenvorschläge zu sämtlichen Klauseln des Vertrags- des Imperialismus und der Gegenrevolution sowie zur Er- eine Information, die wir wiedergeben, und in der ein- Aus­entwurfes, ausgenommen die wirtschaftlichen Bestimmungen, macht. ringung der sozialistischen Gesellschaftsordnung auf, und weg aus der akuten Gefahr in der Einführung provin Die neuen Abänderungsvorschläge beziehen sich in erster Linie auf zwar zunächst zu einer großen Kundgebung internationaler zieller Autonomie in Schul- und Verwal die Fragen der Staatsbürgerschaft, des Rechts der Minderheiten Solidarität und brüderlicher Gefühle durch Massenversammtungsangelegenheiten angedeutet wird. und des Arbeiterschuzes. Bezüglich des letzteren wird auf Belungen und Straßenumzüge am Sonntag, den 20. Juli in ganz Deutschösterreich. Der Wiener Kreisarbeiterrat hat eine folche Kundgebung in Wien für den 20. Juli vormittags ent­sprechend der letzten Maifeier beschlossen.

schlüsse der Berner Konferenz hingewiesen.

Bestätigung unsrer Friedensratifikation durch Clemenceau .

Unter

Wenn Politik heißt, das Notwendige erkennen und das Notwendigste sofort tun, so haben wir es hier zweifellos mit einem Aft von hoher politischer Bedeutung für die Zu­funft Deutschlands zu tun. Die weltliche Schule liegt uns gewiß allen am Herzen und wir hätten sehr ge­wünscht, daß dem deutschen Volke diese große Garantie fünf­Truftbildungen amerikanischer Fleischproduzenten. Versailles , 12. Juli. Ministerpräsident Clemencean tiger freier geistiger Entwicklung hätte gegeben werden kön­hat eine Note folgenden Inhalts an den Präsidenten der Sollandfch Nieusbureau meldet aus Washington : Die Staats- derung, zu der sich weite Streise des deutschen Bolfes befen­aag, 13. Juli. ( Meldung des Hollandsch Nieuwsbureaus.) nen. Höher aber noch als diese ernste programmatische For­deutschen Friedensdelegation gerichtet: handelskommission hat in einem Bericht an Wilson erklärt, daß nen, steht die Einheit des Volkes felbst. Dieser Ein­Sie haben mir durch Note vom 10. Juli mitgeteilt, daß es nunmehr nachweislich feststehe, daß die fünf großen Fleischheit muß jedes erträgliche Opfer gebracht werden. der Präsident des Deutschen Reichs ( ,, reich allemand") am probuzenten Chiles fich die Kontrolle über sämtliche wichtigen anderen Verhältnissen hätte man es auf einen: Zwang an­9. dieses Monats nach Bustimmung der gesetzgebenden Ver- Nahrungsmittel in den Bereinigten Staaten erobert haben und kommen lassen können, die Sicherung der geistigen Freiheit sammlungen die Ratifikation des am 28. Juni gezeichneten daß fie weiter Beziehungen mit ähnlichen Organisationen i des Volkes für alle Landesteile gültig durchzudrücken. Jetzt Friedensvertrages, des angeschlossenen Protokolls und des Ausland unterhalten, wodurch ihre Herrschaft sich über sehr viele des Volkes für alle Landesteile gültig durchzudrücken. Jetzt Nahrungsmittel auf der ganzen Welt ausdehnt. Es steht fest, daß aber, wo die Feinde der Einheit des deutschen Volkes von Abkommens betreffend die militärische Besetzung der Rhein - die fünf großen Fleischproduzenten die unmittelbare Kontrolle außen und von innen zusammenwirken, um das Volk aus. lande, die am selben Tag unterzeichnet wurden, vollzogen über 574 andere Gesellschaften haben und weiter wesentlich an einanderzureißen und wo wir im Innern des Landes nicht bat. Die Ratifikationsurkunde ist in einmaliger Ausferti- 95 anderen amerikanischen Gesellschaften interessiert sind, wäh- mehr genug eigener Herr sind, um dieses hochperräterische gung heute im Generalsekretariat der Friedenskonferenz rend ihre Beziehungen zu 93 anderen Unternehmungen in Amerika Treiben radikal zu unterdrücken, müssen wir, der Gewalt der niedergelegt worden. nicht nachweisbar sind. Insgesamt beherrschen sie Tatsachen folgend, die unsere schwache Macht nicht mehr zu Ich habe die Ehre, Ihnen mitzuteilen, daß die alliierten nicht weniger als 775 verschiedene Nahrungsmeistern vermag, einen Ausgleich versuchen, der den Sonder­mittel und Bedarfsartikel. Die Kommission verlangt und assozüerten Regierungen Kenntnis davon genommen von Wilson energische Maßnahmen, da die gegenwärtigen Gefeße ſtimmungen der Minderheiten in unserem Volke entgegen­haben, daß die ordungsmäßige und vollständige Ratifizie- unzureichend sind, um diesem Nebel abzuhelfen. rung des Friedensvertrages durch die Deutsche Republik Durch ein Gesetz der angedeuteten Art wird es sich wahr­Die Bevölkerung der ganzen Erde hat ein starkes In- scheinlich ermöglichen lassen, die drohende Reichsflucht der ihnen offiziell notifiziert wurde. Es ist infolgedessen Be- teresse daran, daß die Ernährungsmittel Amerikas , die rein fatholischen Gebietsteile, deren Bevölkerung die hohe fehl gegeben worden, die Blockade Deutschlands vom 12. Juli Europa mitversorgen, nicht in die Gewalt einer Kapitalisten- Bedeutung freiheitlicher Fortschritte noch nicht voll erfaßt ab aufzuheben. gruppe gerät, die durch willkürliche Preisschraubung Verar- hat, aufzuhalten. Gleichzeitig wird damit die Boreingenom­mung und Not des Proletariats herbeiführen kann. Man menheit gegen die Zentralregierung in Berlin , die im Osten fieht, wohin ,, das freie Spiel der Kräfte" führt. wie im Westen sehr stark ist, und ihre Wurzeln in der alten preußischen Verivaltung hat, erheblich gemildert werden.

Persien und der Frieden.

Einigungsbestrebungen im Kattowitzer Eisenbahnerstreik.

Wiederaufnahme der Arbeit.

fommt.

Die bedeutsamite Veränderung des gegenwärtigen Ber­maltungssystems liegt in der Schaffung einer autonomen Provinz Oberschlesien, wodurch den lebhaften Wünschen Oberschlesiens auf Selbständigkeit im denkbar weitesten Maße Rechnung getragen wird.

Versailles , 13. Juli. Die persische Regierung überreichte der Friedensfonferenz in Paris eine Note, in der sie gegen die Ver= legung der politischen, wirtschaftlichen und juristischen Unabhängig­teit Bersiens protestiert. Vor und während des Krieges jeien ihm Werträge und Abmachungen und Konzessionen abgerungen worden, die seine Unabhängigkeit vermindern, und die feine wirtschaftlichen und politischen Intereffen geschädigt hätten. In einer Sigung des Staatskommissars Hörfing mit den Die persische Regierung verlangt die Annullierung dieser Deputierten der streitenden Sattomizer Gifsenbahner wurde be­Abmachungen und außerdem Entschädigung für die Ver- fchloffen, zur Regelung der ftrittigen Fragen eine dreigliedrige wüstung, die seitens der Türken und Russen während des Krieges Rommission zu wählen, die mit dem Eisenbahn- und Finanz- gegangen, daß Preußen bereit sei, im Reiche aufzugehen. Da in Die preußische Berwaltung ist stets von dem Gedanken aus­berübt worden sei. An diesen Entschädigungen soll auch Deutsch­ land beteiligt werden. Zum Schluß verlangt Persien die Rüd- minister in Berlin verhandeln solle. Die Eisenbahner beschloffen, dessen zurzeit der Uebergang zum Unitarismus durch bundesstaat­erstattung der Gebiete, die Rugland und die Türkei die Arbeit am Montag früh wieder aufzunehmen. Maßregelungen liche Hemmungen außerhalb Preußens gehindert it, fucht die ihm entrissen haben. sollen unterbleiben. preußische Verwaltung den Zusammenhalt bes preußischen Staates